18.03.2018: In Harheim fehlen Kinderbetreuungsplätze. Was tun? Einfache Lösungen helfen nicht immer weiter.

Grundschule Harheim: Nicht genug Platz für Kinder

Überraschend fehlen in Harheim für das nächste Schuljahr eine große Anzahl von Kinderbetreuungsplätze – sowohl für U3, Kinder, wie auch Hort. Noch im November gab die Harheimer Kinderbeauftragte Heidi Sehl vorsichtig Entwarnung. Nun ist unvermittelt die Zahl der Anmeldungen in kurzer Zeit stark angewachsen. Ganz unerwartet kommt das nicht, schließlich war absehbar, dass in den etwa 100 Wohnhäusern im Baugebiet am Urnbergweg auch irgendwann Kinder einziehen. Traditionell schwierig war rechnerisch die Bilanz der Anmeldungen und Plätze schon immer in der ersten Jahreshälfte, da Kinder oft in mehreren Einrichtungen gleichzeitig angemeldet wurden. Traditionell genauso schwierig war aber auch immer schon, dass das Stadtschulamt bei der Prognose der erwarteten Kinderzahlen Neubaugebiete erst nach deren Fertigstellung berücksichtigt hatte. Der fehlende Weitblick ist besonders für Stadtteile, in denen viel neuer Wohnraum geschaffen worden ist, ein großes Problem. Jetzt trifft es halt wieder Harheim.

ESB: Geld ist nicht das Problem.

Rein rechnerisch lässt sich das Problem ganz einfach lösen. In der Stadt Frankfurt stehen noch ESB-Mittel (Erweiterte Schulische Betreuung) bereit, die nur darauf warten, abgerufen zu werden. In Harheim aber liegt das Problem an einer anderen Stelle: hier fehlen Räumlichkeiten. Und das Dumme an diesem Problem ist: es verschwindet auch nicht, wenn man es ignoriert. Vorschläge gibt es viele. Aber weder kommt die alte Volksbank in Frage noch der alte HL, denn die Räumlichkeiten für die schulische Betreuung müssen auf dem Schulgelände sein.

Daher hilft auch der Antrag der CDU im Ortsbeirat nicht weiter, der verlangt, dass die ESB-Mittel nach Harheim kommen sollen. So ein Antrag muss von der Schulleiterin der Grundschule gestellt werden, und nicht vom Ortsbeirat. Manchmal wäre es gut, die CDU-Ortsbeiräte würden ihrer eigenen Kinderbeauftragten Heidi Sehl besser zuhören, die nämlich auf das Problem mit den fehlenden Räumen hingewiesen hat. Genau darum muss der Ortsbeirat sich kümmern.

Lehrerparkplatz ist schon da. Kinderbetreuungsplätze fehlen.

Natürlich ist das Thema Kinderbetreuung ein komplexes Problem. Und wie so viele komplexe Probleme lässt sich auch dieses nicht mit einfachen Tricks dauerhaft lösen. Auch nicht mit spontanen und unüberlegten Anträgen.

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2 Antworten zu 18.03.2018: In Harheim fehlen Kinderbetreuungsplätze. Was tun? Einfache Lösungen helfen nicht immer weiter.

  1. Arjan Vink schreibt:

    … und was ist die Lösung der Grünen?

    • hseuffert schreibt:

      Darauf kommts doch gar nicht an. Alle Beteiligten – also Schule, Kinderzentrum, Kinder/Eltern müssen sich abstimmen, was sie unter den gegebenen bzw. veränderbaren Rahmenbedingungen eigentlich wollen / bzw. leisten können. Und während oder nach diesem Abstimmungsprozess muss der Ortsbeirat beraten, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Eine gute Vernetzung und Kommunikationsfähigkeit wäre bei den politischen Akteuren dabei eine große Hilfe. Der Weg, dass eine politische Parteienmeinung – nur weil sie vielleicht die Mehrheit im Ortsbeirat hat – über die Köpfe der Beteiligten festlegt, was nun zu tun ist, wird nicht funktionieren.

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