09.11.2017: Rückschnitt an Weiden an der Nidda – Pflege oder Verstümmelung?

Die Weide an der Nidda

Verstümmelt oder gepflegt?

Klaus H, Harheimer seit den Siebzigerjahren war entrüstet. „Das kann doch nicht wahr sein. Die haben die Bäume an der Nidda schon wieder abgeholzt oder brutal zurückgeschnitten. Wer ist dafür verantwortlich?“ Tatsächlich waren im Oktober eine ganze Reihe von Bäumen im Mündungsbereich des Eschbachs am Ufer der Nidda drastisch zurückgeschnitten. Und das kommt bei vielen Harheimern gar nicht gut an. Für die sind Bäume noch ein richtig wertvoller Faktor einer gesunden Natur.

Wer für den Rückschnitt verantwortlich ist, das ist nicht leicht zu klären. Je nachdem, wo ein Baum steht, kann er im Einflussbereichs des Grünflächenamtes stehen, oder der Stadtentwässerung Frankfurt oder aber der Wasserverband Nidda in Friedberg ist für den Baum und dessen Wohlergehen verantwortlich, nur ist dessen eigentliche Aufgabe der Schutz des Gewässers. Tatsächlich steht auch für Harheimer Ortsbeiräte der „Wasserverband Nidda“ schnell unter Verdacht, die Säge nicht von den Bäumen lassen zu können. Denn während das Grünflächenamt Frankfurt über jeden Baum, der gefällt werden soll, den zuständigen Ortsvorsteher informiert, haben sich die Wasserschützer in Friedberg mit Informationen über Fällungen oder Rückschnitte in der Vergangenheit ausgesprochen zugeknöpft gezeigt.

Auch beim aktuellen Fall der zurückgeschnittenen Weiden beteuerten alle in Frage kommenden Akteure schulterzuckend, dass sie dort mit der Säge zugange gewesen wären. Aber wer war es dann?

Beim spontanen Besichtigungstermin am regnerischen Donnerstagmorgen kommt dann doch überraschend Licht ins Dunkel. Ein freundlicher Herr in Arbeitskleidung eines Gartenarbeiters stellt sich vor als der zuständige Betrieb für Pflege und Fällungen für den Wasserverband Nidda. Er habe ein paar wenige Bäume an der Nidda auf Harheimer Gebiet zurückgeschnitten, weil die Gefahr gedroht habe, dass die Kopfweiden aufgrund ihres eigenen Gewichts von oben bis unten aufreißen und danach gar nicht mehr zu retten sind. Fachkundig und ruhig erklärt er den anwesenden Harheimern, den Vertretern der SEF und dem Ortsbeirat, dass der drastische Rückschnitt der Weide überhaupt nichts ausmache. Im Gegenteil. Im Frühjahr wachse die Weide innerhalb weniger Wochen wieder zu ihrer alten Größe heran. Nur, dass es keine Information über den Rückschnitt gegeben habe, das nehme er bedauernd auf die eigene Kappe.

Bei den anwesenden Bürgern und Vertreter der SEF können nicht alle Zweifel völlig ausgeräumt werden. Dennoch findet sich immerhin der Konsens, in Zukunft etwas enger zu kooperieren und zu informieren.

„Na, dann hoffen wir mal …..“ sagt Klaus H. und regt bei der Vertreterin der SEF gleich mal an, doch noch ein paar weitere Weiden im Uferbereich nachzupflanzen.

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