23.04.2014 Fahrradstreifen weggefräst. Sieht so das neue Radverbindungskonzept aus?

Hier war mal ein Fahrradschutzstreifen

Maßbornstraße: Hier war mal ein Fahrradschutzstreifen

„Warum hat man das weggemacht? Das ist doch bescheuert!“. Der Anwohner in der Maßbornstraße deutet spürbar verärgert auf die Straße, auf das weggefräste Symbol des Fahrrades. „Ich hab sie gefragt, warum die das wegmachen, aber die haben nur gesagt, das ist jetzt Tempo 30 Zone, da sollen solche Zeichen nicht mehr sein“. Tatsächlich wurden die Markierungen der beiden Fahrradstreifen kurz nach den Feiertagen im Auftrage des Amtes für Straßenbau mühevoll weggefräst.

Auf Verständnis der Anwohner muss man lange warten. „Dafür ist noch Geld da in Frankfurt ….“. Tatsächlich ist unverständlich, aus welchem Grund die Markierungen entfernt wurden. Übereinstimmend berichten fahrradfahrende Anwohner und Bürger, dass sie sich auf dem Streifen sicherer gefühlt haben und dass die optische Verengung der Straße sicher dazu beigetragen hat, den motorisierten Kraftfahrzeugverkehr auf die erlaubten 30 km/h zu bremsen.

Korffstraße: Hier ist noch ein Fahrradschutzstreifen

Korffstraße: Hier ist noch ein Fahrradschutzstreifen

In der Verwaltung und im Verkehrsdezernat ist man offenbar anderer Ansicht. Der Gedanke der gemeinsamen Nutzung des öffentlichen Raumes solle gefördert werden. Verständlich übersetzt: die Radfahrer sollen sich schon mal dran gewöhnen, dass ihnen von den Kfz der Raum genommen wird.

Im gerade aktuell veröffentlichten Bericht über das Radverkehrsnetz lobt Verkehrsdezernent Stefan Majer dabei gerade Radfahrstreifen oder Schutzstreifen als sinnvollen Lösungsansatz. Was den grünen Verkehrsdezernenten dann aber dazu bewogen hat, die Schutzstreifen an der meistbefahrendsten Straße Harheims entfernen zu lassen, bleibt unklar. Möglicherweise bleibt als einzige Erklärung, dass die Schutzstreifen – ähnlich wie die Rundbank auf dem Friedhof – in anderen Stadtteilen dringender gebraucht werden …..

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8 Antworten zu 23.04.2014 Fahrradstreifen weggefräst. Sieht so das neue Radverbindungskonzept aus?

  1. Carmen schreibt:

    Ich habe beim neuen Beteiligungsportal „Frankfurt fragt mich“ nachgefragt, warum der Streifen entfernt wurde und bin gespannt auf die Antwort. https://www.ffm.de/frankfurt/de/home

  2. Papst schreibt:

    Die Streifen kamen weg, weil die meisten Autofahrer so dämlich sind und sie NICHT mitbefahren ((obwohl weit und breit kein Fahrrad ist)) Wenn jetzt der Autfahrer A mit 1.50m Abstand neben der (leeren) Radspur fährt und der entgegenkommende Fahrer genauso dämlich ist und den Radstreifen NICHT befährt kommen die beiden sich natürlich ziemlich nahe. Und da die ganzen blöden Muttis mit Ihren Geländewagen sich reihenweise so die Spiegel abfahren, wurde es entfernt.

    • Helmut Seuffert schreibt:

      Anmerkung der Redaktion: Bei diesem Kommentar waren wir im Dilemma: Sollte auch hier Meinungsfreiheit und Kommentarfreiheit gelten, obwohl der Verfasser des Kommentars nicht nur Unwahrheiten schreibt, sondern sich auch noch bemüssigt fühlt, seinem Frust gegenüber anderen Personenkreisen (in diesem Falle autofahrenden Frauen) rauszulassen. Wir haben uns für die Meinungsfreiheit entschieden, weisen aber in aller Deutlichkeit darauf hin, dass die ausgeführte Begründung alleine die Interpretation des Verfassers des Kommentars ist und wir ausserdem dessen populistischen Frauenhass (..die ganzen blöden Muttis mit ihren Geländewagen …) scharf missbilligen.

