11.10.2013 Baugebiet Bonames-Ost wird vorgestellt. Wieder einmal.

Bonames-Ost: wirds hier preiswerten Wohnraum für 5000 neue Einwohner geben?

Bonames-Ost: wirds hier preiswerten Wohnraum für 5000 neue Einwohner geben?

Dieter von Lübke ist an diesem Abend wahrlich nicht zu beneiden. Der Leiter des Stadtplanungsamtes hat sich vorgenommen, die etwa 400 Bürger zu einem Konsens zu gewinnen. Zu einem Konsens hinsichtlich der Pläne für das Baugebiet Bonames-Ost, das seine Mitarbeiterin an die Leinwand projezieren wird.  Aber der Abend beginnt denkbar schlecht. Von Lübke redet von Konsens. Viele der interessierten und betroffenen Bürger aber fühlen sich allein von diesem Begriff schon provoziert. Die ausgehängten Pläne haben die Befürchtungen nicht zerstreuen können, sie haben sie verstärkt.

Stadtplaner von Lübke führt aus, dass die Einwohnerzahl Frankfurt immer noch wächst und viele Menschen gerne nach Frankfurt ziehen wollen, sie jedoch keinen preiswerten Wohnraum finden. Und preiswerten Wohnraum könne man nur schaffen, wenn man das Angebot vergrößert.

Soviel zur wirtschaftswissenschaftlichen Theorie, nach der ein größeres Angebot zu sinkenden Preisen führen wird. Die Abbildungen auf den Plänen und auf den ausgelegten Broschüren erinnern sehr an die Bebauung auf dem Riedberg. Und gerade dort scheint die empirische Bestätigung der wirtschaftswissenschaftlichen Theorie jedoch versagt zu haben, gehört die Wohnlage Riedberg doch eher zu den hochpreisigen Wohngegenden.
Was aber die Zuhörer des Vortrags wie ein Erdbeben erschüttert, das ist die Anzahl der Wohneinheiten, die die Stadtplaner geplant haben. Hier wird nicht mehr diskutiert, ob 1280 oder 1350 Wohneinheiten tragbar sind. Die neue Meßlatte liegt jetzt bei 2000 Wohneinheiten und damit 5000 neue Einwohner für den Stadtteil Bonames. Mit dem Bezug des Baugebiets wird sich die Einwohnerzahl des Stadtteils glatt verdoppeln.

Die Stimmung steigt im Bürgerhaus am Harheimer Weg. Die Bürger, denen es noch nicht die Sprache verschlagen hat, äußern sich nun teilweise nicht mehr zitierfähig. Einige Bürger am Mikro weisen darauf hin, dass die Mitarbeiter der Verwaltung und die Angestellten im Stadtplanungsamt nur ihre Arbeit tun, die Entscheider aber in der Politik zu finden sind. Nur, wo ist der Oberbürgermeister oder der Planungsdezernent an diesem Abend?

Nach drei Stunden Informationsveranstaltung zeigt sich: ein Konsens ist in so weite Ferne gerückt, dass selbst ein starkes Fernglas nicht mehr hilft. Dieter von Lübke beendet die Veranstaltung und kündigt weiteren Dialog mit den betroffenen Bürgern an. Es sieht danach aus, als würden die Harheimer noch lange nicht an einer Ortsrandstraße vorbei zur Autobahn fahren. Es sieht danach aus, als sollten die Wohnraumsuchenden in Frankfurt nicht auf den Baubeginn in Bonames-Ost hoffen.

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