16.12.2018: Adventsmusik in Harheim auf hohem Niveau

Adventskonzert

Eine richtige Harfe durfte natürlich in einem Adventskonzert nicht fehlen.

Beim letzten Mal, im Sommer, als in der evangelischen Harheimer Friedenskirche zum Jubiläumskonzert der Joyices eingeladen war, da hatten die mitwirkenden Musikerinnen und Musiker noch lange gezittert, ob tatsächlich genügend fußballignorantes und musikbegeistertes Publikum kommen würde. Unglücklicherweise zeitgleich spielte nämlich die deutsche Fußballnationalmannschaft gegen Mexico. Und wohl in dem Moment, in dem die Joyices das Bohemian Rhapsody von Queen anstimmten, ging die DFB-Elf mit einem 0:1 unter. Für die begeisterten Zuhörer des vom Hessischen Ministerium für Kunst und Kultur geförderten Konzertprojektes sicherlich ein Hinweis, auch zukünftig die Prioritäten richtig zu setzen.

Adventskonzert

Etwa 80 Musiker*nnen teilen sich den begrenzten Platz.

Bei dem nun harmlos als „Abendmusik im Advent“ angekündigten Event hatten die Veranstalter im Vorfeld darauf geachtet, dass Kunst nicht mit Sport kollidiert. Hatten also sozusagen um die Spiele der Nationalmannschaft und gleichzeitig um die der Eintracht herumgesungen. Wer allerdings in der akustisch wunderbaren Kirche das harmlose Absingen einiger Weihnachtslieder erwartete, hatte sich vielleicht verlaufen und war plötzlich in einem Konzert der Extraklasse gelandet. Die „Gospel Mass“ von Robert Ray konnte man zwar noch als „Anheizen“ der Joyices als Vorgruppe ansehen, aber die zwanzig Sängerinnen und Sänger mit Band hatten schon ganz schön Stimmung ins Kircheninnere gebracht. Höhepunkt war jedoch die Mass oft he Children von John Rutter. Und dafür zog nicht nur die Kantorei Harheim/Nieder-Erlenbach ein sondern die durchweg weiblich besetzten Young Voices und noch ein veritables Instrumentenensemble. Und mit den Solisten Sopranistin Eri Uhlig und Bariton Kei Higashiura und der Dirigentin Elisabeth Schwarz-Gangel standen dann rund 80 mitwirkende Musiker auf den Stufen im Altarraum, die für dieses alles andere als einfach geltende Werk rund vier Monate intensiv geprobt hatten und bis zur allerletzten Probe nicht wirklich davon überzeugt waren, das auch halbwegs fehlerfrei hinzukriegen. Die minutenlangen standing ovations übertönten nach dem Schlussakkord das Plumpsen des einen oder anderen Steins der Erleichterung. Die Zuhörer genauso wie die Musikerinnen und Musiker waren sich nun absolut harmonisch einig: Die intensive Zeit der Proben, die hatte sich gelohnt. Für die Sänger*nnen wie für die Zuhörer. Hohe Kultur auf hohem Niveau gibts also nicht in der teueren Alten oder baufälligen neuen Oper. Hohe Kultur gibt’s auch in Harheim.

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s