22.05.2013 Kein Smart-Markt für Harheim. Die Besserverdienenden sollen zum Einkaufen mit dem Auto fahren.

Kein Smart-Markt für Harheim. Harheimer können doch mit dem Auto zum Einkaufen fahren.

Kein Smart-Markt für Harheim. Harheimer können doch mit dem Auto zum Einkaufen fahren.

In Eckenheim, in Sindlingen und in Bonames sind sie schon bekannt. Die „Smart“-Lebensmittelmärkte bieten eine Nahversorgung in Stadtteilen, in denen es keinen Supermarkt mehr gibt. Das Besondere an Smart-Märkten ist, dass die beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  dort durch die Werkstatt Frankfurt qualifiziert werden, aus der Langzeitarbeitslosigkeit heraus wieder zu einem Vollzeitjob zu kommen.

Eine schöne Sache und so ein Smart-Markt könnte auch für viele Harheimer ein Gewinn sein, die nicht zufällig in der Nähe des Netto-Marktes wohnen und einen weiten Weg bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit haben. Die Harheimer Ortsbeiräte baten deshalb den Magistrat, er solle prüfen, ob so ein Markt auch hier eingerichtet werden könnte

Das Dezernat für Jugend- und Soziales in Frankfurt kam jedoch zu einer ganz anderen Ansicht. „Es ist zu vermuten, dass es sich insbesondere bei dem zu erwartenden Einwohnerzuwachs um eine eher besser verdienende Bevölkerungsschicht handeln dürfte, die mobil und damit kaum auf zu Fuß zu erreichende Nahversorgung angewiesen ist…… Zudem stellte die Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes im Jahr 2009 in Harheim dreizehn Einzelhandelsbetriebe mit einer Verkaufsfläche von insgesamt 1180 m² fest. Die nächstgelegenen Versorgungszentren für die Harheimer Bevölkerung sind Bonames, das Gebiet Berner Straße / Züricher Straße sowie Bad Vilbel.  …..  Die Gruppe der älteren Personen in diesem Versorgungsgebiet versorgt sich ebenfalls überwiegend durch die per Auto gut zu erreichenden oben genannten größeren Märkte in umliegenden Stadtteilen.“

Das Dezernat für Soziales hat sich offenbar viel Mühe gemacht. Eine Aufzählung der dreizehn Einzelhandelsbetriebe wurde nicht mitgeliefert, also zählen wir mal nach: Netto, Bäckerei Seipler, Metzger Schmidt. Das sind schon mal drei. Wir zählen die Apotheke, die Comet-Reinigung und Toto-Lotto in der Philipp-Schnell-Strasse noch mit, da haben wir schon 6. In der Philipp-Schnell-Strasse gibt es noch ein kleines Lädchen für Tierfutter, und natürlich dürfen wir auch das familienfreundliche  Wasserhäuschen am Eschbach nicht vergessen (Bettys Flusshotel). Da fehlen nun noch 5 Einzelhandelsbetriebe, wo sind die nur? Selbstverständlich wissen die Mitarbeiter im fernen Sozialdezernat das bestimmt besser, als die Harheimer selbst. Also, liebe Leser, bitte füllen Sie unsere Wissenslücke und teilen Sie uns mit, welche Geschäfte wir noch nicht entdeckt haben.

Dass diese Geschäfte alle gut mit dem Auto zu erreichen sind, das hatte nie wirklich jemand bestritten. Nun bescheinigt die Frankfurter Stadtregierung tatsächlich, dass die am Rande liegenden Stadtteile gut nur für Bewohner geeignet sind, die im Besitze eines eigenen Autos sind. Hier wohnen doch nur reiche Alte mit mindestens einem Auto. Die können doch wohl diese 3 Kilometer auch mit dem Auto fahren.

Gut, die Harheimer werden das bestimmt verstehen. Zwar müssen wir noch zugeben, dass wir keinen Harheimer getroffen haben, der zum Einkaufen in die Berner Straße fährt, aber das Sozialdezernat ist sicherlich auch da viel besser informiert.

Also: alles bleibt wie es ist. Ach – was uns noch interessieren würde: Wie teuer ist die Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes?

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Eine Antwort zu 22.05.2013 Kein Smart-Markt für Harheim. Die Besserverdienenden sollen zum Einkaufen mit dem Auto fahren.

  1. Edwin Schmidt schreibt:

    Zu der Anfrage an den Magistrat bezgl. eines Smart-Marktes möchte ich hiermit als Eigentümer
    des Netto-Markt Gebäudes zu Bedenken geben .
    Der Nettomarkt wurde vor 8 Jahren eröffnet . Um damals ein Betreiber zu finden ,war nach dem
    Scheitern mit der Rewe-Gruppe nicht einfach , da diese Märkte Lagen mit mind. 4000 Einwohner
    benötigen . Es gelang uns nach langer Suche Netto zu gewinnen dessen Markt gut angenom -.
    men wird . Mit einem 2 . Lebensmittelmarkt in Harheim würde der Umsatz verringert , was evtl.
    eine Schließung von Netto bedeuten könnte . In vielen Frankfuter Stadtteilen wären die Kunden
    zufrieden in maximal 1,5 km einen Markt zu haben .

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