19.03.2019: 200 LKWs täglich zur Baustelle? Gespräch mit der DB ergebnislos abgebrochen.

Bahn

Alle Ampeln auf Rot. Wie kommen die vielen LKWs nur zur Baustelle?

Ein Gespräch zwischen den Ortsbeiräten 10 und 14 und der Deutschen Bahn wegen dem LKW-Verkehr zur Baustelle ist am Montagabend ergebnislos abgebrochen worden. Für die DB ist immer noch nicht absehbar, ob und wann die geplante Baustellenabfahrt von der B3a in Bad Vilbel gebaut und befahren werden kann. Solange diese Zufahrt nicht besteht können die Schwertransporter das Baumaterial nur über den Ortskern Berkersheim anfahren. Oder eben über Harheim, sobald die Niddabrücke entsprechend „ertüchtigt“ worden ist.

Da schon 40 LKW-Bewegungen durch Berkersheim die Anwohner in Angst und Schrecken versetzen, hatte die DB den versammelten Ortsbeiräten eine Reihe von Alternativen präsentiert, um den Weg durch die Berkersheimer Bahnstraße zu umfahren. Ab diesem Augenblick entstand in der versammelten Runde eine eher gereizte Stimmung, die nicht vom Koffein aus den Kaffeetassen herrühren konnte. Die von den DB-Planern mittels farbiger Balken in Google-Earth Abbildungen markierten Feldwege, die zukünftige LKW-Trassen werden könnten, verursachten nagende Zweifel, ob die DB Mitarbeiter schon einmal live vor Ort sich diese Wege angesehen hätten. Der FDP Ortsbeirat Dr. Langner (OBR 10) erinnerte, dass im Planfeststellungsbeschluss die Anlieferung des Materials hauptsächlich auf Schiene ausdrücklich vorgesehen sei. („Güter gehören auf die Schiene“). Der DB-Experte wischte diese Möglichkeit vom Tisch. Dieses ursprüngliche Verkehrslogistikkonzept gäbe es nicht mehr. Der Antransport per Schiene wäre von 20 Jahren bei der Planfeststellung noch möglich gewesen, aber das wäre aktuell technisch nicht mehr möglich. In der Konsequenz bedeutet das möglicherweise, dass sich die DB bei der Einrichtung der Baustelle nicht mehr auf Planfeststellungsbeschlüsse berufen kann, sondern für jede Einzelmaßnahme individuell eine Vielzahl von Genehmigungen bei unterschiedlichen Ämtern einholen muss. Da lässt sich die Assoziation  eines nie fertigstellbaren Berliner Flughafen gar nicht mehr so einfach aus dem Kopf schieben.

Noch bevor das DB-Team überhaupt zu den Anfahrtmöglichkeiten über die zu ertüchtigende Harheimer Niddabrücke zu sprechen kam, donnerte Ortsvorsteher Robert Lange (OBR 10) in der Nachdiskussionszeit mit der Faust auf den Tisch und brachte die Diskussion auf den Punkt: „Die Bahn macht den zweiten Schritt vor dem ersten. Jeder Bauherr muss die Voraussetzungen schaffen, bevor er anfängt zu bauen. Und das muss die Bahn auch. … Nur ist das Sache der Bahn und nicht der Ortsbeiräte…“

Die Beschwichtigungen des DB-Planers, ihnen wäre schon klar, dass sie die vielen LKWs nicht durch Berkersheim aber auch nicht durch Harheim fahren lassen können, traf bei den anwesenden Ortsbeiräten auf ein müdes Lächeln. Dem einen oder anderen waren die Versprechungen der DB Kommunikationsexperten von vor zwei Jahren noch zu präsent in Erinnerung.

Fazit: Dass die Baustelleneinrichtung und die Anlieferung des Materials auf dem Streckenabschnitt zwischen Bad Vilbel und Eschersheim ein Problem werden könnte war schon vor Jahrzehnten bekannt. Dass die DB nun ausgerechnet von den betroffenen Ortsbeiräten erwartet, dass die das Problem lösen, indem sie zwischen erhängen oder erschießen oder erwürgen wählen, zeigt ein erschreckendes Maß an Einfalls- und Verantwortungslosigkeit. Wie geht es weiter mit der Großbaustelle am Berkersheimer Bahnhof? Niemand weiß es.

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