11.05.2018 Schluss mit lustig. Schluss mit Konsens. Die Harheimer CDU will keine Omegabrücke am Berkersheimer Bahnhof.

Omega-Brücke Berkersheimer Bahnhof

Omega-Brücke Berkersheimer Bahnhof Das ist Variante 1

Seit 2014, als klar wurde, dass es keine Unterführung geben würde, kämpfen die Ortsbeiräte Harheims gemeinsam für eine sinnvolle Verkehrsführung am Berkersheimer Bahnhof. Lange Zeit gab es eine weitgehende Einigkeit, dass dort eine Omegabrücke die beste – von allen schlechten – Lösung sei. Jetzt hat die Harheimer CDU diesen gemeinsamen Konsens aufgegeben. Die CDU will die Omegabrücke nicht mehr. Jetzt haben damit die Harheimerinnen und Harheimer zwei Alternativen, zwischen denen sie wählen müssen. So ist eben Demokratie.

Seit bald vier Jahren kämpfen die Harheimer Ortsbeiräte einig und gemeinsam um eine sinnvolle Gestaltung des Verkehrsknotenpunkts am Berkersheimer Bahnhof. Seit Ende 2014 klar wurde, dass die geplante Unterführung aus technischen Gründen nicht gebaut wird,
forderten die Harheimer Ortspolitiker unablässig und immer wieder, dass eine Lösung geschaffen werden müsse, die für Fußgänger, Radfahrer und Busfahrgäste des 25er einen kurzen Weg zum Bahnsteig der S6 und die barrierefreie und schnelle Kreuzung der Schienen besonders für Radfahrer schafft. Über viele Monate hinweg hatten die Ortsbeiräte aller Fraktionen beim neuen Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD) und beim Magistrat immer und immer wieder eingefordert, dass ihnen die Pläne für die von der Stadt Frankfurt geplanten Omegabrücke überlassen werden. Als die Pläne schließlich vom Verkehrsdezernat herausgegeben wurden, deutete noch nichts darauf hin, dass sich der Harheimer Ortsbeirat nicht gemeinsam – vielleicht mit ein paar Änderungen – für eine der Varianten entscheiden könnte.

Berkersheimer Bahnhof

Spätestens ab Anfang 2019 endgültig zu: Der Bahnübergang

Erst im März tauchten plötzlich Zweifel auf. Während GRÜNE und SPD die Variante 1a der Omegabrücke forderten, weil diese Lösung für Umsteiger, Fußgänger und Radfahrer die kürzesten und einfachsten Wege schuf. Und zusätzlich eine Option, die Buslinie 25 über die Brücke bis nach Berkersheim Mitte zum Bus 39 führen zu können. Die CDU-Fraktion drohte aber plötzlich an, ihre Zustimmung zu verweigern, wenn der Begriff „Omegabrücke“ nicht gestrichen würde und die Forderung der Verlängerung der Buslinie nicht rausgenommen würde. GRÜNE und SPD kamen der CDU Fraktion dabei entgegen, um den Minimalkonsens nicht zu gefährden, denn mit dem wollte man in die Verhandlungen mit dem Ortsbeirat 10 und dem Verkehrsdezernenten gehen. Immer noch waren alle Beteiligten überzeugt, dass sich der Ortsbeirat weitgehend einig wäre. Ganz im Gegensatz zum Ortsbeirat 10.

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Berkersheim

Um den Dezernenten Klaus Oesterling (SPD) nun endlich dazu zu bewegen, den Entscheidungsprozess in Gang zu setzen, wollten die Harheimer Ortsbeiräte im Juni mit  einem vielleicht gemeinsamen Antrag an die Stadtverordnetenversammlung nachzuhelfen.
Die CDU führte in ihrem Antragsentwurf ihre Forderungen auf. Schneller und bequemer, barrierefreier Zugang zu den Bahnsteigen der S6, schneller und bequemer Umstieg zwischen Bus 25 und S6, der Schutz des Niddatals vor Individualverkehr mittels KfZ, – nichts Überraschendes also, aber weiter: eine „Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer“ und eine „bauliche Gestaltung, die der Lage im Landschaftsschutzgebiet Rechnung trägt“. Punkt.

