20.01.2014 Heiss diskutiert: Philipp-Schnell-Straße

Wenn ein 2.55 m breiter LKW durch die Straße muss, da kann es schon sehr eng werden.

Wenn ein 2.55 m breiter LKW durch die Straße muss, da kann es schon sehr eng werden.

80 Zuhörer bei einer Ortsbeiratssitzung? Kommt auch im kleinen Harheim nicht so häufig vor. An diesem Abend ging es um die neue Gestaltung der Philipp-Schnell-Straße. Zum wiederholten Mal, übrigens. Über die Bäume wurde schon im letzten Jahrhundert immer wieder diskutiert. Jetzt sollen sie endlich ersetzt werden, aber das gefällt nun ebenfalls wiederum nicht jedem.

Aber der Reihe nach. Aus dem Amt für Straßenbau zeigte Rüdiger Auth die Pläne und erklärte, dass die Baumscheiben verlängert würden um den Bäumen bessere Grundlage für ein gesundes Wachstum zu verschaffen. Die jetzigen Birn-Bäume werden entfernt und durch einen Ahorn ersetzt, der maximal 10 Meter hoch werden würde. Schmäler wird die Philipp-Schnell-Straße nach dem Umbau nicht.

In der Aussprache zeigte sich schnell, dass die Zuhörer und Bürger weniger an den Details des Umbaus interessiert waren. Die Bäume sollten ganz weg, da sie Parkraum belegen würden. Zusätzlich sollte aber auch noch ein Parkverbot hin, damit die Lastwagen eines Bauunternehmens besser durchfahren könnten. Erst in der Ortsbeiratssitzung im Dezember war ein entsprechender Antrag im Ortsbeirat abgelehnt worden. Aber diese Mehrheitsentscheidung konnten nicht alle Bürger wirklich akzeptieren.

So verlagerte sich die Kritik auf den Vorwurf, über die Philipp-Schnell-Straße wäre noch nie öffentlich diskutiert worden und es müsse doch erst eine Bürgerbefragung durchgeführt werden, alles andere wäre schließlich undemokratisch.

An diesem Punkt allerdings begann der Geduldsfaden der Ortsbeiräte und des Ortsvorstehers doch dünner zu werden. Letzterer zitierte aus Protokollen vergangener Sitzungen und verwies auf den Schaukasten an der Verwaltungsstelle sowie die Möglichkeit, die Tagesordnung der Sitzungen per eMail erhalten zu können. Von „noch nie öffentlich diskutiert“ könne gar keine Rede sein.

Und auch der volksnahe Vorschlag einer Bürgerbefragung wurde eher als der Versuch angesehen, Sand ins Getriebe zu schütten, damit die Bauarbeiten nicht fristgerecht beginnen könnten. Dann allerdings würde sich in der Philipp-Schnell-Straße voraussichtlich über Jahre nichts mehr tun.

„Seltsam“, so fasste es Ortsbeirat Axel Schmidt zusammen, „da kriegen die Bürger kostenlos die Straße neu gemacht, und dann wollen sie es nicht…“

 

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3 Antworten zu 20.01.2014 Heiss diskutiert: Philipp-Schnell-Straße

  1. Carmen schreibt:

    Hallo Herr Seuffert, ich erlaube mir mal eine ganz grundsätzliche Bemerkung:

    Straßen und Gehwege sind öffentlicher Raum. Es gibt kein naturgegebenes Recht des Autofahrers zur kostenlosen Nutzung öffentlicher Flächen für sein Fahrzeug bzw. Stehzeug.
    Wer über Parkplatznot jammert, sollte statt eines SUV einen Kleinwagen kaufen, dann passt das Fahrzeug eher auf den eigenen Stellplatz – oder es mal ganz autofrei probieren. Der Verkehrswissenschaftler Hermann Knoflacher hat ausgerechnet, dass ein Oberflächen-Parkplatz in der Stadt zwischen 500 und 2000 Euro kosten müsste, stattdessen subventionieren aber alle BürgerInnen – auch Fußgänger – diese Flächen, die sie selbst nicht nutzen. Das Geld, mit dem der Autoverkehr und seine verheerenden Folgen finanziert werden, fehlt im Bildungs- und Sozialbereich.

    Zur Zeit liegen ja in Harheimer Geschäften Unterschriftenlisten aus, die fordern, dass die Bäume in der o.g. Straße ersatzlos gefällt werden. Ich habe schon überlegt, ob ich selbst eine Unterschriftenliste vorbereite: Für das Recht auch des Harheimer Bürgers auf ungehinderte und nicht gefährdende Nutzung von Gehwegen und Zebrastreifen.

    Gruß

  2. dimmer schreibt:

    Warum baut ihr Neubaugebiete an der Umgehungsstraße (Wohnhäuser gerade mal 20-30m von der Straße entfernt) und Industriegebiete hinten an der Nidda. Sorry, aber spätestens bei der Erweiterung von Harheim (Baugebiet Nord bzw nun Süd) hätte man ja die erste Reihe vorne an der Umgehungsstraße für Gewerbe/Industrie freilassen können und dann die besagten Bauunternehmen, usw umsiedeln können. Die Bürger jetzt schikanieren nur weil die besagten Firmen mit ihren TRUCKS nicht rauskommen. Sinnlos !

  3. Denkmalnach schreibt:

    Als Anwohner der Philipp-Schnell-Straße machen mich doch so einige Tatsachen stutzig:
    1. Der LKW-Verkehr (falls man das überhaupt so nennen kann) beschränkt sich auf ein paar LKWs zw. 6.00 Uhr und 7.30 Uhr und ein paar LKWs zw. 15.00 Uhr und 17.00 Uhr. In der Zeit dazwischen wird die Philipp-Schnell-Str., von ein paar Anliegern abgesehen, nahezu nicht befahren. Es ist völlig absurd, dass deshalb eine ruhige Anliegerstraße mit Baumbestand in eine 2-spurige, baumlose Rennstrecke umgestaltet werden soll. Meiner Erfahrung nach konnte man sich bis jetzt immer gut arrangieren.
    2. Die größten Befürworter der Rennstrecke sind keine Anlieger oder Anlieger werden durch „Meinungsmache“ instrumentalisiert.
    3. Ein wirkliches Interesse zur Erhaltung des Gewerbegebietes kann wohl noch nie bestanden haben, da durch Billigung des B-Plans Harheim Süd die letzte Möglichkeit, das Gewerbegebiet vernünftig zu erschließen, verspielt wurde. Die Möglichkeit einer Erschließung wird durch eine Reihenhauszeile, die inzwischen im Volksmund „Harheimer Mauer“ genannt wird, unmöglich gemacht.
    4. Denkt man die ganze Geschichte zu Ende, stellt man fest, dass sich auf der Fläche des eventuell freiwerdenden Gewerbegebietes; eng gepackt im Geschoßwohnungsbau mind. 70-80 Wohneinheiten unterbringen lassen. Ein solches Wohngebiet müsste aber verkehrstechnisch gut durch eine Straße erschlossen werden.

    Ein Schalk wäre, wer denkt, dies könnte die Philipp-Schnell-Straße sein!!!!!

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