16.11.2011 S-Bahn-Ausbau auf 4 Gleise steht vor Gericht

Vor dem hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel wird seit gestern über den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau der Bahnlinie von 2 auf 4 Gleise verhandelt. Trotz Nachbesserung seitens der Deutschen Bahn AG klagen die Ausbaugegner gegen den zu erwartenden Lärm und Erschütterungen, bezweifeln die Korrektheit der Lärmprognosen und verlangen, dass vor einem Planfeststellungsbeschluss weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Die Ausbaugegner der Initiative „2statt4“ haben bis jetzt schon erfolgreich den Baubeginn aufhalten können und fordern Rücksicht auf die Belange der Bewohner des dichtbesiedelten Frankfurter Nordens. Unabhängig von der Entscheidung der Kasseler Richter ist allerdings inhaltlich schon längst die Kuh vom Eis. Die Finanzierung des Ausbau scheint gesichert: Die rund 200 Millionen Euro kommen wesentlich aus Töpfen zum Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, da nach Fertigstellung die S-Bahnlinie S6 – zwar nicht häufiger aber – pünktlicher verkehren soll. Was dagegen deutlich zunehmen wird, ist der Güterverkehr – die Anzahl der Güterzüge kann drastisch erhöht werden, da die S-Bahn ja nun auf eigenen Gleisen nicht mehr die Güterzüge behindert.

Die Lebensqualität der ohnehin schon durch den Fluglärm deutlich stärker belastete Bevölkerung spielt übrigens bei den Entscheidungen kaum eine Rolle.

 

 

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2 Antworten zu 16.11.2011 S-Bahn-Ausbau auf 4 Gleise steht vor Gericht

  1. Baldur Springmann schreibt:

    Wenn ein Grüner gegen den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist, weil er doch tatsächlich in der Nähe des eigenen Gartenzauns geplant wird – wie nennt man das? Schizophren? Dreist? Verlogen?
    Nein: Normal!
    Lesempfehlung: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13698727/Saturiert-Denkfaul-Blasiert-Die-Gruenen.html

  2. hseuffert schreibt:

    Ja, seufz, ich weiss. Das ist besonders für Menschen, die es notwendig haben, sich hinter symbolschweren Fantasienamen zu verstecken, schwer zu verstehen, dass es Andersdenkende gibt, die ihre Meinungen und Entscheidungen nicht nur nach Prinzipien und Parteidoktrin bilden, sondern tatsächlich sich selbst die Fakten ansehen und danach urteilen. Aber ehrlich: wenn man selbst nachdenkt und seine Meinung nicht aus dem Welt-Abo herunterlinkt, ist man um ein paar Vorurteile ärmer aber vielleicht auch um ein paar erstaunliche Erkenntnisse reicher.

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