22.03.2019: Mehrfamilienhäuser oder Friedwald? Was tun mit dem Friedhofserweiterungsgelände?

Friedhof

Auf der Harheimer Friedhofserweiterungsfläche wohnen Schafe.

Aufschlag für die Sozialdemokraten. Die Harheimer SPD Fraktion schlägt im Februar vor, einen Teil der Friedhofserweiterungsfläche dem Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen, da in absehbarer Zeit die Flächen nicht benötigt werden. Und natürlich, um dem Wohnungsmangel in Frankfurt abzuhelfen. Der Vorschlag findet im Ortsbeirat jedoch keinen Zuspruch. Für dieses eher kleine Areal müsste ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Ob sich das rentiert? Aber immerhin hat die SPD das Rennen um die interessantesten Vorschläge eröffnet und die Harheimer Christdemokraten wollen nachlegen. Ihrerseits stellen sie in der nachfolgenden Sitzung den Antrag, auf der Friedhofserweiterungsfläche einen Friedwald einzurichten. Dazu bräuchte es vermutlich zwar keinen Bebauungsplan. Aber ein paar Bäume, die einen Wald ergäben, wären schon nicht schlecht und von denen ist augenblicklich keiner zu sehen. Darum versucht die CDU ihren Antrag während der Besprechung zu verändern. Anstelle Friedwald wäre auch Friedhain möglich. Stadtverordnete Leineweber aus Nieder-Erlenbach schlägt etwas mit Streuobstwiese vor. Also eine Begräbnisstätte unter Streuobstbäumen? Allerdings scheitert auch diese schöne Idee an dem profanen Einwurf eines alteingesessenen Harheimers, der zu bedenken gibt, dass die schöne Friedhofserweiterungsfläche nur teilweise im Besitz der Stadt Frankfurt ist. Der Rest müsste zugekauft werden. Jetzt gewinnt die Diskussion plötzlich an interessanter Schräglage. Für die Friedhöfe ist das Grünflächenamt zuständig und die müssen wirtschaftlich arbeiten. Am Besten sogar kostendeckend. Die haben aufgrund der geänderten Bestattungsgewohnheiten der Lebenden festgestellt, dass sie viel zu viel Erweiterungsfläche haben, die sie bewirtschaften müssen, was ihnen wiederum die Kalkulation für die wenig flächenintensiven Urnenwände verhagelt. Die Harheimer Friedhofserweiterungsfläche zu erwerben, um ein Gräberfeld zu machen, für das aber bei konventionellen Bestattungsarten schon gar keine ausreichende Nachfrage besteht, das klingt zumindest betriebswirtschaftlich nicht sehr reizvoll.

Friedhof

Ob die Fläche für Beerdigungen jemals gebraucht wird ist unsicher.

Im Augenblick wird mindestens ein Teil der Fläche durch die Rasse-Schafe bewirtschaftet, die dort friedlich für Gemütlichkeit und Wolle sorgen. Vielleicht wäre noch viel mehr gewonnen, wenn man diese Fläche einfach weiterhin als Erweiterungsfläche naturnah etwa als Wild- und Kräuterwiese wachsen lässt. Dann könnte damit ein kleiner Beitrag für die aussterbenden Bienen und Insekten geleistet werden. Denn ökologisch gesehen ist die Erweiterungsfläche gerade dann wertvoll, wenn sie eben nicht künstlich bebaut oder angelegt wird. Und dann haben wir doch alle was davon. Nur können viele es einfach nicht ertragen, wenn ein Stück Fläche einfach so „ungenutzt“ herumliegt.

Friedhof

Die Schafe helfen kostengünstig bei der Pflege des Geländes.

 

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