15.11.2014: S-Bahn-Ausbau und Berkersheimer Bahnhof: Unterführung fällt flach.

Der Berkersheimer Bahnhof macht mal wieder Schwierigkeiten

Der Berkersheimer Bahnhof macht mal wieder Schwierigkeiten

Die Bahn baut für die S-Bahn-Linie S6 zwei zusätzliche Gleise, am Berkersheimer Bahnhof wird eine Unterführung für Fußgänger, Fahrradfahrer und den landwirtschaftlichen Verkehr gebaut, und die Erde ist eine Scheibe. Heute: Teil 2: Die Unterführung in Berkersheim.

Vor wenigen Tagen erst hatte die Bahn Frankfurts Verkehrsdezernenten Stefan Majer informiert. Nach aktuellen Untersuchungen habe man am Berkersheimer Bahnhof entdeckt, dass es beim Bau der Unterführung wegen arthesisch gespanntem Grundwasser zu grossen technischen Problemen kommen würde. Natürlich mit einem entsprechend großen finanziellen Mehraufwand. Die Baukosten würden die ursprünglich veranschlagten ca. 28 Millionen Euro leicht übersteigen und könnten bis auf 40 Millionen Euro anwachsen.

Die Bahn braucht sich darüber keinerlei Sorgen zu machen. Die Beseitigung des Bahnübergangs bezahlt zu 60% der Bund, zu 27.5% das Land und zu 11.25% die Stadt Frankfurt. Da ist die Bahn fein raus, denn sie muss nur planen und bauen, bezahlen tut ein anderer. Die Stadt Frankfurt dagegen hat offenbar die A-Karte gezogen. Denn nach neueren Kriterien beim Bundesverkehrsministerium müssen bei solch teueren Bauvorhaben unter Beteiligung des Bundes Optionen geprüft werden. Stellt sich raus, dass eine Option günstiger ist, zahlt der Bund auch nur seinen Anteil auf die günstige Variante.

Nun hat die Bahn beim Überbringen der Nachricht gleich drei Optionen vorgeschlagen. Die Lieblingsoption der Bahn ist demnach am Berkersheimer Bahnhof eine sogenannte Omega-Brücke, auf der zukünftig die Traktoren und Anhänger der Landwirtschaft verkehren. Damit ist die einspurige knapp 6 Meter breite Brücke gleichzeitig gerüstet, damit auch ein Kleinbus oder die Feuerwehr über die vier Gleise kommen. Nun bleibt nur noch das kleine Problem übrig, wie die Fussgänger, Kinderwagenschubser und Radfahrer rin in die S-Bahn und auch wieder raus kommen. Nichts einfacher als das. Für diese Klientel wird eine Rampe gebaut. Diese Kunden des ÖPNV werden zukünftig nach wie vor mit den Kleinbussen bis zum Berkersheimer Bahnhof gebracht. Jedenfalls fast. Die Buswarteschleife neben den Gleisen muss entfallen – da kommen ja die zwei neuen Gleise hin. Also kann der Bus nur bis etwa 100 Meter unterhalb der Gleise fahren. Dort ist aussteigen angesagt. Die RMV-Kunden laufen dann vom Bus bis zu den Gleisen, biegen nach 100 Meter rechts ab um auf eine Rampe zu gelangen, die sie auf eine Länge von etwa 150 Metern über den Mittelbahnsteig bringen. Dort müssen sie nur noch eine kleine Treppe hinuntersteigen, wahlweise können sie dort den Aufzug benutzen.

Das Fazit: für die 250 Meter vom Bus bis zur Bahn (bei Wind und Wetter) werden die Fahrgäste zu Fuß etwa drei Minuten länger unterwegs sein. Da wird von dem Vorteil, dass nach dem Ausbau auf vier Gleise (300 Millionen Euro Bausumme) die S-Bahn ca. 5 Minuten schneller am Hauptbahnhof ist, nicht mehr so wahnsinnig viel übrig bleiben.

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