18.11.2011 grünes Licht für die DB – Bahnstrecke darf nach Gerichtsurteil ausgebaut werden

Autos auf die Bahn ?

Der viergleisige Ausbau der Bahnstrecke nach Bad Vilbel kann beginnen. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel (VGH) hat die Einwände gegen den Planfeststellungsbeschluss verworfen und die Klagen der betroffenen Bürger und Anwohner zurückgewiesen. Unmittelbar nach dem Urteil begrüßten die Grünen im Römer  die Entscheidung. Die Entflechtung des Schienenverkehrs und die separate Führung der S-Bahn nach Bad Vilbel steigere nach Ansicht der verkehrspolitischen Sprecherin, Angela Hanisch, die Attraktivität der Strecke. Sie hofft, dass künftig mehr Pendler vom Auto auf die Bahn umsteigen werden, „wenn die S-Bahn nicht mehr minutenlang auf dem Abstellgleis auf den überholenden Fernverkehr warten muss“.

Die Freude der Grünen im Römer wird von den Grünen im weit entfernten Frankfurter Stadtteil Harheim so nicht geteilt. Nach aktuellen Angaben des RMV sei die S6 mittlerweile sehr wohl pünktlich. Der Ausbau könne die Pünktlichkeit nicht mehr weiter verbessern, überdies sei vorgesehen, dass 2 S-Bahn-Züge täglich weniger fahren. Die Zahl der für die DB lukrativen Güterzüge wird dagegen drastisch zunehmen. Das – so die Harheimer Grünen – sei der eigentlich Zweck des Ausbaus. Daher sei es unverständlich, weshalb die geschätzten 200 Millionen Euro Kosten für den Ausbau zu großen Teilen aus Bundes- und Landesmittel für den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs finanziert werden sollen. Nicht zuletzt sehen die Grünen in Harheim starke Beeinträchtigungen des Niddatals und des Grüngürtels. „Natürlich gehören Güter auf die Bahn und nicht auf die Straße, aber ob der Grüngürtel und das ökologisch wertvolle und als Naherholungsgebiet genutzte Niddatal von einer Autobahn zerstört wird, oder durch den Ausbau einer Bahnlinie, das bleibt sich unter dem Strich gleich“, vermerkt der Sprecher der Stadtteilgruppe.

Dass der Ausbau noch verhindert werden kann, glaubt er hingegen nicht mehr. Wie bei allen Großprojekten sei man auch hier nicht in der Lage, aktuelle neue Erkenntnisse in die Entscheidungsfindung einfließen zu lassen. Der Druck der DB AG sei überdies besonders nach den Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Stuttgart21 sehr groß, demonstrativ ein Riesenprojekt erfolgreich durchzuziehen. Der Appell der Römergrünen an die Bahn, „deutlich mehr zum Schutz der Bevölkerung vor Lärm zu unternehmen“ sei in diesem Zusammenhang naiv und so etwas, wie ein Wunschzettel an den Weihnachtsmann.

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