07.12.2015 Im Niederfeld: Verkehrsberuhigung ja – Poller nein!

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Bahn frei für den Durchgangsverkehr. Im Niederfeld.

Bürger und Ortsbeiräte drängen sich vor der Ortsbeiratssitzung um die Pläne, deren Farbe noch nicht völlig trocken waren. Bis zur allerletzten Stunde hatte das Amt für Straßenbau und Erschließung wohl noch an Änderungen gearbeitet und teilweise eingeplant. Jetzt sah das Niederfeld schon wieder ganz anders aus, als vier Wochen zuvor, als dem Ortsbeirat mitgeteilt wurde, dass alle Forderungen und Verbesserungsvorschläge abgelehnt seien und es bei einer 540 Meter langen geraden Straße bleiben würde. Die rund 80 Bürger warteten gespannt, was die Fachleute nun vorstellen würden.

Und im Gepäck hatten die Planer:
– Parkwinkel auf der Straße im Niederfeld, die die Straße verengen und zudem beeinflussen, dass nicht auf dem Gehweg geparkt wird,
– eine Engstelle und farbige Markierung am Grünzug,
– Pflasterungen und Street-Print Elemente in den Wohnhöfen und im Kreuzungsbereich,
– verkehrsberuhigte Zone im Jakob-Quirin-Weg, und die
– Abpollerung der Straße im Niederfeld zum Auweg und zur Haintalstraße.

Einige Anwohner melden sich um zu erfahren, weshalb vor ihrer Einfahrt denn ein Parkplatz angelegt würde. Während diese Fragen schnell zur Korrektur aufgenommen und andere Fragen weitgehend geklärt werden, bleibt die Frage nach der Abpollerung und wird zum Streitpunkt.

Weshalb man denn den Verkehr aus dem Niederfeld ausgerechnet über den verkehrsberuhigten Bereich in der Hermannspforte leiten wolle? Ob es denn sinnvoll sei, Harheim in zwei Teile zu zerschneiden? Entrüstung auf beiden Seiten. Die Bürger im Niederfeld fürchten den Durchgangsverkehr aus dem Auweg und in den Biegen, während die Bürger in der Philipp-Schnell-Straße wissen wollen, weshalb sie die ganze Last des Verkehrs tragen sollen, nachdem sie schon jahrelang unter dem LKW-Verkehr gelitten haben.

Am Ende entscheidet der Ortsbeirat in dieser Frage anders. Die Poller zum Auweg und zur Haintalstraße (- die Planungsunterlagen sehen sogar auch eine Abpollerung der Herrmannspfort vor -) seien 2005 geplant worden, um den Verkehr aus dem Gewerbegebiet am Urnbergweg aus Harheim-Süd herauszuhalten. Da aber der Wegzug der Bauunternehmen feststehe und das Gewerbegebiet in ein Wohngebiet umgewandelt würde, gäbe es auch keinen Grund, an der Sperrung der Straße festzuhalten, da der LKW-Verkehr entfallen wird. Auch das Argument, die Anwohner im Niederfeld würden allesamt ihre Kinder mit dem Fahrrad zur Schule und KT bringen und zu Fuß einkaufen gehen, überzeugte die Fraktionen nicht. Während sie der vorgestellten Planung zustimmten, forderten sie, die Verpollerung auf den neuen Straßen zum Niederfeld – zumindest vorerst – nicht durchzuführen.

Die Diskussion darüber dauerte auch nach Ende der langen Ortsbeiratssitzung an.

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Eine Antwort zu 07.12.2015 Im Niederfeld: Verkehrsberuhigung ja – Poller nein!

  1. Hendrik schreibt:

    Ich hatte das Vergnügen, auf der Ortsbeiratssitzung anwesend zu sein, leider mit dem nicht erhofften Ausgang einer „Nichtverpollerung“. Denn im Gegensatz zu den Ortsbeiträten stelle ich sehr wohl fest, dass der „Nahverkehr“ von „Süd“ in den alten Ortskern tendenziell eher mit den Fahrrad zurückgelegt wird als mit dem Auto. Ich selbst fahre auch täglich mit dem Rad zur bahn (und nicht mit dem Auto zum Bus).
    Auch die auf der OBR-Sitzung angesprochenen Bäcker- und Metzgereinkäufe sind mit dem Auto kaum zu machen. Was weniger dem Weg über die Hermanspforte, sondern den fehlenden Parkmöglichkeiten zuzuschreiben ist.
    Weiterhin erinnere ich mich an eine frühere Sitzung, in der Herr Weiler klar äußerte, dass er davon ausgeht, dass die Verringerung der Verkehrsbelastung durch den Wegzug der Spedition (Personal kommt/geht plus die Lasterfahrten) höher ausfallen dürfte als der Neuverkehr durch die Neubebauung des derzeit noch durch die Fa. Weiler genutzten Geländes. Insofern entfällt das Argument der Anwohner der Phillipp-Schnell-Straße, da ja gar keine Mehrbelastung gegeben ist. Sehr wohl wird es aber für das Niederfeld ohne Poller zu einer Mehrbelastung kommen, da der kürzesete und schnellste Weg aus Harheim (Süd plus angrenzende Altbebauung inkl. Neubaugebiet Weiler) das Niederfeld sein wird. In der Phillipp-Schnell-Straße wirds dagegen sehr ruhig – was ich den Anwohnern durchaus gönne – aber die Verschiebung zu Lasten des Niederfeldes ist kein fairer Zug der Ortsbeiräte.
    Gefühlt jedenfalls ist die Entscheidung „contra Poller“ ein Zeichen, dass man eben doch zum Establishment in Harheim gehören muss, um seine Interessen durchzusetzen.

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