21.09.2011 Älter werden in Frankfurt – aber auch im Frankfurter Norden?

Der Saal im Haus Nidda ist genau gross genug für die vielen interessierten älteren Mitbürger der nördlichen Stadtteile. An den Infoständen beraten Vereine und Initiativen von A wie Agaplesion Markus Diakonie bis S wie St. Katharinen- und Weißfrauenstift über Leben, Wohnen, Betreuung, Nachbarschaften und Sicherheit im Alter. „Wie möchten Sie im Alter leben?“ 

Viele Fragen bei der Informationsveranstaltung

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den nördlichen Stadtteilen sind sichtlich erfreut darüber, dass die Infoveranstaltung so nahe am ihrem Wohnort stattfindet.  Das Informations- und Betreuungsangebot in den Stadtteilen am Stadtrand sind ohnehin eher spärlich gesät, von der direkten und unmittelbaren Hilfe in den Sozialrathäusern einmal abgesehen.

Trotzdem bleibt bei den Zuschauern und Zuhörern am Ende eine gewisse Leere. Die Wohn- und Pflegeangebote der Agaplesion Markus Diakonie – in Bockenheim und Sachsenhausen, das Katharinen- und Weißfrauenstift – in der Stadtmitte, Heddernheim, Niederursel, Oberrad. Das Netzwerk Neue Nachbarschaften netztwerkt in Sachsenhausen, Bockenheim, Bornheim, Rödelheim, Westend. Das Amt für Wohnungswesen hilft dabei, große Sozialwohnungen in kleine zu tauschen.  Alles kein Problem, könnte man meinen. Es gibt ja ein gut ausgebautes Netz an öffentlichen Nahverkehrsmitteln.

Trotzdem bleibt Leere. Die Bürgerinnen und Bürger fragen: wo wohnen, wenn die Kinder aus dem Haus sind und das Haus dann zu groß. Die Antwort liegt auf der Hand: am Besten nach Sachsenhausen oder Bockenheim ziehen, dort ist das Angebot für ältere Menschen besser. Bürgerinnen fragen nach einer Tagespflege: gibt es nicht im Frankfurter Norden.

Fast könnte man vermuten, noch niemand hätte mal einen Blick auf die Stadtteile im Frankfurter Norden geworfen: vielfach grosse, familienfreundliche Wohnungen, Einfamilienhäuschen, Reihenhäuschen. Das Angebot an 2-Zimmer-Wohnungen dagegen: sehr beschränkt. Ein zusätzliches Problem entsteht: Die Menschen in den nördlichen kleinen Stadtteilen haben gar kein Bedürfnis, nach Sachsenhausen oder Bockenheim zu ziehen. Sie wollen lieber in den übersichtlichen Stadtteilen wohnen bleiben, die sie kennen und in denen sie noch soziale Kontakte haben.

Darum bleiben doch viele Fragen unbeantwortet. Fragen und Probleme, für die es nur wenige Lösungen gibt. Vielleicht auch, weil eine gute Lösung für die Innenstadt in Frankfurt nicht auch gleichzeitig die gleichen Probleme in ganz anderen Stadtteilen löst.

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Eine Antwort zu 21.09.2011 Älter werden in Frankfurt – aber auch im Frankfurter Norden?

  1. barbamama schreibt:

    Die Erkenntnisse aus diesem Forum passen ja ins allgemeine Bild und ins allgemeine Engagement der Stadt bezogen auf die nördlichen Stadtteile. Kein Präventionsrat, kein Jugendhaus, keine ausreichende Betreuungsmöglichkeiten der unter 3-Jährigen und jetzt werden auch die Menschen im Alter wach, die gerne im Stadtteil bleiben möchten. Wir sollten alle Fraktionen aus dem Römer mal nach Harheim einladen und ihnen zeigen, dass hier die Uhren anders ticken.

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