12.05.2016 Wirtschaftsschädlinge oder erhaltenswerte Natur? Störche brüten in Harheim

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Storch. wertloser Kapitalvernichter oder wertvolles Element der Natur?

Mittlerweile sind die Harheimer Störche schon fast Touristenattraktion. Enkel führen ihre Großeltern zu dem Storchennest auf den Feldern zwischen Harheim und Bonames. Genauso beliebt ist die Storch-sightseeing-tour für Hundebesitzer, die ihren Vierbeinern Auslauf verschaffen und nebenbei darauf hoffen, das Storchenpaar in action zu sehen. Meistens ist nicht viel zu sehen, aber gelegentlich steht dann schon einer der zwei Klapperstorchexemplare in dem Nest hoch oben auf dem Mast und ruht sich vom Futterbeschaffen aus. Was das Ehepaar Storch macht, wenn sie gerade nicht zu Hause sind, ist unbekannt.

Storch_0365Nun ist die Idylle aber möglicherweise bedroht. Der Ortsbeirat hat in der Mai-Sitzung beantragt, den Bauverkehr, der durch den Abriss und die Neubebauung des Weiler-Areals entsteht, nicht durch die erst im letzten Jahr sanierte Philipp-Schnell-Straße zu leiten und auch nicht durch die Straße im Niederfeld, die ja in den nächsten Monaten erst fertig ausgebaut werden soll. Nach dem gemeinsamen Antrag der CDU und BFF im Ortsbeirat soll der LKW-Bauverkehr über den Urnbergweg auf befestigten landwirtschaftlichen Wegen bis zur Nidda, dann rechts abbiegend unter der Storchenwohnung vorbei bis zum Harheimer Weg geführt werden. Tatsächlich auf den ersten Blick ein guter Gedanke, den lange Jahre vom LKW-Verkehr gebeutelten Bürgern mehr Ruhe und Frieden zu verschaffen, und nicht jetzt, nach dem Wegzug der Bauunternehmen gleich wieder unzählige LKWs durch die engen Straßen rumpeln zu hören.

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Feldweg oder Straße für LKW?

Fraglich ist jedoch, ob diese schöne Idee tatsächlich umsetzbar ist. Die landwirtschaftlich stark besetzte CDU Fraktion ist genauso wie der BFF Ortsbeirat Alfred Quirin überzeugt davon, dass Wege, auf denen ein Traktor mit Anhänger Rüben fahren kann, auch für den Transportverkehr von 40-Tonner LKW mit Aushub und Steinen geeignet ist. Ungeklärt ist jedoch immer noch die Frage, was passieren wird, wenn sich auf dem etwa 2,4 Kilometer langen Weg zwei Schwerfahrzeuge begegnen. Wird dann einer der LKWs kurzzeitig einfach mal übers Raps- oder Getreidefeld rumpeln? Ein weiteres Problem könnten nun auch gerade die Störche sein. Wie werden die reagieren, wenn Lastwagen für Lastwagen an ihrem Storchennest vorbeipoltert?

Wenigstens der BFF-Ortsbeirat hat dafür eine glasklare Antwort. Die Naturschützer seien alle nur „Wirtschaftsschädlinge“ und „Kapitalvernichter“, so das Bekenntnis des CDU-Partners Alfred Quirin in dieser Frage. Das ist sicherlich der passende Einstieg ins Gespräch für den frischgebackenen Ortsvorsteher Dr. Frank Immel (CDU), wenn er versuchen wird, die Untere Naturschutzbehörde davon zu überzeugen, dass der Schwerverkehr auf Feldwegen eine ganz feine Sache ist.

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