Auf den ersten Blick sind es die gleichen Ideen, die alle Harheimer Fraktionen seit langem vertreten. Allerdings nur auf den ersten Blick. Schaut man genauer hin, dann ist aber bei der Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer plötzlich das „zügig und unbehindert“ entfallen. Die CDU schraubt ihre Ansprüche zurück. Fußgänger und Radfahrer sollen immer noch die Gleise überqueren können. Zügig und unbehindert ist für die CDU nicht mehr so wichtig. Erst nach Debatte hatte die CDU aber dann die Attribute „zügig“ und „barrierefrei“ noch eingefügt.

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Buslinie 25 – nur bis zum Berkersheimer Bahnhof – oder auch weiter?

Die Verlängerung der Buslinie 25 war im CDU Antrag gar nicht mehr aufgeführt. Weil – nach den Worten des Fraktionssprechers Stefan Quirin „….die Busfahrgäste eben auf der einen Seite aussteigen, über die Brücke laufen und auf der anderen Seite wieder in den Bus25 einsteigen….“ . Nun gut. Eine Laufstrecke, deren Länge wir ja derzeit aus den vorliegenden Plänen entnehmen und abschätzen können.

Vielleicht sollte man bei solchen Vorschlägen nicht vergessen, dass in ein paar Jahren vielleicht auch die Berkersheimer Kinder eine Busverbindung morgens ohne viel Umsteigen zum neuen Gymnasium in Bonames brauchen. Daran denkt man aber im Jahr 2018 nicht. Verständlich. Wir wissen ja gar nicht, ob es dieses Gymnasium überhaupt einmal geben wird.

Völlig neu im Spiel und besonders interessant war dagegen die Forderung nach der „baulichen Gestaltung entsprechend der Anforderungen an ein  Landschaftsschutzgebiet“. Dort oben am Berkersheimer Bahnhof könnte weder eine Brücke, noch zwei neue Gleise und auch kein 6 Meter hoher Lärmschutzwall entstehen, ohne gegen die Landschaftsschutzverordnung zu verstoßen. Für Klarheit sorgten auch hier die Ausführungen des Fraktionssprechers Quirin. Man wolle da kein Bauwerk, das die Landschaft verschandelt. Eine viel kleinere Brücke ein wenig weiter östlich würde völlig ausreichen.

Soweit so gut. Nachdem sich der Ortsbeirat 10 mittlerweile uneins ist, gibt es nun auch im Harheimer Ortsbeirat zwei konkurrierende Ideen. Der normale Bürger mag verwirrt sein. Da teilt die Harheimer CDU ihre Ideen weitgehend mit denen der Berkersheimer SPD und dem Bürgerverein Berkersheim, während die Wünsche der Harheimer Grünen und SPD mit den Fraktionen von CDU und GRÜNEN in Ortsbeirat 10 ziemlich kompatibel sind.

Wie sagte der Verkehrsdezernent Oesterling zuletzt süffisant? Die Ortsbeiräte 10 und 14 sollen sich auf eine Lösung einigen, die würde die Stadt Frankfurt dann umsetzen. Eine Einigung ist aber jetzt deutlich weiter in die Ferne gerückt.

Mittlerweile hat die DB erklärt: der Bahnübergang in Berkersheim wird nach dem jetzigen Planungsstand Anfang 2019 final geschlossen. Damit die Bahnanlagen erreicht bzw. überquert werden können, plant die DB Netz AG ein Behelfsbrückensystem mit Aufzugsanlage als Baubehelf. Also wird ein Provisorium das jetzige 35 Jahre alte Provisorium ersetzen. Vielleicht wieder für 35 Jahre.

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