19.12.2018: Abschaffung des Bargelds? Einführung des bargeldlosen Lebens? Harheim auch in Zukunft ohne Geldautomat.

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Für alle, die es nicht wissen: So sieht ein Geldautomat aus.

Der letzte Geldautomat in Harheim? Der wurde vor erst im August aus der unter mysteriösen Umständen liquidierten ehemaligen Postagentur in der Philipp-Schnell-Straße abtransportiert. Die meisten Harheimerinnen und Harheimer erinnern sich aber schmerzvoller und wehmütiger an den Geldautomat an der Volksbank. Der ist im Juli 2015 abgebaut worden. Nachdem die Frankfurter Volksbank dem Ortsteil Harheim den Rücken gekehrt hat. Gäbe es also nicht ausgerechnet den Netto, bei dem man Bargeld vom eigenen Konto abheben kann, sobald man über € 10,00 einkauft, hätte sich Harheim zu einem großflächigen Feldversuch der Ökonomen geeignet: Wie verhalten sich die Bewohner eines Stadtteils in dem das Bargeld abgeschafft ist.

Anstelle eigenes Geld auszugeben hatte der Ortsbeirat im ersten Schritt den Magistrat Frankfurts gebeten, die drei Bankenverbände zu kontaktieren und sie für die Idee zu begeistern, in Harheim einen institutsübergreifenden Bankautomaten aufzustellen. Der interessierte bargeldlose Bürger ahnt natürlich schon, wie so etwas in der Regel ausgeht.

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Bargeld. Schön wenn man es hat. Aber woher nehmen, wenn nicht?

Von den insgesamt 3 (in Worten: drei) Bankenverbände hatte doch immerhin die Frankfurter Sparkasse 1822 sich zu einer Antwort aufgerafft, in der sie begeistert verkündet „Die Frankfurter Sparkesse ist stolz darauf, dass sie mit derzeit 76 Filialen und Beratungscentern sowie rund 200 Geldautomaten das mit Abstand dichteste Filialnetz in ihrem Geschäftsgebiet vorhält….“  Darüber werden sich die Harheimer allerdings nur eingeschränkt freuen. Denn von den 200 Geldautomaten der 1822 steht halt nun mal seit 2008 keiner mehr vor Ort auf Harheimer Gebiet. Und dass es auch in Zukunft dabei bleibt, daran hatte die 1822 nach dem optimistischen Eingangssatz auch keinerlei Zweifel gelassen. Denn die 1822 ist gezwungen, Kosten einzusparen. Die damit verbundenen Unannehmlichkeiten bedauert die 1822 und bittet um Verständnis. Soll klar heißen: Gegen entsprechende Kontoführungsgebühren ist die 1822 gerne bereit, die Konten der Harheimer zu führen. Bargeld sollen sie aber bitte weiterhin bei Netto abholen.

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historisches Hinweisschild an der ehemaligen Postagentur.

Aber da haben wir ja noch Hoffnung, denn auch die Frankfurter Volksbank ist angeschrieben und eingeladen worden, über Lösungen nachzudenken. Offenbar denken die Volksbänker aber immer noch nach oder sie haben Harheim bereits als Totalausfall abgeschrieben. Denn die ehemalige Bad Vilbeler und spätere Frankfurter Volksbank hat mit Einsparen gleich mal mit der Antwort angefangen.

Die Harheimer werden also auch weiterhin Versuchskaninchen in Sachen Abschaffung des Bargeldes sein. Vielleicht sollten die lokalen Politiker nun doch einmal über die Ausgabe einer Regionalwährung nachdenken. Die HM zum Beispiel. Die Harheim Mark. Oder der Sterntaler. Schnapsidee meinen Sie? Nein, überhaupt nicht. In Düsseldorf, im Remstal bei Stuttgart, im Chiemgau, im Ruhrgebiet, in Donauwörth, in Wittenberg, in Freiburg im Breisgau, in Augsburg, in Heitersheim und Wolfratshausen-Bad Tölz und in vielen weiteren Regionen gibt es seit langem Regionalwährungen.

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