21.05.2018: Gefahr aus dem Bach! Wie gefährlich sind die Keime im Eschbach?

Eschbach

Was da wohl alles im Eschbachwasser schwimmt?

Seit 2017 in der Uniklinik Frankfurt ein Mann gestorben ist, bei dem der multiresistente Erreger Klebsiella pneumonieae gefunden wurde, der mit hoher Sicherheit aus dem Eschbach stammt, waren Anwohner des ansonsten idyllischen Gewässers alarmiert und verunsichert. Auch die Tatsache, dass der arme Mann gar nicht an dem Erreger zu Tode kam, sondern aus anderen Ursachen. Ist der Eschbach jetzt gefährlich? Darf man da noch Kinder drin spielen lassen? Hunde? Darf man da drin angeln? Sollte man die Obereschbacher Kläranlage am Besten schließen und die Taunuskliniken dazu, weil, eigentlich können die Erreger doch nur daher kommen?

Eschbach

Ist die Kläranlage in Obereschbach verantwortlich für die Keime?

Prof. Dr. Ursel Heudorf, die Hygieneexpertin des Frankfurter Gesundheitsamtes, hatte also einiges zu tun, bei ihrer Aufklärungstour, die sie auch ins Harheimer Bürgerhaus zur Ortsbeiratssitzung geführt hatte. Zuerst einmal überraschte sie die Zuhörer mit der gruseligen Nachricht, dass in jedem menschlichen Verdauungstrakt Millionen von Erregern leben, die Verdauung erst möglich machen. Und so lange Erreger da bleiben, wo sie hingehören, machen sie auch keine Probleme. Auch die mulitiresistenten Erreger (MRE), die gegen verschiedene Antibiotika resistent sind, führen zu keinen Schwierigkeiten, wenn sie auf normalem Wege ausgeschieden werden. Gefährlich wird es nur, wenn diese Erreger ins Blut gelangen, zum Beispiel über eine Verletzung. Dann sind Antibiotika dagegen wirklungslos. Die Gesundheitsexpertin beruhigte aber die Zuhörer. Normalbürger fangen sich wirklich gefährliche Erreger häufig auf Auslandsreisen ein. Und die multiresistenten Erreger stellen hauptsächlich in Krankenhäusern ein Problem dar. Aber nicht im alltäglichen Leben der Menschen.

Eschbach

Hände waschen nach dem Klo, vor dem Essen und nach dem Spielen am Bach

Was den Eschbach betrifft, da ist das Gewässer in einer langen Liste von Bächen und Flüssen in der Bundesrepublik Deutschland aufgeführt, die eben zum Beispiel mit unappetitlichen Fäkalkeimen belastet sind. Natürlich sind die im Abwasser und können aus den Kläranlagen nicht völlig rausgefiltert werden. Auch durch die Landwirtschaft, durch Gülle und Mist, und durch wildlebende Tiere finden Fäkalkeime und auch multiresistente Erreger den Weg in Bäche und Flüsse. Im Eschbach ist die Belastung so gross, dass das Wasser nicht zum Trinken geeignet ist. Weder für Mensch noch für Tier. Also, so empfiehlt Frau Dr. Heudorf, sollte man genau die Regel befolgen, die man schon als Kind gelernt hat: Hände waschen nach dem Klo und vor dem Essen. Ganz besonders, wenn die Hände zuvor mit Wasser aus dem Eschbach in Berührung gekommen sind. Das Wasser eignet sich auch nicht fürs Gießen der Salatbeete im Kleingarten. Und vom Schwimmen in Eschbach und Nidda sollte man ohnehin Abstand nehmen. Was ist mit den geangelten Fischen? Auch kaum ein Risiko, meint Dr. Ursel Heudorf, solange die Fische fachgerecht ausgenommen und gewaschen werden. Aber bitte nicht mit Wasser aus dem Eschbach.

So vollkommen beruhigend sind die Nachrichten der Gesundheitsexpertin nicht. Aber weil sie ruhig und besonders für Laien sehr verständlich schwierige Sachverhalte erklärt hat, wird sie dankbar mit viel Applaus verabschiedet.

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