04.09.2016:Klein und unscheinbar. Aber wertvoll. Naturschutzgebiet Harheimer Ried.

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„Naturschutzgebiet“ kann man ja gar nicht mehr lesen.

Die armenische Brombeere, erkennbar an der weißen Unterseite der Blätter, macht sich ganz schön breit auf dem Zugang ins Naturschutzgebiet „Harheimer Ried“. „Wenn das Gestrüpp noch zunehmen sollte, dann werden wir da mal zurückschneiden müssen“ sagt Dirk Bönsel, einer der zwei Fachleute aus dem Senckenberg-Institut, die den knapp zwei Dutzend Teilnehmern Hintergrundwissen zum Harheimer Ried vermitteln wollen. Genau jenes Institut übrigens, das

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Rickie(9) hat einen Frosch gefangen.

schon vor vielen Jahren darauf hingewiesen hat, dass im Harheimer Ried nicht nur Tiere und Pflanzen die rote Liste hoch und runter vertreten sind, sondern dass hier auch die letzten Salzwiesen in Frankfurt zu finden sind. „Zurückschneiden – aber darf man denn einfach in ein Naturschutzgebiet eingreifen“ fragt ein irritierter Teilnehmer, und die Antwort überrascht: „man darf nicht nur, wir müssen“. Zum Erhalt der Salzwiesen ist es wesentlich, dass ein oder zweimal im Jahr die Wiese gemäht wird.  Nur so wird das ökologisch wertvolle Biotop am besten unterstützt. Sonst würden die wertvollen seltenen Pflanzen erdrückt und erstickt werden.

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naturbelassen

Derweil die erwachsenen Teilnehmer den Erklärungen der Fachleute folgen, macht sich der jugendliche Teil der Besucher dran, einige wildlebende Heupferdchen oder Frösche einzufangen, die hier einfach auf dem Boden entlang hüpfen. Die anfängliche Scheu vor den plötzlich springenden Schrecken und Grillen verfliegt schnell. Andreas Malten, der zweite Experte aus dem Senckenberg-Institut, ist der zuständige Fachmann fürs

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Dirk Bönsel erklärt

Harheimer Tierleben und kennt offenbar die lateinische Gattungsbezeichnung aller lebenden und toten Tiere im Ried aus dem Effeff und kann zu allen Tierchen, die Rickie(9) und Melanie (11) eingefangen haben das notwendige biologische Hintergrundwissen liefern.

Die Erwachsenen plagen sich mit anderen Fragen „Dürfen denn die Brombeeren im Naturschutzgebiet gepflückt werden?“ – „Nein“ meint Dirk Bönsel, „eigentlich nicht.“ Aber Verwarnungen kann er heute ohnehin mangels Formularen nicht ausstellen. Also kosten viele Exkursionsteilnehmer noch ein wenig von den süßen Beeren.

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Der Grashüpfer fühlt sich auf der Hand von Melanie(11) wohl

„Wie groß ist das Naturschutzgebiet?“ Christa Mehl-Rouschal vom Umweltamt weiss es genau: 4,98 Hektar. Denn nur, wenn ein Naturschutzgebiet kleiner als 5 ha ist, kann es als kommunales Naturschutzgebeit ins Leben gerufen werden.

„Ist der Storch eher eine Bedrohung für das Naturschutzgebiet oder eine Hilfe?“ – „Naja, wir freuen uns zwar, dass der Storch hier gelandet ist. Der Kiebitz ist da allerdings weniger froh, denn der Storch frisst vielleicht auch junge Kiebitze….“

Damit ist die kleine Gruppe auch wieder am Ausgang angekommen. Ganz versehentlich gräbt Andreas Malten noch eine Geo-Cache-Box aus. Was man so alles finden kann, im Naturschutzgebiet …

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der Grashüpfer.

Und die jugendlichen Teilnehmer? Die haben das aus dieser Perspektive gesehen:

Am 3. September haben sich ca. 20 Personen zu einer Begehung des Harheimer Rieds getroffen. Als Begleiter waren 2 Doktoren des Senkenbergmuseums und Helmut Seufert als Fotograf dabei. Es war sehr interessant und vor allem den Kindern hat es viel Spaß gemacht. Besonders cool war es Heuschrecken und Frösche auf der Hand sitzen zu haben.
Auf dem Weg haben wir schöne Mäusebussard-Federn entdeckt.
Der Bussard kreiste kreischend über seinem Revier als er uns entdeckte.
Dank den Doktoren haben wir sehr viel über das Harheimer Ried erfahren. Und Herr Seuffert hat sehr schöne Fotos gemacht.
Die Führung dauerte ca. 1 Stunde und war ganz schön interessant.

(Melanie Kleinschmidt)

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Eine Antwort zu 04.09.2016:Klein und unscheinbar. Aber wertvoll. Naturschutzgebiet Harheimer Ried.

  1. Felix Rausch schreibt:

    Hallo Herr Seuffert,
    gibt es die Möglichkeit von solchen Führungen frühzeitig zu erfahren. Habe leider nur den Zettel am netto entdecken können ( leider zu spät).

    Gruß
    Felix Rausch

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