06.04.2017 Traumbahnhof Berkersheim, die Omega-Brücke, der Bus und das vierte Gleis.

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Kein Durchkommen mehr in Berkersheim?

Das hatte sich die Deutsche Bahn so einfach vorgestellt: Zwei zusätzliche Gleise zwischen Bad Vilbel und Frankfurt und dann stören sich die Güterzüge und der S-Bahn-Verkehr nicht mehr, die Menschen im  Frankfurter Norden können schneller in die Frankfurter Innenstadt fahren. Wenn da nicht der Teufel im Detail stecken würde. Eines dieser Details ist der Berkersheimer Bahnhof. Die Bahnschranke über gleich vier Gleise darf es nicht geben, die DB ist aber verpflichtet, die Funktionalitäten wieder einzurichten, also auch wieder dafür zu sorgen, dass die Verkehrsteilnehmer – Fahrräder, Traktoren, Fußgänger – auf die andere Seite kommen. Die erste Idee war genial. Eine Unterführung sollte gebaut werden. Notorisch besserwissende Berkersheimer äußerten schon vor 10 Jahren Zweifel an der Machbarkeit. Das Grundwasser sei dort nicht beherrschbar. Die Ingenieure der DB hatten ein paar Jahre mehr gebraucht, um das rauszukriegen. Ende 2014 war klar, dass wegen arthesisch gespanntem Grundwasser aufwändige und teure Technik erforderlich wäre, wolle man bei der Idee der Unterführung bleiben. Also wurde die nächste geniale Idee wiedergeboren: Die Omega Brücke. Vor zehn Jahren zwar schon verworfen – jetzt wurde die Idee aus der Rumpelkiste wieder rausgeholt und abgestaubt. Nun meldeten sich aber die notorisch besserwissenden Harheimer. In dem ersten Entwurf war die Bushaltestelle zum Zubringerkleinbus viel zu weit weg vom Bahnsteig und zudem wurde darüber diskutiert, die Radfahrer durch die Pampa zur Unterführung Im Wiesengarten zu schicken. Auf Antrag der GRÜNEN forderte der Ortsbeirat schon 2014 also: Der Weg über die Berkersheimer Bahnstrasse ist die schnellste Verbindung per Fahrrad nach Preungesheim und in die Innenstadt. Dieser Weg dürfe nicht behindert werden. Und: der Fußweg beim Umsteigen von Bus zu Bahn – oder auch andersherum – darf keinesfalls länger als 100 Meter sein. Daher solle geprüft werden, ob die Bus-Haltestelle direkt auf der Brücke eingerichtet werden kann.

Entsprechend groß war die Freude bei den Harheimer Grünen, als vor wenigen Tagen bei einer Gesprächsrunde im Verkersdezernat der aktuelle Plan der Omega-Brücke gezeigt wurde. Die Bushaltestelle war tatsächlich auf der Berkersheimer Seite der Omega-Brücke eingeplant. Von dort aus kommen die Fahrgäste auf Rampen zum Bahnsteig – eine Entfernung von etwa 100 Meter – und die Radfahrer können ganz normal die Omegabrücke überqueren – und müssen nicht mehr wie jetzt mitunter eine Viertelstunde oder gar länger auf das Öffnen der Schranken warten.

Da könnte doch alles traumhaft sein. Nicht gerade häufig kommt es vor, dass Ortsbeiratsanträge so umfänglich in die Planung aufgenommen werden. Nur ist da noch ein Haken an der Sache.

Bis zum heutigen Tag ist die Unterführung einzige Planung, die planfestgestellt ist, und also gebaut werden dürfte: genau die Unterführung, die die DB schon lange verworfen hat. Eine alternative Planung ist noch nicht in Sicht. Auch das Omega-Brückenbauwerk muss die Planfeststellung durchlaufen. Und sowas kann dauern. Wenn die DB daher schon Ende 2017 mit dem Ausbau der zusätzlichen Gleise beginnen will, besteht die Gefahr, dass am Berkersheimer Bahnhof auf absehbare Zeit ein Provisorium eingerichtet wird, bis dort – mit Verspätung – die Brücke gebaut wird. So lange vermutlich wird die alte Holzbrücke noch gebraucht. Sie wird verlängert und wer nicht brückenlaufen kann muss eben warten, bis die Schranken hochgehen.

Also muss die Omega-Brücken-Party vorläufig noch verschoben werden. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

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