25.10.2019 Katholische Kirche in Harheim hat einen neuen Pfarrer: Sebastian Goldner

Goldner

Sieht so ein Pfarrer aus? Ja, in Harheim schon.

Wenn Sebastian Goldner, der neue Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Harheims mit seinem Fahrrad durch den Stadtteil fährt, erkennt ihn fast keiner. Das müssen wir doch dringend ändern.

Die katholische Kirchengemeinde Harheims hat einen neuen Pfarrer. Die ersten Gerüchte über die Wachablösung des Harheimer Oberhirten waren noch nicht einmal überall angekommen. Noch am Bornfest vor den Sommerferien war Pfarrer Johannes Minh Dinh wie so oft mitten drin im Geschehen und in seiner Gemeinde. Der eine oder andere tat sich manchmal schwer mit seinem Akzent, und doch konnte der ehemalige Vietnam-Flüchtling und Cap Anamur Veteran so einfühlsam mit Sprache umgehen und  – je nachdem – Trost oder Freude spenden, als wäre es seine Muttersprache. Irgendwann im Sommer hatte er – unspektakulär wie eine reguläre Versetzung – seinen symbolischen Hut genommen und seine Sachen gepackt und auf zu neuen Ufern. Vielleicht, nein, hoffentlich hat er ein wenig von seinem so leichten freundlichen Lächeln zurückgelassen.

Harheim

Beruf: Pfarrer Hobby: Radfahren

Die Suche nach einem Nachfolger war gleichermaßen stressfrei. Fast zeitgleich mit der Nachricht vom Weggang des Pfarrers Johannes Minh Dinh kam weißer Rauch aus dem Kamin der Kirche und die frohe Botschaft, der Nachfolger würde schon in den Startlöchern stehen und eine lange pfarrerlose Zeit den Harheimern somit erspart bleiben. Die erste schreckliche Furcht, der Neue könnte mit einem OF auf seinem Autokennzeichen durch Harheim fahren, weil er tatsächlich in Offenbach geboren wurde, konnte schnell entkräftet werden. Erstens ist er in Rodgau aufgewachsen und damit gar kein echter Offenbächer und zweitens fährt Pfarrer Goldner gerne und häufig Rad, und schraubt an seinem freien Tag gerne selbst daran herum, liegt ihm doch Technik im Blut. Ingenieur zu werden war der Jugendtraum des heute 37-jährigen und erst während des Zivildienstes in einem Seniorenheim war ein Gedanke gereift: „Technik ist nicht alles im Leben“, und er biegt vom beabsichtigten Lebensweg ab. Anstelle TU in Darmstadt beginnt er das Theologiestudium in Mainz und wird Priester und Pfarradministrator, zuletzt in Alzey, und genau dort schlägt im Frühjahr ein Telefonanruf wie ein Blitz ein: „Könnten Sie sich vorstellen, eine Gemeinde in Frankfurt zu übernehmen? Sie müssten sich aber schnell entscheiden….“

Nun ist er nach einer schnellen Entscheidung in Harheim angekommen, oder genauer, in der Pfarrgruppe Harheim/Nieder-Eschbach. Näher an seiner Heimatstadt Rodgau, wo noch seine Eltern wohnen. Die katholische Kirche ist überall im Umbruch. Pfarreien werden zusammengelegt und neu organisiert, das macht auch vor der Stadtteilkirchengemeinde nicht halt. Pfarrer Goldner hat keine Angst davor und wird sich nicht von den Verwaltungsaufgaben erdrücken lassen. Er sieht den Mensch im Mittelpunkt.

Seine Erwartung an Harheim? „Auf ein gutes Miteinander“, sagt er bedächtig, schaut in den großen Garten hinter dem Pfarrhaus, der mal wieder eine ordnende Hand gebrauchen könnte. „Werkeln ja“, meint er ruhig. „Aber Garten geht gar nicht“.

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