21.02.20: Bus 25 zum Frankfurter Berg? Zweiter Anlauf zur Veränderung des Linienverlaufs ist erfolgreich.

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Tja, der liebgewonnene 25er Kleinbus 

Nein, es ist noch nichts verändert. Der Bus 25 fährt erst einmal weiterhin im Falle der Niddabrückensperrung zum Frankfurter Berg, aber dann wieder regulär zum Berkersheimer Bahnhof. Aber….. Gespannte Nervosität unter den zahlreich interessierten Bürger*innen in der Januarrunde im Ortsbeirat. Nach einer fachunkundig zusammengebastelten Umfrage der örtlichen CDU haben 60% der Befragten – wer immer das auch war – sich dafür ausgesprochen, die Buslinie 25 zukünftig zum Frankfurter Berg zur S6 fahren zu lassen anstelle zum BERkersheimer Bahnhof. Da entlud sich Unmut und Zorn der Bürger*innen über den Häuptern der CDU Ortsbeiräte bis dann schließlich Fraktionssprecher Stefan Quirin mit einem besänftigenden „das ist doch nur eine Anfrage“ den Antrag zur Beruhigung der Bürger*innen zurückstellte. Eine Runde später, in der Februarsitzung, war erheblich mehr Ruhe im Dorfparlament und so konnte der gleiche Antrag im Windschatten zweier anderer Anträge durchgewunken werden. Also: der Magistrat soll die Vor- und Nachteile für die Fahrgäste darstellen und bewerten.

Wer eine Ahnung davon hat, wie schnell in der Stadt Frankfurt solche Anfragen zu praktisch spürbaren Auswirkungen führen, lehnt sich erst einmal entspannt zurück. Eine Buslinie einfach einmal einen anderen Weg fahren zu lassen, so eine Idee braucht von ihrer Licht-der-Welt-Erblickung bis zur Realisierung locker ein paar Jährchen. Also alles in Butter? Nein. Auch nicht.

niddabruecke

Schön war die Zeit ….25er Bus

Wer einen aktuellen RMV Fahrplan zur Hand hat, kann selbst einfach vergleichen, wo die Vor- und Nachteile einer geänderten Linienführung liegen. Der Bus 25 braucht auf der regulären Route von der Haltestelle Am Eschbachtal bis zum Berkersheimer Bahnhof (BB-Route) drei Minuten. Fährt der Bus 25 zum Frankfurter Berg (FB-Route), braucht er 13 Minuten, als 10 Minuten mehr, oder für die Statistikexperten der CDU: eine 333% längere Fahrzeit. Selbst wenn wir für den fairen Vergleich die zwei Minuten Reisezeit der S6 zwischen Berkersheimer Bahnhof und Frankfurter Berg abziehen, dauert die Fahrt immer noch 8 Minuten oder 266% länger.

Also halten wir fest: Buslinie 25 zum Frankfurter Berg bedeutet für die ÖPNV-User im schlimmsten Falle morgens und abends 16 Minuten mehr Reisezeit. Also 266% länger.

Nun hat sich in den letzten Wochen gezeigt, dass der Bus auf der FB Route zum Frankfurter Berg nicht nur einen wesentlich weiteren Weg zurücklegt, sondern auch noch regelmäßig sowohl in der Korffstraße in Harheim als auch im Harheimer Weg in Bonames in ziemlich dichten Verkehr gerät, weil auf den Straßen legal parkende Autos den Bussen im Weg stehen. Die CDU Harheim hatte deshalb schon beantragt, dass die Bonameser Anwohner im Harheimer Weg durch ein Halteverbot sanft dazu veranlasst werden sollen, für ihr Fahrzeug einen anderen Standplatz zu suchen, damit die Harheimer rechtzeitig zur S6 am Frankfurter Berg kommen. Die Situation in der Harheimer Korffstraße ist ähnlich. Die Kunden der Bäckerei und der Metzgerei parken regelmäßig und stehen der Buslinie 28 und den dazu gekommenen Bussen der Linie 25 im Weg. Also wird auch hier ein Halteverbot zu erwarten sein.

Bahn

Berkersheimer Bahnhof

Halten wir fest: Buslinie 25 ist auf dem Weg zum Frankfurter Berg durch parkende Autos verspätungsgefährdet. Fährt der Bus wie bisher zum Berkersheimer Bahnhof liegt das Stau- und Verspätungsrisiko nahe bei Null.

Nun steht es also schon 2:0 fürs Ziel Berkersheimer Bahnhof für den 25-er Bus.

