08.09.2011: Jugendliche auf den Mond schießen ….

Nicht alle Jugendliche hinterlassen einen freundlichen Eindruck.

Um die Jugend in Harheim ist es schlecht bestellt. Folgt man der Diskussion aus der Bürgerfragestunde im Ortsbeirat, so haben alle Harheimer Eltern völlig versagt: Die Harheimer Jugendlichen saufen Alkohol, machen Lärm, hören „diese laute Beat-Musik“, und „haschen“. Schlimm genug, dass sie überhaupt existieren.

„Stimmt es, dass geplant ist, in der Spielstraße Riedhalsstraße einen Container aufzustellen wo Jugendliche sich treffen können“. Mit ihrem Wunsch nach Information trat eine fragestellende Harheimerin eine heftige Diskussion los. Die Kinderbeauftragte Kristina Luxen bemühte sich um Sachlichkeit. Ja, man habe bei Ämtern angefragt, ob das Aufstellen eines Containers auf der Riedhalsstraße genehmigungsfähig sei.

Schon seit Jahren bemühen sich Eltern, Kinderbeauftragte und einige Ortsbeiräte um ein offenes Angebot für die immerhin etwa 400 Kinder und Jugendliche im Stadtteil. Über die Jugendarbeit in den Vereinen ist man dabei schon sehr glücklich, aber deren Angebot beschränkt sich hauptsächlich auf verschiedene Sportarten oder das Erlernen verschiedener Musikinstrumente.  Aber was tun mit Jugendlichen, die nach einem vielleicht 10-stündigen Schultag einfach keine Lust mehr aufbringen, jetzt auch noch konzentriert Flöte oder Fussball zu üben? Die einfach einmal mit Gleichaltrigen zusammen sitzen wollen, und die vielleicht sogar froh wären, ausserhalb von Elternhaus und Schule einen kleinen Freiraum und doch mit kompetenter verständnisvoller Betreuung zu finden – oder sollten wir besser „Aufsicht“ dazu sagen?

Aber: weggewischt. Die anwesenden Bürger – alle vermutlich selbst einmal vor vielen Jahren jugendlich gewesen – sind sich einig: Jugendarbeit ja, aber nicht auf der Riedhalsstraße, das wäre zu sehr am Rande des Stadtteils. Aber auch nicht im Ortskern, da könnten die Anwohner sich durch Lärm belästigt fühlen. Vielleicht im Bürgerhaus? Aber da beschweren sich die Anwohner ohnehin schon über die Feiern am Wochenende. Vielleicht auf dem Gelände hinter der Schule – da stören sie ja nicht. Ohne es richtig zu realisieren, haben die Anwesenden einmal den gesamten Stadtteil durchgescannt, und dennoch keinen optimal geeigneten Standort gefunden. Also dann – vielleicht doch auf den Mond schießen?

Nun, bis es so weit ist, werden die Jugendlichen sich wohl weiter an den Plätzen treffen, die sie schon kennen, zusammensitzen, reden, leise oder zu laut, und die eine oder andere Flasche Wodka wird dabei geleert. „Die sitzen zusammen machen Lärm, und saufen Alkohol“, so hatte ein Bürger die Situation treffend beschrieben, und „die können doch in die Vereine gehen“. Der Kerbeverein würde sich da sicherlich konkret anbieten – kein Lärm, absolut kein Alkohol.  Bloß, was machen wir dann mit den jungen Mädchen?

Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer“
(Sokrates, 469 v.Chr. – 399 v. Chr.)
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