09.01.2018: Radschnellwege – die Autobahn für die Radfahrer

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Freie Fahrt für Fahrräder

Die Vorbereitungen laufen, noch in diesem Jahr soll mit dem Bau eines Radschnellweges zwischen Frankfurt und Darmstadt begonnen werden. Und dieses Projekt soll nur der Auftakt werden zu weiteren Planungen eines ganzen Netzes von Expressverbindungen. Sieben Kommunen sollen miteinander verbunden werden – Frankfurt, Neu-Isenburg, Dreieich, Langen, Egelsbach, Erzhausen und Darmstadt. Merkwürdigerweise alles Kommunen im Süden Frankfurts. Aber dann stehen da ja noch in der Warteschleife die Radschnellverbindungen nach Hanau, Karben, Bad Homburg, Wiesbaden und Mainz. Am Ende soll eine völlig neue Mobilitätsstrategie möglichst viele Pendler zum möglichst baldigen Zeitpunkt zum Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr oder auf das Rad bringen. Der Regionalverband träumt schon davon, dass alleine durch den Schnellradweg zwischen Frankfurt und Darmstadt zukünftig 44.000 Pendler morgens und abends in die Pedale treten, anstelle sich hinters Lenkrad zu setzen und bei Wind und Wetter auf Autobahnen Staus zu erzeugen oder sich in eine meist verspätete Bahn zu setzen.

Gelegentlich säumen große Pfützen und Traktorspuren den Fahrradweg

Soweit sogut. Viele solcher Träume scheitern an der Realität und das könnte der Idee von der Fahrradautobahn auch drohen. Das Problem ist nämlich, dass über die Schnellwege die Pedalisten zwar ruckzuck zwischen der Stadtgrenze der einen Stadt zur Stadtgrenze der anderen Stadt gefahren sind. Aber jetzt geht das Problem erst los. Von der Stadtgrenze Frankfurts aus bis zur Stadtmitte mit dem Drahtesel zu fahren, das kann eine ganz abenteuerliche Geschichte werden. Innerhalb des Frankfurter Stadtgebiets sind längst noch nicht alle Stadtteile mit einem direkten Fahrradweg verbunden.

Im Frankfurter Norden gibt es zwar ein Stück Radweg zwischen Harheim und Nieder-Erlenbach. Auch einen für Radfahrer zugelassenen Wirtschaftsweg von Harheim bis nach Bonames gibt es. Von Schnellweg zu reden ist aber Unfug. Es fehlt nämlich der Lückenschluss. Wer von Nieder-Erlenbach bis nach Bonames radeln will (etwa zur U2), der muss erst einen Umweg durchs Klein-Klein der Harheimer City machen, sofern er nicht riskieren will, dass er auf der Umgehungsstraße vom Asphalt gehupt wird. Ein Radweg zwischen Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach ist seit Jahrzehnten geplant, aber immer noch nicht gebaut. Und der einzige wirkliche Schnellweg direkt in die Innenstadt, von Harheim über Berkersheim, Preungesheim, am Hauptfriedhof vorbei durchs Nordend bis zur Konstablerwache droht mit Beginn des Gleisausbaus der Bahnlinie S6 unterbrochen zu werden. Soviel also zum Bekenntnis zum Radverkehr. Im Süden hofft man auf Umsteiger von Bahn aufs Rad. Im Norden plant man die Radschnellwege, die nur die Insider kennen, zu verbarrikadieren.

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Radweg nach Nieder-Erlenbach

Die Grünen in Harheim hatten vor wenigen Wochen in einem Antrag gefordert, diesen Radweg offiziell ins Verzeichnis mit aufzunehmen und zu beschildern. Auch, um für diesen Weg zu werben, damit er nicht plötzlich physisch wie psychisch „beseitigt“ wird. Die Beschleunigung und Verbesserung der Radwegeverbindungen ist ein wichtiges Bausteinchen in der Verkehrsplanung. Zudem fördert es ein Verkehrsmittel, mit dem man völlig ohne Emissionen unterwegs ist. Nur der Automobilindustrie und der Deutschen Bahn wird das nicht so sehr gefallen.

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