  3. Papst schreibt:

    Hallo Herr Seufert. Danke für Ihre Aufklärung. Eine kurze Allgemeingütigleit vorab: Kommentare von Benutzern eines Internetforums/Internetseite spiegeln IMMER nur deren persönlich Meinung wieder. Daher ist es nicht üblich, dass die „Redaktion“ sich davon distanzieren muss oder sie missbilligend kommentiert. (Schauen Sie mal auf einer richtigen Internetseite, ist überall so.)
    Ihr Kommentar zu meinem Beitrag ist Ihnen zudem etwas überspitzt gelungen .
    Ich schrieb von ‚Geländewagen fahrenden Muttis‘ . Ergo: Ein Frauenhasser! Ich hatte Sie etwas objektiver eingeschätzt, danke dass sie mir die Augen geöffnet haben. Vielleicht entscheiden sie sich nach intensiver moralischer Beurteilung sogar, auch diesen Kommentar nochmal zu veröffentlichen? Vielen Dank.

  4. Carmen schreibt:

    Hallo Papst,
    Sie sind ja ein echter Internet-Kenner. Selbstverständlich kann jeder Blogger entscheiden, ob und welche Kommentare er veröffentlicht. Gerade Internetzer lassen sich doch von irgendwelchen „Üblichkeiten“ nichts vorschreiben. Ich zum Beispiel halte viel davon, nur Kommentare zu veröffentlichen, die entweder mit Echtnamen erscheinen oder wenn ich an der E-Mail-Adresse (die nicht veröffentlicht wird) erkennen kann, um wen es sich handelt. Das Niveau der Kommentare steigt dann ganz erheblich. Schließlich, warum sollte sich jemand die Arbeit machen, ein Blog zu schreiben, wenn er verpflichtet wäre, jeden hingerotzten Kommentar zu akzeptieren.

    Allerdings fand ich den Hinweis mit den „blöden Muttis, die sich mit Ihren Geländewagen reihenweise die Spiegel abfahren“ eher lustig.

  5. Dimmer Busch schreibt:

    Finde es eine Verschwendung von Steuermitteln, wenn man erst einen Radweg einrichtet, und dann kurz danach wieder die Markierungen entfernt. Was hat das gekostet vor 2-3 Jahren (Älter war die Markierung doch nicht ? Oder waren es 4 Jahre ?) ? Ich arbeite 40 Stunden die Woche und inkl. aller Direkter/Indirekter Steuern und Gebühren/Abgaben landet ca 45% von meinem Gehalt wieder beim Staat. Und was macht der ? Bringt Markierungen an um sie 2-3 Jahre später wieder zu entfernen. „SCHILDA“ (oder wie das heißt) lässt grüßen. Wenn man in 30er Zonen keine Radwegmarkierungen zukünftig mehr anbringt, hätte man die bestehenden ja einfach lassen können. Die verschwinden ja eh automatisch nach ca 6-7 Jahren durch Abnutzung/Korrosion/Erosion/Reifenabrieb. Insofern Steuerverschwendung in doppelter Hinsicht.

    • Christian schreibt:

      Volle Zustimmung, und nach der ganzen Geldverschwendung siehts auch noch bekloppt aus.
      Zudem sei gesagt dass es in manchen anderen Bundesländern keine „Zone 30“-Strassen ohne Bremsblumentöpfe gibt, ganz generell. Das wäre für viele Harheimer aber eher undenkbar …

  6. Paul Fremer schreibt:

    Das scheint mir offensichtlich ein ziemlicher Schildbürgerstreich zu sein. Wenn man sich mal die Mühe macht und die StVO beziehungsweise die dazugehörige Verwaltungsvorschrift genauer durchließt, erfährt man, dass in einer Tempo-30-Zone generell rechts-vor-links gelten MUSS!!!
    Wir haben hier folglich zwei Möglichkeiten:
    1. Tempo-30-Zone weg und lediglich Beschilderung mit zulässiger Geschwindigkeit 30 und dafür die Schutzstreifen wieder hin oder
    2. Tempo-30-Zone bleibt und dafür rechts-vor-links-Regelung.

    Meiner Einschätzung nach, läuft hier alles auf die Abschaffung der Tempo-30-Zone hinaus, da einige notwendige Kriterien für Tempo-30-Zonen, wie etwa Linienbusverkehr sowieso nicht erfüllt sind.
    Gleiches gilt übrigens für die Korffstraße…

    Wie man dort eine Tempo-30-Zone anordnen kann, bleibt offen. Das sollten die studierten Verkehrsplaner der Stadt Frankfurt doch eigentlich wissen…

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