04.12.2017 Endgültiges Aus für Autobahnabfahrt Bonames

Zeithistorisches Verkehrsschild

Zeithistorisch wertvolles Schild: Anschlussstelle F-Bonames wird am 16.07.2005 geschlossen. Und nie mehr geöffnet.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) will die seit zwölf Jahren stillgelegte Autobahnabfahrt Kalbach/Bonames rückstandslos zurückbauen. Damit wird endgültig die Hoffnung vieler Bürger in Harheim, Nieder-Erlenbach und Kalbach begraben, eine weitgehend umweglose und schnelle Zufahrt von und zur Autobahn 661 zu haben. Kaum jemand kann sich noch erinnern, weswegen die Abfahrt Bonames geschlossen worden war. Eine große Rolle dabei hat der ehemalige legendäre Planungsdezernent Martin Wentz (SPD) gespielt. In den 1980er und 90er Jahren wuchs unter seiner Ideengebung ein Bauplan zur Umgestaltung des Frankfurter Nordens. Der erste Versuch, den Schlachthof aus Sachsenhausen nach Nieder-Eschbach zu verlegen, damit das Areal am Schlachthof für Wohnbebauung genutzt werden könnte scheiterte zwar im ersten Anlauf und wurde abgelöst von der praktischen Überlegung, dass in Frankfurt auch ein Ikea-Möbelhaus vertreten sein muss. Als Standort war das Gewerbegebiet Nieder-Eschbach auserkoren. Und da nur ein Ikea und daneben ein Hornbach zu wenig ist, plante der oberste Frankfurter Planer gleich noch das Gewerbegebiet am Martinszehnten. So viel Gewerbe zieht entsprechend Arbeitnehmer und Verkehr an. Dieses Gesamtkonzept der Umgestaltung des Frankfurter Nordens packte daher noch das Baugebiet Bonames-Ost hinein, zusammen mit einer Umgehungsstrasse, die den Verkehr aus Bonames herausholen sollte und den Kfz-Verkehr an Bonames-Ost vorbei über die Berner Straße direkt bis zum neuen Autobahnanschlusspunkt Frankfurt Nieder-Eschbach leiten sollte. Soweit das ordentliche und schlüssige Konzept.

Anfangs des neuen Jahrtausends war mehr als die Hälfte des Konzepts umgesetzt. Ikea und Hornbach wohnten auf der Nieder-Eschbächer Gewerbegebietsseite und auf der anderen Seite der Autobahn residierten Hessol, McDonalds und die Großmarkthalle im Gewerbegebiet „Am Martinszehnten“. Alle die neu angesiedelten Betriebe samt ihrer Kunden konnten über den neuen Autobahnanschluss „Nieder-Eschbach“ einfach hin- und wieder wegfahren. Das Baugebiet Bonames-Ost erwies sich dagegen wegen dem zähen Widerstand der Bonameser als problembehaftet, überdies waren die Zahlen der Zuzügler nach Frankfurt ein paar Jahre rückläufig. Wo kein Baugebiet, da auch keine Umgehungsstraße. Kurz: das gesamte schöne Projekt wurde in halbfertigem Zustand einfach für „vollkommen“ erklärt und mit der Eröffnung der neuen Autobahnauffahrt Nieder-Eschbauch die alte Auffahrt in Bonames für überflüssig. Seitdem fahren die Harheimer und die Nieder-Erlenbacher nicht mehr in Bonames von der A661 und dann über die Obere Kalbacher Straße und den Harheimer Weg nach Hause. Jetzt fahren sie an der Autobahnabfahrt Nieder-Eschbach raus und den rund zwei Kilometer längeren Weg über die Obere Kalbacher Straße und den Harheimer Weg. Die Planungs- und Verkehrsexperten hatten darauf bestanden, dass sich dadurch eine deutliche Verkehrsentlastung in Bonames ergäbe. Vor allem, wenn die Harheimer aufgrund des komplizierteren Wegs vielleicht doch geneigt sind, über Bad Vilbel über die B3a zur A661 zu fahren.

Anfangs wehrten sich die Nordfrankfurter noch tapfer, was immerhin soweit gegangen ist, dass Frankfurter Bundestagsabgeordnete das Problem damals zur Sache des Bundesverkehrsministers Wolfgang Tiefensee (SPD) machen wollten. Ausgebremst wurde diese Initiative aber nachhaltig durch Störfeuer der zuständigen hessischen Verwaltung.

Den Normalbürgern war in diesem gesamten Durcheinander immer noch nicht verklickerbar, weshalb „Autobahnabfahrt Bonames“ geschlossen werden musste. Die unterschiedlichen Stadtregierungen Frankfurts entschlossen sich dazu, das Problem als nicht-existent zu behandeln. Jetzt sind wieder ein paar Jahre vergangen und der seit 2016 neue Verkehrsdezernent (SPD) hat nun doch noch mit den Menschen im Frankfurter Norden ein paar Hühnchen zu rupfen, und nimmt sich des Fehdehandschuhs an. Er berichtet, dass der Landesrechnungshof 13 Millionen Euro von der Stadt Frankfurt zurückfordern wollte, wenn die ehemalige Autobahnzufahrt und das jetzige Biotop nicht endlich zurückgebaut werden sollte. Diese 13 Millionen kann man sich ja schließlich sparen.

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