29.03.2019 Die Stadt, der Müll und die FES

Mülltonnen

Die kleine Mülltonne in der Fuchskaut möchte gerne geleert werden.

Rainer Werner Fassbinders Schauspiel „Der Müll, die Stadt und der Tod“ hatte in Frankfurt vor 32 Jahren für einen handfesten Skandal und eine Reihe von einstweiligen Verfügungen und anderem höchstrichterlich beschriebenem Papier gesorgt. Nun scheint sich ein neues Drama mit ähnlichem Titel ausgerechnet im beschaulichen Harheim zu entwickeln und zwar in der kleinen Anliegerstraße In der Fuchskaut. Der Anlass ist dabei banal. Die Mülltonnen werden nicht mehr geleert, weil … nun ja, weil eben. Weil Müllfahrzeuge nicht mehr rückwärtsfahren dürfen, weil die Fuchskaut zu schmal für die Leerungs LKWs ist, weil die FFR – eine Tochterfirma der FES – nicht die Tonnen vor an die Straße gerollt hat, weil es die Anwohner auch nicht gemacht haben. Eine ansehnliche Palette von guten Gründen haben die Fuchskautbewohner bei ihren Nachfragen bei der FES als Antwort bekommen. Die Tonnen werden indes immer noch nicht regelmäßig geleert, auch wenn die Anlieger ihre Müllgebühren immer rechtzeitig bezahlt haben. Nun scheint sich eine Vermutung zu bestätigten, nämlich dass die betroffenen Bürger unfreiwillig an einem großen FES-Feldversuch teilnehmen. Weil nämlich durch rückwärtsfahrende Müllfahrzeuge jedes Jahr Menschen verunfallen, will die FES die Gefahr so minimieren, dass die Hausmüll und Sperrmüll abholenden Müllfahrzeuge nur noch vorwärts fahren. Für die Fuchskaut muss allerdings noch erfunden werden, wie das da gehen soll. Denn dort kommen die vorwärts einfahrenden Müllfahrzeuge nicht um die engen Kurven. Die FES hatte deshalb geplant, dass am Leerungstag die Tonne vormittags bis an den breiten Teil der Fuchskaut gerollt wird und nachdem das vorwärts fahrende Müllauto die Tonnen geleert hat, werden die leeren Tonnen am Nachmittag wieder zurückgerollt. Offen ist allerdings noch das Problem mit dem Sperrmüll. Die FES hatte dazu bekanntgegeben, dass es sich mit dem morgendlichen Tonnenrollen nur um eine Übergangslösung handeln kann. Die Kosten dafür trägt – nach Auskunft der FES – die Stadt Frankfurt. Für die Bürger entstehen keine zusätzlichen Kosten. Jedenfalls nicht unmittelbar. Auf Dauer wird die Stadt Frankfurt genauso wenig wie die FES so großzügig sein, die Abfallbeseitigung auch nur teilweise selbst zu bezahlen. Die Gesamtkosten der Müllbeseitigung wird irgendwann auf die Bürger verteilt werden müssen.

Aber immerhin freuen sich bestimmt die Harheimer Anwohnerinnen in der Fuchskaut, wenn bis dahin die reguläre Müllbeseitigung wieder regelmäßig klappt.

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