01.04.2016 Schluss mit Wohnungsnot – Frankfurt will 35.000 Wohnungen in zwei Jahren bauen

Landwirtschaft

Auch am Honigberg zukünftig Wohnbebauung auf Holzhäusern auf Pfählen?

Und dann sollte plötzlich doch alles ganz schnell gehen. Nachdem sich SPD, CDU, GRÜNE und FDP im Römer tagelang immer wieder hinsichtlich der Frage von Bevölkerungswachstum und Wohnungsnot im Kreis gedreht hatten – dann plötzlich am Donnerstag abend der epochale Durchbruch. Nach einem Vortrag von Dr. Peter Haueisen von der Allianz AG zusammen mit Frank Junker von der AGB Holding über die aktuelle Allianz Wohnraum-Studie einigten sich die vier Parteien im Römer auf einen sensationellen Wendepunkt in der Wohnungspolitik der Stadt Frankfurt. Die Main-Metropole wird damit Vorreiter für ganz Deutschland, wenn nicht gar in Europa, für die Bekämpfung von Wohnungsnot.

Hier die drei Kernpunkte zusammengefasst: Im Stadtgebiet wird ab sofort noch viel mehr hochwertiger Wohnraum geschaffen als in der Vergangenheit. Als Maßstab gilt das Europaviertel und mit dieser Zielvorstellung sollen das Ostend und Nordend und alle attraktiven Innenstadtlagen großflächig hochwertig saniert und verdichtet werden. Der AGB-Holding – in der Vergangenheit schon als Bauherr hochwertigen Wohnraums bestens bekannt – kommt dabei eine große Bedeutung von viel Arbeit zu. AGB-Chef Frank Junker freut sich darauf: „Bauen um jeden Preis – das ist unser Job“. Mit dieser Nobel-Bebauung sollen die Innenstadtlagen für Besserverdienende attraktiv gemacht werden. Vom Zuzug dieser hochbezahlten Neufrankfurtern erhofft man sich eine deutliche Steigerung des Konsums und der Nachfrage nach hochwertigen Konsumgütern in den Shopping Malls der Innenstadt, die wiederum den Frankfurter Gewerbetreibenden insgesamt zu Gute kommen. Dafür soll auf eine Steigerung des Gewerbesteuerhebesatzes verzichtet werden.

Kernpunkt zwei: Für die Schicht der weniger gut gestellten Frankfurter sollen vorwiegend auf den Grünflächen im Frankfurter Norden – also auch dem Pfingstberg – innerhalb von zwei Jahren – etwa 35.000 neue Wohnungen in Holzmodulbauweise entstehen. Dabei greifen die Planer zu einem genialen Trick: Diese Häuser sind nicht unterkellert und stehen ähnlich wie Pfahlbauten stabil auf dicken Röhren, somit bleibt die überbaute Fläche als Grünfläche erhalten und wird nicht versiegelt. Die Holzmodulbauweise ermöglicht, dass diese Bauten innerhalb von Stunden demontiert werden können, somit gelten sie lediglich als „mobile Anlage“ und nicht als dauerhaftes Bauwerk und sind damit mit der Grüngürtelsatzung aber auch mit den Vorschriften der Landschaftsschutzverordnung vereinbar. Vergleichbare Musterhäuser wurden erst vor wenigen Tagen am Alten Flugplatz Bonames aufgestellt. Als Gag an der Sache stellte AGB-Chef Frank Junker die Röhren vor, auf denen diese Häuser stehen: „Das Bauwerk besteht zu fast 100% aus Holz aus regenerativem Anbau. Durch die Röhren werden außerdem praktisch kein einziger Quadratmeter Grün dauerhaft versiegelt. Ökologischer kann man gar nicht bauen.“  Die Frage nach einer Verkehrserschließung wird gleichzeitig nicht minder elegant gelöst. Zuwege in diesen Holzmodulsiedlungen gibt es nur für Fußgänger und Fahrrädern auf wassergebundenen Wegen. Auf eine teuere Abstellfläche für PKWs wird generell verzichtet, um die Kosten für Wohnen noch ökonomischer zu gestalten. In erreichbarer Nähe sollen zudem Car-Sharing Points eingerichtet werden. Die nächste S- oder U-Bahn wird über Fahrradwege angeschlossen werden. „Diese Bebauung wird nicht nur sehr ökonomisch sondern zudem als Musterbeispiel ökologischen Bauens in die Geschichte eingehen“, da ist sich Frank Junker ganz sicher.

Kernpunkt drei: die Landwirtschaft. Das Problem, das der CDU-Fraktion am meisten Bauchgrimmen verursacht hatte. Aber nach einem Vortrag eines Landwirtschaftsexperten waren auch die Frankfurter Christdemokraten davon überzeugt worden, dass Landwirtschaft nach wie vor im Frankfurter Norden ein Existenzrecht hat, jedoch nicht in Form einer industriellen Massenproduktion von Nahrungsmitteln sondern weitgehend ausschließlich zur Produktion weniger aber dafür äusserst hochwertiger Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln. Die von den Landwirten auf den Grünflächen errichteten Lagerhallen, die mehrheitlich aktuell gar nicht landwirtschaftlichen Zwecken dienen sondern zumeist für gewerbliche Zwecke weitervermietet sind, sollen abgerissen und renaturiert werden, um deutlich sichtbare Zeichen zu setzen, dass Frankfurt ernst macht mit dem Erhalt von Landwirtschaft und Grünflächen bei gleichzeitigem sozialen gerechten Ausbau von preiswertem Wohnraum.

Noch am gleichen Abend wurden gleichzeitig erste Informationen über den Zuschnitt des neuen Magistrats bekannt. Das Umweltdezernat, das Integrationsdezernat mit allen Bereichen der Integration und Migration sowie ebenfalls der Bereich „ökonomisch Wohnen“ wird in einem Öko-Dezernat unter Leitung von Olaf Cunitz (Grüne) übernommen. Die SPD erhält das sogenannte VW-Dezernat  – Verkehr und Wohnen – während Uwe Becker von der CDU  weiterhin Kämmerer sein wird bis sich
2018 zeigt, ob er oder Peter Feldmann (SPD) zukünftig Oberbürgermeister sein wird – der unterlegene Kandidat wird dem Vernehmen nach auf einem gut dotieren Posten bei der AGB-Holding weiterhin die Wohnbebauung der grünen Flächen in Frankfurt fördern, solange es die noch gibt.

„Nun scheint Frankfurt doch bestens für die Zukunft gerüstet zu sein“, bemerkte ein sichtbar zufriedener SPD-Chef Mike Josef am Abend.

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Eine Antwort zu 01.04.2016 Schluss mit Wohnungsnot – Frankfurt will 35.000 Wohnungen in zwei Jahren bauen

  1. Wampe93 schreibt:

    Helmut was haste geraucht? Is noch was da?

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