27.11.2019: Jugendhaus für 700 Jugendliche in Harheim? CDU und BFF: Nicht mal geschenkt!

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Eduard Rose mit Containern von der KT96. Damals noch von der Feuerwehr ungelöscht.

Für zimperliche diplomatische Worte ist der Harheimer BFF Ortsbeirat Alfred Quirin nicht gerade bekannt. Auch an diesem Abend nimmt er kein Blatt vor dem Mund. Dreiundachzigtausend Euro sind für die Planung einer Jugendfreizeiteinrichtung in Harheim vorgesehen. Metzgermeister Alfred Quirin hat da einen viel besseren Vorschlag. Die Harheimer Kinder und Jugendlichen können mit Bus oder Fahrrad problemlos zum wenig genutzten Jugendhaus nach Nieder-Erlenbach fahren. Das gesparte Geld könnte dann dieser Einrichtung dort zukommen. Möglicherweise hat die Nieder-Erlenbacher BFF Stadtverordnete Ingeborg Leineweber ihn aus eigenen Interessen auf die tolle Idee gebracht. dass das Geld doch in Erlenbach viel besser aufgehoben wäre. Wir wissen es nicht. Auch der laut und deutlich geäußerte Unmut der ausnahmsweise anwesenden wenigen jugendlichen Zuhörer und deren Eltern, doch nicht um Himmels Willen die Chance für eine Jugendeinrichtung im familienfreundlichen Harheim leichtfertig zu verspielen, perlte sowohl an Alfred Quirin (BFF) wie an Stefan Quirin (CDU) ab, wie Tau von einem Lotusblatt.

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Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) in einem Jugendhaus

Die Informationen der Stadtverordneten Kristina Luxen, ehemals langjährige Kinderbeauftragte in Harheim, wieviele Kinder und Jugendliche in Harheim von einer Jugendfreizeiteinrichtung profitieren könnten – nämlich über 700 – und der Hinweis auf Einrichtungen in Eschersheim oder Dornbusch, die sich die Ortsbeiräte doch bitte einmal ansehen sollten, wischte BFF Ortsbeirat Quirin virtuell vom Tisch. Er erinnerte nachdrücklich daran, dass unlängst am Dornbusch die öffentlichen Toiletten von Jugendlichen demoliert worden wären. Und auf Nachfrage bekräftigte er ausdrücklich seine Schuldzuweisung, dass die Täter die 700 Kinder und Jugendliche aus Harheim gewesen sind. Um so absurder, da es am Dornbusch offenbar gar keine öffentlichen Toiletten gibt. Und da Quirin schon mal in Fahrt ist, greift er Breitseite gleich noch Eduard Rose, den Gründer von Jugend in Harheim e.V., persönlich an. Rose hatte es 2013 geschafft, die alten Container der KT96 zum Parkplatz der TV-Sporthalle transportieren zu lassen und eine Baugenehmigung zu kriegen, um dort mit dem JiH Verein eine Jugendinitiative hochzuziehen. Dumm nur, dass bei einer Übung der freiwilligen Feuerwehr Bonames die Container unter Wasser gesetzt wurden und hernach nur noch Schrottwert hatten. Absicht oder Zufall, Eduard Rose ist sich da heute immer noch nicht so ganz sicher. Jetzt muss er sich von BFF Quirin vorwerfen lassen, er wollte Kinder in verrostete, vergammelte Container stecken, in denen immerhin noch Monate davor die Hortkinder der KT96 ihre Hausaufgaben gemacht haben.

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Kerbeburschen setzen Fundamente für die Container für einen Jugend und Kinder Treff

Eine lange Liste der Einrichtungen, zählte Fraktionssprecher der Grünen, Helmut Seuffert, auf. Einrichtungen, für die sich der Ortsbeirat in den letzten 15 Jahren eingesetzt hatte, um sie in Harheim zu halten. Die Verwaltungsstelle, das Bürgerhaus, die Postfiliale, die Bankfiliale, ein Geldautomat, eine schnelle Radverbindung in die Innenstadt, die Trauerhalle auf dem Friedhof, ein Kunstrasenplatz, ein Seniorenfitnessparcous. Aber folgt man der Idee der CDU und BFF-Fraktionen, wären dafür Millionenbeträge vom Ortsbeirat verschwendet worden, weil in allen diesen Fällen die Harheimerinnen und Harheimer mit dem Bus oder dem Fahrrad entsprechende Einrichtungen in Bonames, Nieder-Eschbach oder Nieder-Erlenbach hätten erreichen können. Mit Ausnahme der Seniorenfitnessanlage. Eine wunderbare teure Idee. Eine Idee der CDU Fraktion übrigens.

Auch die ziemlich lange Liste, was Kindern und Jugendlichen in Jugendfreizeiteinrichtungen denn angeboten würde, beeindruckt weder die Ortsbeiräte der CDU noch BFF. Lediglich Ortsvorsteher Dr. Immel (CDU) rügt den Grünen hernach, weil er sich auf die Sitzung vorbereitet und einen Teil seines Vortrags abgelesen hätte. Wahrscheinlich ist Vorbereitung und Ablesen streng verboten. Vielleicht lag es auch nur an dem Mangel an soliden Gegenargumenten.

Lediglich der Fraktionssprecher der CDU, Stefan Quirin, begründet noch, weshalb aus seiner Sicht eine Jugendfreizeiteinrichtung in Harheim verzichtbar sei. Er habe die jungen Menschen in seinem Umfeld gefragt, ob sie eine solche Einrichtung bräuchten. Sie meinten, nein. Schade, dass er nicht mal junge Menschen fragen konnte, die nicht schon seit Generationen in die Tradition Harheimer Vereine wie KJV oder Kerbeburschen hineingeboren sind. Aber Andersdenkende zählen eben nicht.

Und dann beendet der Fraktionssprecher der CDU die Diskussion. Er sagt dem BFF-Kollegen, dass der seinen Antrag zurückzieht und sich dem Antrag der CDU anschließt und dann könnten sie jetzt abstimmen…..

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Was wird Kindern- und Jugendlichen in anderen Kinder- und Jugendeinrichtungen angeboten: (Auszug aus den Beschreibungen der Kinder- und Jugendeinrichtungen)

Theater-, Film- und Kunstprojekte
Malerei, Graffiti
Tanzkurse
Mädchengruppen
Selbstbehauptung für Mädchen
Beratung in allen Lebenslagen
Bewerbungen,
schulische Begleitung,
Hausaufgabenbetreuung
Musikhören
Musik machen
Chillen
Kochen
Computer, Internet
Mädchenkreativwerkstatt
Breakdance
friedliche Konfliktlösungsstrategien
Vermittlung gesellschaftlicher Werte

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