16.12.2016 Tiefer Graben zwischen Berkersheim und Harheim – oder: wie kommen Frankfurter zukünftig nach Frankfurt?

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Kein Durchkommen mehr in Berkersheim

Die Deutsche Bahn AG macht langsam Ernst mit dem Ausbau der S-Bahn-Linie auf vier Gleise. Anfang 2017 will die Bahn mit den Planungen konkret beginnen. Hinsichtlich der Gleise sind die meisten Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt. Völlig unklar ist nur noch, wie am Berkersheimer Bahnhof die Fahrgäste zur und in die Bahn kommen sollen. Und außerdem, wie Fußgänger und Fahrradfahrer nach dem Ausbau die Schienen überqueren können. Einmal mehr hat deshalb der Ortsbeirat auf Antrag der Grünen den Magistrat aufgefordert, die aktuellen Planungen vorzulegen. Lieder spricht vieles aber dafür, dass es gar keine aktuellen Planungen gibt, sondern dass die Pläne in irgend einer Schublade schlummern.

Die Stadt Frankfurt will den Ausbau seit Jahren, um die S6 zu beschleunigen, die immer wieder wegen den Güterzügen warten muss. Auf eigenen Gleisen sollte zwischen Bad Vilbel und dem Westbahnhof mindestens 5 Minuten Fahrtzeit eingespart werden.

Aber wie so häufig steckt der Teufel im Detail. Der schienengleiche Bahnübergang mit Schranke ist bei vier Gleisen nicht mehr zulässig. Wie sollen nach dem Ausbau die vier Gleise von Fahrgästen, Fußgängern und Radfahrern überquert werden? In Berkersheim war zunächst eine Unterführung vorgesehen. Ende 2014 hatten die Ingenieure der DB jedoch überraschenderweise festgestellt, dass in Berkersheim am Hang arthesisch gespanntes Grundwasser auftritt, was die Baukosten des Unterführungsbauwerks ganz erheblich nach oben treiben würde, nämlich auf etwas über 30 Millionen Euro. Für die DB kein Problem. Die Bahn muss das Bauwerk nur planen und bauen aber nicht bezahlen. Mehr Problem für die Stadt Frankfurt, denn das Bundesverkehrsministerium würde die Zuschüsse nur auf den Anteil einer preisgünstigsten Alternative bezahlen. Die Stadt Frankfurt würde daher auf über über 20 Millionen Kosten für das Bauwerk sitzenbleiben.

Aber wie könnte die Alternative aussehen? Die Verkehrsführung über den Wiesengarten etwas weiter südlich ist zu steil. Außerdem müsste Radverkehr noch irgendwie zur S-Bahn-Haltestelle kommen. Eine Omegabrücke könnte über die Gleise führen, gefällt aber den Berkersheimern nicht, weil zu viel Schleichverkehr aus Harheim darüber fahren würde. Für die Berkersheimer wäre eine Brücke Richtung Bad Vilbel ideal, die von Harheimer Seite über die Gleise führt und irgendwo auf dem Acker bei Berkersheim Ost endet. Dann wäre das Thema Schleichverkehr beendet und die Traktoren könnten auch über die Schienen zu den Feldern auf der anderen Seite kommen. Für die Bauern wäre das Problem gelöst. Für den Radverkehr, die Benutzer der Kleinbusse und Menschen zu Fuß jedoch nicht.

Bleibt letztlich noch die Frage: wie kommen die Frankfurter aus Harheim zukünftig nach Frankfurt? Der 25er Bus wird an der S-Bahn-Haltestelle nicht mehr halten können. Wie Menschen mit Rollator, Kinderwagen oder Fahrrad in und aus der S-Bahn S6 kommen, ist ungeklärt. Mit dem Fahrrad schnell nach Preungesheim oder zum Frankfurter Berg wird nicht mehr gehen, weil man nicht über die Schienen kommt. Den Rest zur Abschottung besorgt vermutlich der Lärmschutzwall, der zwischen Schienen und Berkersheim aufgestellt wird.

Für Frankfurter aus Harheim gibt es über die S6 oder über Berkersheim also vielleicht kein Durchkommen mehr in die Innenstadt. .
Während die Fahrradfahrer vielleicht noch die idyllische Strecke an der Nidda entlang bis zur Homburger Landstraße nutzen können, wird für Autofahrer die Fahrt nach Preungesheim oder zum Wickenweg am Frankfurter Berg spätestens dann zur längeren Reise, wenn das Baugebiet Bonames Ost mit der Ortsumgehung gebaut wird. Wer dann zum Frankfurter Berg will, fährt bei Ikea auf die Autobahn bis nach Eckenheim um dann über die Bad Homburger Landstraße wieder nördlich zum Frankfurter Berg zu fahren. Die Strecke mit dem Rad zu fahren wäre allemal viel, viel näher und schneller. Wenn man in Berkersheim nur über die Schienen käme.

Die Frage bleibt: Wie kommen die Frankfurter aus Harheim nach Frankfurt?

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