06.04.2013 OB Peter Feldmann plant neuen Stadtteil im Frankfurter Norden

Weg mit Streuobstwiesen und Landwirtschaft. Hier will der OB ein Wohngebiet bauen.

Weg mit Streuobstwiesen und Landwirtschaft. Hier will der OB ein Wohngebiet bauen.

Da werden sicher einige Zeitungsleser die Brille noch einmal hochgeschoben und dann überprüft haben, ob sie nicht aus Versehen die Zeitung vom 1. April in den Fingern halten. OB Peter Feldmann zusammen mit seiner SPD schlägt den Bau eines neuen Stadtteils im Frankfurter Norden vor, genauer gesagt: auf der hauptsächlich landwirtschaftlich genutzten Fläche zwischen Nieder-Eschbach, Nieder-Erlenbach und Harheim.

Der neue Stadtteil soll zwischen 8000 und 16000 Menschen ein Dach über dem Kopf bieten. Zum Vergleich: Harheim hat zur Zeit etwa 4500 Einwohner. Nach Ansicht von OB Feldmann leide Frankfurt unter großer Wohnungsnot, und deswegen müssen weitere Bauflächen ausgewiesen werden. Das Areal sei eine der wenigen Flächen in Frankfurt, die sich für die Bebauung überhaupt noch eignen würde. Die Frankfurter SPD, die den Vorschlag von OB Feldmann unterstützt, stellt sich vor, dass hier nicht nur Einfamilienhäuser entstehen sollen. Eine gemischte Bebauung soll hier entstehen. Mindestens teilweise sollen die Bauten über eine öffentliche Förderung finanziert werden.

Der neue Stadtteil sei einfach an bestehende Verkehrsnetze anschließbar. Ein Anschluss an die A661 und A5 sei im Süden bereits möglich. Die U-Bahn-Linie U2 könne in Nieder-Eschbach aus durch den neuen Stadtteil bis nach Nieder-Erlenbach verlängert werden.

Interessant an diesem Vorschlag ist, dass er erstmals von Frank Junker, dem Geschäftsführer der AGB Frankfurt Holding GmbH, in einer Rede zum Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters im Januar dieses Jahres formuliert worden ist.

In einer ersten Resonanz der Frankfurter Bürger in den betroffenen nördlichen Stadtteilen stößt Feldmanns Vorschlag auf Unverständnis und Ablehnung. Zu wach ist offenbar noch die Erinnerung an die letzte große Umplanung in den nördlichen Stadtteilen durch den ehemaligen Planungsdezernenten Martin Wentz (SPD) in den 80er und 90er Jahren.

Ein groß angelegtes Projekt zur Schaffung neuer Gewerbeflächen, einer neuen Wohnsiedlung und einer Neuplanung der Verkehrswege wurde nach der Ansiedelung eines Möbelhauses, eines Baumarkts und einiger weiterer Unternehmen im Gewerbegebiet „Am Martinszehnten“ nicht mehr weiter fortgeführt. So warten heute noch die Bürger der betroffenen Stadtteile auf eine gute Verkehrsanbindung, Verkehrsberuhigung oder versprochene Wohnflächen.

Vielleicht lassen sich aber doch diesmal die Bürger mit renovierten Zusagen eines U-Bahn-Anschlusses und einer Anbindung an die A661 überzeugen. Die lange Geschichte der Umplanung im Frankfurter Norden ist überraschend wieder hochaktuell.

(mehr dazu in unserem Kommentar „Achtung, Baustelle !“)

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s