24.03.2016 Ciao Harheim, Hallo Offenbach. Weiler verlässt Harheim.

Gründonnerstag, nachmittags 17 Uhr: Ein letztes Mal quetscht sich laut hupend eine Kolonne lilafarbener LKWs  durch die Philipp-Schnell-Straße. „Ab in den Süden“ und „Hallo Offenbach“ steht auf dem letzten Wagen, einem Anhänger mit einer Warnanzeige für den Straßenbau. Die Fahrzeuge verlassen das Betriebsgelände der Straßenbaufirmen Weiler für den Umzug zur neuen Adresse in Offenbach. Schon am Vormittag besuchten Neugierige den Flohmarkt, auf dem Büromöbel, Regale, Drucker, Toner, Kabel aller Art aber auch Kühlschränke, Gläser und Tassen gegen eine Spende in die Dose mitgenommen werden konnten.

Am Nachmittag dann eine kurze Feierstunde vor Mitarbeitern und Geschäftsfreunden. Firmeninhaber Weiler und Noch-Ortsvorsteher Seuffert erzählten von dem gemeinsam vor zehn Jahren begonnenen Projekt der Verlagerung der Gewerbebetriebe und der Umwandlung in ein Wohngebiet. Sie berichteten von den Gewerbeflächen, die immer wieder angeboten wurden, die aber nie wirklich erworben werden konnten. Ein kurzes Fazit für alle Beteiligten: Acht Jahre lang hat sich die Stadt Frankfurt zwar an der Suche nach Lösungen beteiligt. Einer Lösung annähern konnte man aber erst in den letzten zwei Jahren, in denen Unternehmer  Lutz Weiler nicht mehr auf die Unterstützung aus Verwaltung und Dezernaten hoffte, sondern sich selbst nach geeigneten Flächen außerhalb von Frankfurt umgesehen hatte.

Bei der Einzugsparty am Abend in der Fredenhagenhalle in Offenbach wurde Lutz Weiler von Offenbachs Oberbürgermeister  Horst Schneider freundlich begrüßt. Offenbachs OB zeigte sich erfreut und glücklich über den mittelständischen Betrieb, der in Offenbach eine neue Heimat gefunden hat. Mit einem kleinen Seitenhieb auf Frankfurter Verhältnisse konnte Unternehmer Weiler nur vorbildlich Gutes über die Unterstützung der Stadt Offenbach berichten. Dann aber war der akademische Teil zu Ende, und die Umzugsparty mit etwa 400 Anwesenden begann erst so richtig.

Nun sind alle glücklich. Die Stadt Offenbach, dass sie einen interessanten mittelständischen Gewerbebetrieb gewinnen konnte, die Firma Weiler, weil sie mehr Raum für Entwicklungsmöglichkeiten hat und zudem kein Problem mit der Zu- und Abfahrt der schweren und großen LKWs. Und nicht zuletzt Harheim, weil dieser Stadtteil vom schweren LKW-Verkehr wiederum entlastet wird, der sich täglich durch die Philipp-Schnell-Straße gedrängt hat. Nur eine Frage konnte an diesem Abend nicht beantwortet werden: Weshalb hat das jetzt so lange gedauert?

Fakten:
Das Unternehmen Weiler ist 1962 von Wilhelm Friedrich Weiler gegründet worden. Harheim war zu dieser Zeit noch eine eigenständige Gemeinde und hat zum Kreis Friedberg gehört. 

1968 wurde das Firmengelände „Im Kalk“ bezogen, damals noch außerhalb gelegen. Der Urnbergweg sollte ursprünglich das Gewerbegebiet an die Homburger Landstraße anbinden. 

1969 wurden die ersten Wohnhäuser in unmittelbarer Nachbarschaft Im Auweg gebaut. 1972 ist Harheim nach Frankfurt eingemeindet worden. Der Anschluß an die Homburger Landstraße wurde nicht weiter verfolgt. Die unmittelbare Nachbarschaft von Wohngebiet und Gewerbegebiet führte zu Klagen der Nachbarn über den Lärm und über die schweren LKWs.

2006 wurden erste konkrete Pläne zur Verlagerung der Betriebe ausgearbeitet, mit dem Ziel, das Gewerbegebiet in ein Wohngebiet umzuwandeln.

2016 wird das Gewerbegebiet mit dem B-Plan 910 „Südlich Urnbergweg“ in ein Wohngebiet umgewandelt. 

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