09. Mai 2018: Jubiläum eines Himmelfahrtkommandos: Ein Vierteljahrhundert im Ortsbeirat.

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Jubiläum. 25 Jahre Ortsbeiratstätigkeit.

Wenn am Donnerstag die Väter Vatertag feiern und Christen Christi Himmelfahrt, wird der Ortsbeirat der Grünen in Harheim, Helmut Seuffert, einen besonderen Grund zum Feiern haben: er ist 25 Jahre im Ortsbeirat. Am 10. Mai 1993, hatte er seine erste Sitzung in dem Stadtteilgremium, von den anderen Ortsbeiräten als grüner Exot unwillig geduldet. Vielleicht würde sich das Problem „Grüne“ wie auch das Problem „Republikaner“ nach den nächsten Wahlen ja von alleine lösen.

Die Themen der Anfangszeit? Verkehrsberuhigung, Straßenreinigung, Altglascontainer, Baugebiete, Friedhof und Kindergarten. Am 4. September 1995 dann der erste von vielen grünen Anträgen zu einem Radweg zwischen Harheim und Nieder-Erlenbach. Von da an sollte es nur noch etwa 15 Jahre und Dutzende von Anträgen dauern, bis dieser Radweg dann tatsächlich eröffnet wurde.

Die nachfolgende Wahlperiode 1997 begann mit einer Überraschung. Das Problem Grüne hatte sich nicht von alleine gelöst. Im Gegenteil. Jetzt entfielen plötzlich zwei der neun Ortsbeiratsmitglieder an die Grünen. Die Themen? Verkehrsberuhigung, Straßenreinigung, Altglascontainer, Baugebiete, Friedhof und Kindergarten. Neu im Programm im Jahr 2000: der grüne Antrag, die Notrufnummern 110 und 112 direkt nach Frankfurt zu leiten und nicht über die Einsatzleitstelle in Friedberg. Darauf warten die Harheimer*nnen allerdings immer noch.

Eine Wahlperiode später, von 2001 bis 2006 hatte sich das Republikanerproblem erledigt, die CDU hatte die absolute Mehrheit an Sitzen im Ortsbeirat gewonnen und die grüne Fraktion war wieder auf einen Sitz geschrumpft. Was aber die Produktion von Anträgen und Ideen keineswegs hinderte. Die Themen im Ortsbeirat? Verkehrsberuhigung, Straßenreinigung und so weiter. Im Juli 2001 forderte die kleine grüne 1-Mann-Fraktion, das Harheimer Ried als Naturschutzgebiet auszuweisen, im November 2005, das Gelände und die Ruine der alten Seilfabrik am Grundweg neu zu bebauen und am 9. Januar 2006, das Gewerbegebiet am Urnbergweg in ein Wohngebiet umzuwandeln und für die Gewerbebetriebe einen anderen Standort zu finden.

Aus heiterem Himmel begann die Wahlperiode 2006 bis 2011 mit einer faustdicken Überraschung. In der ersten Sitzung am 8. Mai 2006 wählten die Ortsbeiräte im traditionell konservativen und schwarzen Harheim den grünen Einzelkämpfer zum Ortsvorsteher. Nein, nicht alle Ortsbeiräte, aber eine eigenartige Koalition von Grünen, SPD und BFF. Und die machte sich mit Eifer an die Arbeit. Plötzlich wurde Harheim in Magistrat und Stadtverordnetenversammlung deutlich wahrgenommen. Die Grünen im Römer wussten, wo Harheim liegt. Dezernenten quer durch alle Parteien zeigten sich freundlich, kooperativ und gesprächsbereit, auch wenn in seltenen Fällen einmal mit unkonventionellen Mitteln nachgeholfen werden musste. Das Naturschutzgebiet Harheimer Ried – wurde am 22. Februar 2008 als erstes kommunales Naturschutzgebiet in Frankfurt eingeweiht. Beim Fahrradweg nach Nieder-Erlenbach dauerte es bis zum 22. Juli 2011. Da war bereits der grüne Ortsbeirat im Mai 2011 erneut als Ortsvorsteher für weitere fünf Jahre bestätigt worden. Die Ruine der alten Seilfabrik am Grundweg ist längst abgerissen und nach 2011 neu bebaut worden. Eine Art Nachbarschaftskonflikt hatte zu einer zerfahrenen Situation geführt, die durch geduldige Gespräche und Verhandlungen gelöst werden konnte. Nur die Verlagerung der Gewerbebetriebe am Urnbergweg und die Umwandlung in ein Wohngebiet, das hatte das Schicksal dem mittlerweile dienstältesten Mitglied des Harheimer Ortsbeirats ganz bis zum Schluss seiner Amtszeit als Vorsitzender des Ortsbeirates aufgehoben.

Rückblickend ist der Politikveteran auch gar nicht unzufrieden mit der Bilanz. „Man hört so oft, dass man in einem Ortsbeirat keine Entscheidungsbefugnisse hätte und daher nichts bewirken könne. Aber das ist überhaupt nicht richtig. Mit sehr viel Geduld und Beharrlichkeit gewürzt mit einem Schuss Kreativität und Kommunikationstalent kann man erstaunliche Dinge erreichen.

Von 1993 bis heute hat der Grüne unzählige Anträge geschrieben und an 219 Sitzungen teilgenommen. Und damit in den ganzen 25 Jahren lediglich an einer einzigen Sitzung im Januar 2000 aus beruflichen Gründen gefehlt. Noch einmal 25 Jahre dranhängen? Nein. So lange ganz bestimmt nicht. „Aber so lange mir in Harheim die Menschen immer noch freundlich zuwinken und sich mit ihren großen oder kleinen Problemen und mit viel Vertrauen an mich wenden, so lange macht das auch Freude. Und darauf kommt es an“.

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