22.04.2020 Bahnausbau der S6 verzögert sich. Schuld daran ist ….. Harheim !

Niddabrücke

Harheimer sind schuld, dass Fahrräder mit Anhänger wieder die Nidda überqueren können!

Glücklicherweise ein paar Tage nach dem 1. April hatte die Deutsche Bahn (DB-Netz) den von den Ausbauarbeiten der S6 betroffenen Menschen im Frankfurter Norden über die Tageszeitungen schonend beigebracht, dass die Bauarbeiten geringfügig länger dauern, aber auch, dass insbesondere die Harheimer selbst daran schuld seien. Zur geringen Überraschung der Leser wird der S6-Ausbau wird nun nicht schon 2022 fertig, sondern erst Ende 2023. Die Arbeiten kämen nicht so voran, wie es laut Planung sein sollte, erklärt Projektleiter Julian Fassing. Insbesondere „Schlüsselprojekte“ wie der Bau der Harheimer Niddabrücke hätten wegen der langen Debatten mit den Anwohnern viel mehr Zeit gekostet, als aus Sicht der Bahn notwendig. Dass es in dieser Sache aber auch eine andere Sicht gibt, hatte Julian Fassing aus guten Gründen verschwiegen. Gerade der Projektleiter müsste sich doch erinnern können, dass die Mitarbeiter der DB Netz schon im Frühjahr 2016 durch die Stadtteile getourt sind und überall – also auch den Ortsbeiräten in Harheim – vorgestellt haben, dass die Bahn extra für den Ausbau an der B3 eine Baustellenabfahrt einrichten werden, so dass die LKWs direkt von der B3 zur Baustelle fahren können und wieder zurück. Deswegen würde nur in Einzelfällen der Bauverkehr mit schweren LKWs durch Wohnviertel durchgeführt werden. Erinnern müsste sich Julian Fassing auch, dass in allen Gesprächen mit den Ortsbeiräten in den Jahren 2017, 2018 und sogar 2019 immer wieder bekräftigt worden ist, dass die DB mit Hochdruck an der B3-Baustellenabfahrt arbeite, obwohl sich alle Ortsbeiräte mehrfach sowohl die Augen rieben als auch die Brille putzten, weil sie dort bei der Brücke der B3 über die Nidda so gut wie auch gar keinen praktischen Fortschritt sehen konnten.

Wiesengarten

Die 30 Jahre alte provisorische Holzbrücke muss durch eine neue provisorische Brücke ersetzt werden. Barrierefrei? Nö sagt die DB

Mittlerweile wissen die Berkersheimer und die Harheimer ziemlich genau, wieviel sie von den blümeranten Versprechungen der Mitarbeiter der DB halten können. Und welchen Stellenwert Radfahrer, Fußgänger und selbst Benutzer der S6 bei Julian Fassing und seinen Kollegen haben. Die Harheimer mussten sich mit viel Druck dagegen wehren, dass der Weg zum Berkersheimer Bahnhof – für viele morgens der Weg zur Arbeit oder Schule – von der DB nicht einfach nach Belieben mal ein paar Monate gesperrt wird. Die „paar Freizeitradler“, die auf dem Niddaradweg zwischen Bad Vilbel und Eschersheim unterwegs sind, noch gar nicht mitgezählt. Wahrscheinlich laufen die bei der DB Abrechnung unter Kollateralschaden. Die DB weiß ganz genau, dass am Berkersheimer Bahnhof die Fahrgäste über lange Jahre nur über eine neue Behelfsbrücke auf den Bahnsteig kommen. Die neue Behelfsbrücke barrierefrei zu machen? Nein das ist der DB viel zu teuer, das liegt in den etwa 350 Millionen Baukosten nicht mehr drin. Wenn die Stadt Frankfurt das barrierefrei haben will, soll sie es selbst bezahlen. Oder klar gesagt: Behinderte und Menschen mit Fahrrad? Interessieren die DB nicht. Dafür kümmert sich die DB zum Ausgleich rührend um die Autofahrer. Sobald der Weg zum Nachbarstadtteil mal ein paar Tage baustellenbedingt gesperrt werden muss, beschreiben sie auf großen Schildern die Umleitung über den Frankfurter Berg nach Berkersheim. Nur so nebenbei: in der  Berkersheimer Bahnstraße ist für den KfZ-Verkehr Durchfahrt verboten und jeder mit Auto weiß, wie er trotzdem nach Berkersheim kommt. Vielleicht ist auch das dem Projektleiter noch gar nicht aufgefallen. Vielleicht hat er eher zu wenig als zu viel Zeit mit den Anwohnern und „der Politik“ in Harheim diskutiert. Und vielleicht hätte er noch mehr Zeit dafür investieren sollen, Versprechungen nicht nur zu machen, sondern sie auch einzuhalten. In Projektleiter sollte das im Blick haben.

Und nur so am Rande. Klar, auch die anderen Probleme, die den Ausbau zeitlich zurückwerfen sind natürlich lästig. Viele davon waren allerdings auch schon vorher absehbar. Blöd, wenn man zum ersten Mal an der Baustelle aussteigt, und sich wundert, wie eng doch der Baustellenbereich zwischen den Häusern ist. Hätte man mal vorher in den Plan geschaut, hätte man es gewusst.

Also: Der Bahnausbau der S6 verzögert sich. Schuld daran ist eine nachlässige Planung.

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