17.05.2018 Happy birthday MF93! Ein Verein wird 25. Andere Menschen haben auch seltsame Hobbys

MF93

Auch die Freunde aus Bonames gratulieren

Vom Image her hatten die Harheimer Motorradfreunde schon immer ein Problem. Die meistens in schwarzes Leder gekleideten „Rocker“ waren ja anfangs schon auf 500 Meter gegen den Wind kriminell, faul und asozial, aber mindestens moralisch so integer wie die Hells Angels im Dunkeln. Aber dann auch noch ausgerechnet im etwas im biederen und bürgerlichen gartenzwergidyllischen Harheim! Und diese Abneigung wurde durchaus auch erwidert. Die Fans der schweren Maschinen wollten grundsätzlich mit Vereinsmeierei der Anderen nichts zu tun haben. Einfach nur mit Gleichgesinnten im Fahrtwind die Haare föhnen und ihrem Hobby fröhnen und gelegentlich mit ein oder zwei Bierchen durchspülen. Born to be wild.

Dass aber eine lockere Ansammlung von Gleichgesinnten schon scheitert, eine Genehmigung für irgendetwas überhaupt zu kriegen mag eine andere Sichtweise gefördert haben. Und so ist auf dem langen Weg aus der anfänglichen wilden Rockerschar eine Fahrt und eine Reise ins Harheimer Vereinsleben passiert. Wenn die Pudelzüchter einen Verein haben, die Kerbeburschen, die Filzballklopper und die katholische Jugend, weshalb sollten nicht auch Motorradmaniacs sich für ihre Freizeitbeschäftigung eine formale Grundlage geben.

Wie schnell doch die Zeit vergeht

Der anfängliche Widerwille, sich auch noch an den möglicherweise öden Sitzungen des Vereinsrings zu beteiligen und sich mit den schrägen Vögeln der anderen Exotentruppen abzustimmen, verflüchtigte sich langsam wie der Alkohol aus dem Vodkaglas. Jetzt ist der Verein der Motorradfreunde längst mitten in Harheim angekommen. Keiner hat mehr Angst vor den behelmten und aus Sicherheitsgründen in Leder gekleideten Biker. Aus dem anfänglichen Bauwagen ist ein behagliches Clubhaus geworden, an dessen Theke sich auch Nichtmitglieder mal einen einschenken lassen oder die ganze Hütte samt Theke für den Kindergeburtstag mieten. Die sorgsam gepflegte Anlage steht so nebenbei und ohne dass die Motorradfreunde groß darüber reden immer mal wieder Schulklassen oder Kindergartengruppen zur Verfügung. Oder eben auch einer Gruppe von dementen Senioren, die dort mit ihren Betreuern einfach einmal zusammenkommen können. Das individualistische „Born to be wild“ steht vielleicht noch auf einer nostalgischen Emaille-Tafel. Aber als Motto wurde das längst abgelöst durch ein viel gelasseneres „Leben und leben lassen“.

Die Motorräder hatten leider nicht mehr aufs Bild gepasst.

Bei der offiziellen nicht-akademischen akademischen Feier haben sich Motorradclubs vieler anderer Gruppen bedankt für die langjährige Freudschaft und Verbundenheit. Und genauso die Harheimer Feuerwehr, der KJV, der Pudelclub, der Vereinsring. Für die „Zusammenarbeit“. Das, was so förmlich und ausgeleiert klingt, ist keine Floskel. Die Motorradfreunde unterstützen die anderen Vereine, wenn Sie gebraucht werden. So, wie die anderen Vereine die Motorradfreunde unterstützen. An diesem Abend, und selbst am nächsten Tag, dem höhepunktischen Jubiläumsmotorradfreundetreffen, waren immer wieder Kerbeburschen, Feuerwehrfreiwillige und andere helfende Hände dabei, das lederschwarzgekleidete Doppeldutzend der MF93-Biker an der Theke oder am Grill abzulösen und zu unterstützen. Typisch Harheim.

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