14.09.2018 Kinderbetreuung – gibt es in Harheim nun genügend Plätze?

Grundschule

Grundschule Harheim: Container auf den Schulhof für ESB?

Genügend Plätze für die Betreuung der Kinder in Schule und Kinderzentrum. Das Thema Kinderbetreuungsplätze ist in Harheim seit Jahren Dauerbrenner. Jahr für Jahr die gleiche Situation: es sind nicht genügend Betreuungsplätze für die Kinder vorhanden. Um abzuhelfen haben im März zuerst die CDU Fraktion im Ortsbeirat die finanziellen Mittel beantragt. Die Grünen sahen das Problem darin, dass die benötigten Räumlichkeiten gar nicht vorhanden sind. Also legten sie mit einem Antrag nach. Seitdem streiten die beiden Parteien darüber, wer nun Recht hat. Die Grünen beharren stur darauf, dass erst das Problem der Räume gelöst werden müsse. Der (neutrale) Ortsvorsteher dagegen wirft den Grünen vor, ihr Antrag wäre völlig überflüssig, weil der CDU Antrag natürlich so gemeint gewesen sei, dass nicht nur finanzielle Mittel sondern auch die Räumlichkeiten gefordert worden wären. Die beiden Anträge sind unten im Wortlaut angegeben. Soll sich doch jeder seine eigene Meinung machen, wer da nun Recht hat.

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Kinderzentrum in den Schafgärten. Auch hier ist wenig Platz für Container

Unterdessen hat der Magistrat kurzen Prozess gemacht. Er hat beide Anträge abgelehnt. Aber mit einem Hintertürchen.

Eine Erhöhung der Betreuungskapazitäten in der Erweiterten Schulischen Betreuung (ESB) ist unter den bestehenden räumlichen Bedingungen kurzfristig leider nicht abbildbar , sagt der Magistrat zu dem Antrag der Grünen. Also kurz: keine ESB-Plätze, weil es dafür keine Räumlichkeiten gibt. „Wie?“ meinen Sie vielleicht. In der erst vor wenigen Jahren erweiterten Schule oder im Kinderzentrum, da gibt es doch Platz. Ja. Schon. Aber der ist mit Kindern voll belegt.

In beiden Anträgen weist der Magistrat darauf hin, dass der Harheimer Versorgungsgrad mit 68% sowohl über dem gesamtstädtischen Versorgungsziel von 65% als auch über dem städtischen Durchschnitt von 55% liegt.

Das ist sicherlich beruhigend, dass die Harheimer in Sachen Kinderbetreuung besser dran sind als die Frankfurter gesamt. Dumm ist nur, dass es den betroffenen Harheimer Eltern nicht weiterhilft. Im Gegensatz zu den innerstädtischen Stadtteilen können die Eltern ohne Betreuungsplatz nämlich nicht im nahegelegenen Nachbarstadtteil fündig werden.

Aber wie geht das nun weiter? Das Hintertürchen des Magistrats: Er lässt „die Räumlichkeiten der Schule und kreative Möglichkeiten im Umfeld zu prüfen, weil das langfristige Ziel ist, alle Frankfurter Schulen zu Ganztagsschulen zu entwickeln“. Das macht Hoffnung, riecht aber nicht gerade nach einer schnellen Problemlösung.

Trotz der Ablehnung des Magistrats hatten tatsächlich vor einigen Tagen Mitarbeiter des Stadtschulamtes die räumliche Situation an der Schule geprüft und in der naheliegenden Umgebung geprüft.

Nun geht das aber der CDU in Harheim zu langsam. Um die Sache zu beschleunigen hatte sie im Ortsbeirat einen Antrag nachgeschoben und gefordert, dass der Magistrat dafür sorgen solle, dass sich wegen der Schaffung der ESB-Plätze in Harheim das Stadtschulamt und das Amt für Bau und Immobilien amtsübergreifend abstimmen und bemängelt, dass das bislang nicht geschehen sei.

Der Verwaltung mal ordentlich Beine machen. Nun, da haben die Ortsbeiräte immer und in jedem Falle recht. Immer dauert es zu lange. Zu oft ist die kooperative Zusammenarbeit der Dezernenten aus unterschiedlichen Parteien eher eine Absichtserklärung.

In Harheim ist das nicht anders. Dass nach Anträgen im März schon fünf Monate später 30 vollausgestattete ESB-Plätze inklusive des erforderlichen Personals vom Himmel fallen würden, wäre doch gar zu märchenhaft.

Immerhin hat das Stadtschulamt sich der Sache angenommen und prüft – so wie vom Magistrat angedeutet – wo in Harheim Flächen vorhanden sind, auf denen Räumlichkeiten gemietet, gebaut, gezimmert, vercontainert, oder sonstwie entstehen können. Sobald eine leerstehende Fläche gefunden ist, die die Bedingungen erfüllt, wird es Sache des Amtes für Bau und Immobilien unter Leitung des umtriebigen Dezernenten Jan Schneiders (CDU) sein, dieses Fläche verfügbar zu machen.

Nur war für in dieser Sache die Zeit noch gar nicht gekommen, sich darüber zu beschweren, dass die Zusammenarbeit nicht klappt. Das kommt ja erst noch.

Deswegen hatten die Grünen vorgeschlagen, diesen Antrag noch einmal zurückzuhalten, bevor er in der Verwaltung möglicherweise für schlechte Stimmung sorgt. Auch in den nächsten Monaten wird es wichtig sein, in Verwaltung und Dezernaten die daran arbeitenden Mitarbeiter freundlich und kreativ zu bitten, sich für die spezielle Harheimer Situation einzusetzen. Ein nörgelndes „Macht mal schneller und stimmt euch mal endlich ab“ kann da auch zum gegenteiligen Effekt führen.

Anlagen:

Antrag der CDU-Fraktion vom 12.03.2018
„Der Ortsbeirat bittet den Magistrat, Mittel zur kurzfristigen Schaffung von zusätzlichen Plätzen für die „Erweiterte Schulische Betreuung (ESB) an der Grundschule Harheim zur Verfügung zu stellen, um zum Beginn des kommenden Schuljahres 30 neue Plätze zu schaffen.“

Antrag der Grünen vom 09.04.2018
„Der Magistrat wird aufgefordert, im Einvernehmen mit Schulleitung und Kinderzentrum kurzfristig die Räumlichkeiten zu schaffen, damit dringend benötigte ESB-Plätze an der Grundschule Harheim eingerichtet werden können.“

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