14.08.2019: Zukunftskonzept Frankfurt 2030: Bebauung des Pfingstberg mit 20.000 Wohnungen kommt nicht. Vorerst.

Unglaublich. Die Römerkoalition aus CDU, SPD und Grüne haben sich nun doch noch geeinigt. Im aktuellen Stadtentwicklungskonzept ist der Pfingstberg nicht mehr enthalten. Die SPD mit dem Planungsdezernenten Mike Josef wollte zu gerne die Äcker zwischen Nieder-Eschbach, Nieder-Erlenbach und Harheim in ein Wohngebiet verwandeln.  CDU und Grüne hatten dagegen eine Bebauung in diesem Areal strikt abgelehnt. Und doch können aus dem dargestellten Stadtentwicklungskonzept wichtige und erschreckende Informationen entnommen werden. Am wichtigsten ist natürlich wieder einmal das, was man zwischen den Zeilen liest. In der Frankfurter Rundschau wird OB Peter Feldmann zitiert, das integrierte Stadtentwicklungskonzept zeige, dass es in Frankfurt die Chance gebe, bis zu 70.000, mit Pfingstberg sogar bis zu 90.000 Wohnungen zu bauen, ohne Grünflächen und Kleingärten anzutasten. 90.000-70.000=20.000. Das heißt logischerweise: bei einer Pfingstbergbebauung sollten nach dem Willen von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) 20.000 Wohnungen entstehen, für Frankfurter Verhältnisse bedeutet das 40.000 Einwohner. Der neue Stadtteil wäre also in Einwohnern gerechnet etwas größer als Bad Vilbel und etwas kleiner als Bad Homburg. Okay, Das kann man sich noch vorstellen. Aber wie sollte das gehen ohne Grünfächen anzutasten? Vielleicht schauen wir uns den Pfingstberg einfach einmal an:

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Hier ist der Pfingstberg. Direkt bei Nieder-Eschbach

Für 20.000 Wohnungen reicht die Fläche des Pfingstbergs natürlich schon mal gar nicht aus. Also muss die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche zwischen Nieder-Eschbach, Nieder-Erlenbach und Harheim genommen werden, Dann könnte so eine Stadt wie Bad Homburg gerade reinpassen, lässt man den Kurpark, die Spielbank und das Seedammbad weg, und auch die später eingemeindeten Ortsteile. Und bauen, ohne Grünflächen anzutasten?

Pfingstberg

Pfingstberg. Bauen, ohne Grünflächen anzutasten? Wo ist hier grün?

Das dürfte erstaunlicherweise einfach sein. Man muss nur auf einen der kommenden heißen Sommer warten, dann verdorren die Pflanzen dort von alleine, sofern man nicht ausreichend bewässert, und flugs ist der Boden nicht mehr grün sondern gelbbraun und verdorrt. Natürlich könnte man die Mehrfamilienhäuser auch auf Stelzen stellen. Dann ergäbe sich unter den Häusern ein schattiger Ort zum Chillen. Mit ein wenig Fantasie und dem richtigen Zeug zum Rauchen wird das alles möglich sein.

Aber ausgerechnet die Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) ätzt jetzt wieder rum. Angesichts des Klimawandels müsse die Devise „pflanzen, pflanzen, pflanzen“ heißen, und nicht „bauen, bauen, bauen“.  Also doch irgendwie wieder business as usual. Die Harheimerinnen und Harheimer sehen es gelassen und pragmatisch. Das Planungsdezernat hats in 20 Jahren nicht geschafft, Bonames-Ost zum Bauland zu machen. Da wird das mit dem Pfingstberg bestimmt noch dauern.

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