03.06.2016 Zweiter Anlauf Flüchtlingsunterkunft: Jetzt mit Satteldach im Reihenhaus

Im Niederfeld

Fertigstellungstermin verschoben. Noch kein Baufortschritt Im Niederfeld

Flüchtlingswohnungen. Erst Riesenlärm – und was ist jetzt? Keine andere Veranstaltung in den letzten zehn Jahren erschütterte das kleine Harheim heftiger, wie die Präsentation der Flüchtlingsunterkunft im Niederfeld im Januar. Das Sozialdezernat stellte zusammen mit dem Roten Kreuz als Träger den Plan vor, das Grundstück – ursprünglich für ein Seniorenwohnprojekt vorgesehen – mit einem Flachdachbau in Holzmodulbauweise zu bebauen. In neun Appartements mit knapp 40 Quadratmeter sollten Senioren wohnen. Die anderen 27 Appartements gleicher Größe würden mit etwa 110 Flüchtlingen belegt werden. „Das werden ausschließlich Familien sein“ war die von vielen gehörte Zusage. Also wohl nichts mit alleinstehenden, jungen, gewaltbereiten Männern. Trotz Zusage konnte Angst und Gerücht jedoch nicht völlig ausgeräumt werden. Es blieb bei einer deutlich fühlbaren Ablehnung. Umso deutlicher fühlbar, je näher die Bürger an dem besagten Grundstück wohnten.

Flüchtlingsunterkunft am Hubschrauberlandeplatz Bonames

Holzmodulbauweise in Bonames. Waren diese Holzmodule für Harheim bestimmt? 

Dann: Stille nach dem Sturm. Während schon früh zum Ärger der Nachbarn vorsorglich das Grundstück gerodet wurde und der Bau des Holzbauwerks für April angekündigt war, tat sich nun gar nichts mehr. Die Bauaufsicht ließ vermelden, dass eine beträchtliche Anzahl von Einsprüchen seitens der Nachbarn eingegangen wären, die alle akribisch geprüft würden. Wenige Tage nach der Kommunalwahl im März war dann eine andere Flüchtlingsunterkunft unversehens in die Schlagzeilen geraten: das Holzmodulbauwerk am Hubschrauberlandeplatz in Bonames. Waren das die Bauteile, die ursprünglich in Harheim stehen sollten?

Aber jetzt geht es völlig überraschend doch weiter. In der nächsten Ortsbeiratssitzung wird wieder Manuela Skotnik vom Sozialdezernat die neuen Planänderungen vorstellen. Begleitet wird sie wieder von Dirk Dallwitz vom Roten Kreuz. Das Rote Kreuz hat sich offenbar von der Holzmodulbauweise verabschiedet und plant nun konventionell gemauerte Stein-auf-Stein Reihenhäuser, die ein fränkischer Unternehmer dort bauen soll. Die Häuser mit ca. 120-140 m² Wohnfläche können ganz einfach in drei Einheiten unterteilt werden, so erfahren die Bürger und einige Ortsbeiräte bei akribischem Studium aus der wie immer gut informierten Tagespresse. Das ursprüngliche Agreement, zuerst die Ortspolitiker zu informieren, bevor Tatsachen aus der Presse zu entnehmen sind, ist mit dem Beginn einer neuen Wahlperiode offenbar auch nicht mehr gültig.

Geblieben ist es dagegen bei der Idee, Flüchtlinge zusammen mit Senioren unterzubringen. Geblieben ist es bei der Pro-Kopf-Wohnfläche von etwa 20 m² pro Person, vom CDU-Ortsbeirat Stefan Quirin in der ersten Vorstellungsrunde liebevoll als „Kaninchenställe“ bezeichnet. Geblieben ist es wohl auch bei der Anzahl der Parkplätze im Bereich um ein Dutzend. Da geht man wohl immer noch davon aus, dass Migranten und Senioren keine PKW-Stellplätze belegen.

Geändert hat sich dagegen die Dachform und das Baumaterial. Das ändert doch alles. Oder?

Vorstellung der geänderten Planung
Wohnhäuser für Flüchtlinge und Senioren
Ortsbeiratssitzung 
Montag, 13. Juni 2016
20 Uhr
Bürgerhaus Harheim

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Eine Antwort zu 03.06.2016 Zweiter Anlauf Flüchtlingsunterkunft: Jetzt mit Satteldach im Reihenhaus

  1. Angelo schreibt:

    Ich sage nur „Alter Wein in neuen Schläuchen“. Bisher scheinen nur bauliche Fortschritte erkennbar zu sein. Das Projekt ist für die Lage aber überdimensioniert. Bei mehr als 60 Flüchtlingen sind Spannungen vorprogrammiert. Interessant ist, ob der Betreiber auch an seinem notdürftigen Konzept was geändert hat. Die Leute müssten langfristig integriert werden und Angebote vor Ort haben. Harheim hat da außer Sportvereinen und dem Netto nicht viel zu bieten… Das sollte auch dem Betreiber/ der Stadt klar sein, wenn sie nicht völlig ignorant sind.

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