20.09.2011: Aktionsbündnis BAhNANE i.G. will Ausbau der S-Bahn-Linie verhindern

Nun sind auch die Bad Vilbeler wach geworden. Vermutlich durch die Reparaturarbeiten entlang der S-Bahn-Linie S6 im Sommer, die durch den ohrenbetäubenden Lärm der Warnhupen begleitet wurden. Neben der Frankfurter Bürgerinitiative „2 statt 4“ stellt nun auch das neue Aktionsbündnis fest, dass nach dem Ausbau zwar keine einzige zusätzliche S-Bahn sondern lediglich zusätzliche Güterzüge durch das Niddatal rollen werden. Der Ausbau auf 4 Gleise wurde von Seiten der Bahn immer damit begründet, dass der öffentliche Personennahverkehr der S6 sich nicht mehr mit dem Bahnverkehr und Güterverkehr abstimmen müsse, und somit pünktlicher werden würde. Mit hinreichend bösem Willen könnte man diese Begründung aber auch umgekehrt interpretieren: Dass der Güterverkehr nicht mehr durch die S6 aufgehalten werden wird.

Das Aktionsbündnis wendet sich gegen Zunahme von Lärm und Erschütterungen, gegen die Verschandelung des Niddatals mit Lärmschutzwänden, die bis zu 12 Meter hoch werden, gegen die Zerstörung alten Baumbestands und vieles mehr.

Vielleicht aber braucht es auch dieses Aktionsbündnis gar nicht mehr: beim akribischen Nachrechnen scheint die Politik zum Ergebnis gekommen zu sein, eine ganze Reihe von Baumaßnahmen der Deutschen Bahn, beispielsweise auch die mordmainische  S-Bahnverbindung von Frankfurt nach Hanau, würden sehr viel teuerer werden, als von der Bahn bisher angegeben. (Wer sich jetzt an S21 in Baden-Württemberg erinnert – nein, Ähnlichkeiten sind da sicher nur zufälliger Natur). Aber ohne die staatlichen Zuschüsse rechnet sich das auch nicht mehr für die Bahn.

Natürlich wird der Ausbau des Schienennetzes mit staatlichen Finanzspritzen erst möglich gemacht. Aber über das Bekenntnis „Güter gehören auf die Bahn“ hinaus kann es ja nicht falsch sein, in Zeiten knapper Kassen auch schon einmal zu sehen, ob die Kosten denn nicht aus dem Ruder laufen.

Wir sind gespannt.

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2 Antworten zu 20.09.2011: Aktionsbündnis BAhNANE i.G. will Ausbau der S-Bahn-Linie verhindern

  1. Monika Mustermann schreibt:

    Typisch Grüne. Natürlich pro Bahn. Natürlich für die Verlagerung von (Güter-)Verkehr auf die Schiene. Natürlich für den Ausbau von Bahnstrecken. Im Prinzip. Aber wehe es wird was vor der eigenen Haustür geplant. Da werden sie zu Wutbürgern. „HIER?? NIEMALS!! UNMÖGLICH!!!“. Wie schön, daß man sich auf einige Dinge in der Politik noch verlassen kann 🙂

  2. G. Jammer schreibt:

    Sogar am „ohrenbetäubenden Lärm der Warnhupen“ mäkeln die Verfasser des Artikels, „Aktionsbündnis BAhNANE i.G. will Ausbau der S-Bahn-Linie verhindern“. Reparaturarbeiten sind nervig. Nicht reparierte Bahnanlagen sind auch nervig. Die Warnhupen sind -wenig überraschend- auch nervig. Kann man doch im Prinzip froh sein, dass es Warnhupen gibt, die das Leben von hart arbeitenden und Werte zum Wohle der Allgemeinheit schaffenden Bauarbeitern sicherer machen.

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