Nun kommt man doch ins Grübeln. Wo könnten denn eigentlich die Vorteile liegen, den Bus ausgerechnet zum Frankfurter Berg zu schicken. Die Sache klärt sich, wenn man berücksichtigt, dass in diesem Bus nicht nur Menschen fahren, die zur S6 kommen wollen, sondern auch ÖPNV-Benutzer, die vielleicht in Bonames in die U2 umsteigen wollen. Die können dann wählen zwischen dem 28er und dem 25er und haben den Vorteil, dass mehr Busse pro Stunde fahren und sie nicht so lange warten müssen. Ist nur dumm, dass das klassische Prisoners Dilemma eintritt: Dem zusätzlichen Vorteil der U2-Umsteiger steht der Nachteil der S6-Umsteiger mit den längeren Fahrtzeiten entgegen. Also ein Vorteil für die einen, der gleichzeitig für andere ein Nachteil ist. Das spricht nicht eindeutig für die eine oder andere Lösung, wir vergeben daher in der Bewertung keinen Punkt und es bleibt beim 2:0.

Dabei könnten wir das belassen und wenn der Magistrat mit viel Aufwand zum gleichen Ergebnis kommt, müsste er das so darstellen. Aber halt, da gibt es noch einen Pferdefuß an der Sache.

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Bus 25 am Berkersheimer Bahnhof

Der Experte bei der VGF wird ziemlich schnell erkennen, dass die neue Linienführung für den 25er Bus zum Teil identisch mit dem 28er Bus ist und zum anderen Teil mit dem 27er Bus. Ohne Problem können Fahrgäste in der Bonameser Hainstraße vom 25er (oder auch 28er) in den 27er wechseln und zum Frankfurter Berg fahren. Zwei Busse auf der gleichen Route? Das hat den Nachteil, dass vielleicht dann beide Busse nicht mehr ausgelastet sind. Und da auch die VGF das Geld nicht im Keller drucken kann, wird dem aufmerksamen Sachbearbeiter auffallen, dass die Buslinie 28, die aktuell am Lindenhof in Harheim endet, einfach bis nach Nieder-Erlenbach fortgeführt werden kann und dann ist die Linie 25 überflüssig.

Sie meinen, so etwas würde die VGF doch nieeeeee tun? Sie meinen, die ÖPNV-Bus-Fans werden auf die Barrikaden gehen, wenn ihnen ihr 25er Bus genommen wird? Hoffentlich täuschen Sie sich nicht. Denn die VGF könnte vorschlagen, durch die neue, verlängerte 28er-Busroute den 25er überflüssig zu machen und zum Ausgleich den 28er einfach häufiger fahren zu lassen. Das wiegt zwar den FB-Routen-Fans die Nachteile nicht auf, aber versüßt immerhin die bittere Pille für alle ein wenig.

Vielleicht hat die CDU Harheims bei dem Antrag so weit nicht gedacht. Das wäre eigentlich prima. Aber es könnte noch einen anderen Grund geben, den 25er nicht mehr zum Berkersheimer Bahnhof fahren zu lassen. Die Deutsche Bahn hat beim Ausbau der Bahnlinie auf vier Gleise gerade massive Probleme nicht nur mit dem 25er Bus und dessen Fahrgästen (wo soll der Bus mal halten und wenden können, wie kommen Fahrgäste vom Bus auf den S6-Bahnsteig), sondern insgesamt mit dem Problem wie Menschen über die Bahngleise in den Nachbarstadtteil kommen. Augenblicklich sieht es nach einer teuren Omega-Brücke aus. Wie aber ist es, wenn da gar kein 25er Bus mehr hochfährt und irgendwo halten oder wenden muss. Die paar übriggebliebenen Fahrgäste, die dort auch ohne Busanschluss unbedingt ein- oder aussteigen wollen, die kriegt man auch mit einer Behelfsbrücke auf den Bahnsteig. Nur den Radfahrern eine schicke Omegabrücke für 10 oder 12 Milliönchen hinzustellen, das wird ernsthaft niemand machen. Für dieses Geld kriegt man in der Innenstadt mindestens 3 Kilometer Radweg gebaut. Und wenn das Niddatal für den Kfz-Verkehr gesperrt bleiben soll, dann macht doch die Omegabrücke keinen Sinn mehr.

Das ist zwar kein direkter Nachteil für die Benutzer von Bus und Bahnen. Sondern für die Radfahrer. Aber wen interessieren die denn eigentlich.…..

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