26.09.2018 Die Deutsche Bahn unterbricht ab Januar den Verkehr zwischen Harheim und Berkersheim völlig.

Niddabrücke

Die Brücke über die Nidda. Der Weg von und zur S-Bahn

Im Zuge der Baustelleneinrichtung am S-Bahn-Ausbau unterbricht die Deutsche Bahn voraussichtlich von Januar bis März 2019 für drei Monate die Verbindung zwischen Berkersheim und Harheim über die Niddabrücke dauerhaft und vollständig. Diese Brücke muss ertüchtigt und verbreitert werden, damit dann auch durch Harheim in den nächsten Jahren täglich insgesamt etwa 200 LKW zur Baustelle an der S6 fahren können. Während der Bauzeit an der Niddabrücke wird es für Fußgänger, Radfahrer und Busse keine Möglichkeit geben, die Nidda zu überqueren. Der Weg zum Berkersheimer Bahnhof und der S6 wird völlig unterbrochen sein, außer, man überquert die Nidda mit dem Schlauchboot.

Niddabrücke

Für Autos zwar verboten, dennoch aber gerne genutzt.

Der Kfz-Verkehr wird während der Sperrung über Bonames, die Homburger Landstraße und den Frankfurter Berg umgeleitet. Kfz-Verkehr ist auf der Niddabrücke jedoch ohnehin nicht zulässig.

Der 25er Bus von und zur S6
Für die Benutzer von Bussen und Bahnen, speziell für den 25er Bus, wird eine Umleitung eingerichtet. Dieser Bus bringt die Harheimer Fahrgäste dann zur S-Bahn Haltestelle Frankfurter Berg. Diese Umleitung wird die Fahrzeit erheblich verlängern.

Fußgänger
Eine Behelfsbrücke oder eine Umleitung für Fußgänger wird nicht eingerichtet. Das ist für die DB zu kompliziert und zu teuer. Schließlich können Fußgänger den etwa 6 km längeren Weg über Bonames und die Homburger Landstraße nehmen.

Niddabrücke

Für Radfahrer der schnellste Weg in die Innenstadt

Radfahrer
Ähnliches gilt für die Radfahrer. Auch für die umweltfreundlichen Fahrradfahrer gibt es in der bemüht radfahrfreundlichen Metropole Frankfurt keine Umleitungsempfehlung. Der Weg entlang der Nidda bis zur Homburger Landstraße kann natürlich ebenfalls wegen der Brückensperrung nicht erreicht werden. Sowohl Bahn wie auch die Straßenverkehrsbehörden in Frankfurt sind offenbar davon überzeugt davon, dass besonders im Januar nur einige wenige Spaßradler betroffen sind. Dieses Problem ist daher vernachlässigbar.

Die Deutsche Bahn sieht den Fall Harheim nicht als ihr Problem.
Diese Informationen hatten die Fraktionen des Ortsbeirates am Montag bei einem Gespräch mit der DB erhalten. Die Frage, wie sich die DB denn vorstelle, wie die Harheimer während dieser Zeit etwa zu ihrem Arbeitsplatz in Frankfurt, zur Schule, zur Messe oder zum Flughafen kommen sollen, blieb unbeantwortet. Das sei nicht Problem der DB. Die habe an der Stelle in Harheim schon genug Probleme.

„Aktuell bringt der gesamte Ausbau den Harheimern ausschließlich Nachteile“, so erinnerte der Vertreter der GRÜNEN die DB-Mitarbeiter. Die Sperrung der Niddabrücke ist dabei lange nicht das einzige Problem. Auch nach Wiedereröffnung der verbreiterten Brücke wird der Zugang zur S6 oder die Überquerung der Bahnlinie für Harheimer keinerlei Vorteile bringen. Dafür aber eine Reihe von Nachteilen bescheren, die den prophezeiten Zeitgewinn von fünf oder acht Minuten bei der Fahrt zur Messe oder auch die angekündigte Verbesserung der Pünktlichkeit nicht aufwiegen können.

Heute noch hält der Zubringerbus zum Umsteigen wenige Meter neben den Schienen und der Brücke. Im Endzustand wird auf die umweltfreundlichen ÖPNV Nutzer ein um ein vielfaches längerer Weg zwischen Bus und Bahn drohen, da die Bushaltestelle verlegt werden muss.

Die steile Holztreppe über die Schienen – seit rund 30 Jahren Dauerprovisorium -, die für Radfahrer, Fahrgäste mit viel Gepäck oder Eltern mit Kinderwagen schon immer ein unüberwindbares Hindernis war, die wird ersetzt durch eine Metallkonstruktion – aber ebenfalls ohne Rampen oder Fahrhilfen. Ein Aufzug für die Barrierefreiheit würde von der DB freundlicherweise eingebaut werden, aber nur, wenn die Stadt Frankfurt die Kosten dafür übernehmen würde.

Einzig und allein die Mitteilung, dass der beschrankte Bahnübergang erst im Jahr 2020 oder 2021 geschlossen würde und nicht schon in den nächsten Monaten, war die gute Nachricht für die Ortsbeiräte. So lange noch können Radfahrer und Fußgänger die Querungsmöglichkeit über die Schienen nutzen, bevor sie durch eine voraussichtlich schlechtere Querungsmöglichkeit ersetzt wird.

Wann dann schließlich das Ersatzbauwerk – also eine Omega-Brücke oder ähnliches – gebaut würde, das konnten die freundlichen DB-Mitarbeiter nicht sagen. Da müsse sich erst einmal die Stadt Frankfurt entscheiden, was sie nun wolle. Darauf würde die DB nun schon mehrere Jahre warten. Auch hier bemerkten die DB-Mitarbeiter, dass die Harheimer geduldig bleiben müssten. Für eine neue Brücke müsste erst einmal ein Planänderungsverfahren durchgeführt werden. Im günstigsten Falle müsse man mit zwei Jahren Dauer rechnen, sofern niemand dagegen klage.

Fazit: Wer im Stadtteil Harheim mobil sein und bleiben möchte, sollte vorzugsweise über ein Auto verfügen. Harheim ist einer der wenigen Stadtteile, die nicht in der Umweltzone liegen. War das Zufall – oder weitblickende Planung?

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Eine Antwort zu 26.09.2018 Die Deutsche Bahn unterbricht ab Januar den Verkehr zwischen Harheim und Berkersheim völlig.

  1. Thomas schreibt:

    Ja, Autofahren wird auf der Niddabrücke nicht erlaubt, trotzdem ignorieren die Autofahrer (wie auch üblich) die Verbotsschilder! Warum werden hier keine Polizei-Routinekontrollen mehr durchgeführt? Für das Geld aus den Knöllchen könnte man glatt eine zweite Brücke bauen oder besser noch: eine Metallüberführung über den Gleisen, würde ich frech behaupten. Das kann ja nicht sein, dass hier nichts passiert und jeden Tag so viele Autofahrer, die diese Strecke passieren, und ungestrafft davon kommen! Wo leben wir denn? Einst gab es noch einige Kontrollen vor und nach der Brücke, jedoch niemand lernt hier wieder aus Fehlern. Die Stadt Frankfurt und DB hätten sich hier nicht mehr in die Haare greifen müssen…

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