05.07.2020 Stimmt das: Evangelische Kirchengemeinde baut ein Jugendhaus für Harheim?

ev. Kirche Harheim

evangelische Friedenskirche am Eschbachtal. Hier soll die neue Jugendfreizeiteinrichtung entstehen.

Unglaubliche Nachrichten verbreiten sich schneller als das Coronavirus: Der Stadtteil Harheim soll tatsächlich bald ein Jugendhaus bekommen. Aber stimmt das auch?  Können endlich auch in Harheim bald halbwüchsige Jugendliche nach einem Verschönerungsfeldzug mit der Graffitifarbdose zu günstigen Preisen alkoholische Getränke an der rauchgeschwängerten Theke im Jugendhaus holen und über Eltern, Lehrer oder andere Respektspersonen herziehen, solange die laute Musik Gespräche überhaupt zulässt? Die klare Antwort von Pfarrerin Petra Lehwalder von der evangelischen Kirchengemeinde: Im Prinzip ja. Aber bestimmt nicht so.

Denn erstens wird „bald“ frühestens im nächsten Jahr sein. Es handelt sich auch nicht um ein Haus, sondern Räume im Untergeschoss der Kirche mit eigenem Eingang. Theke stimmt. Alkoholische Getränke und Zigarettenrauch nicht. Das gab es schon vor 20 Jahren in solchen Etablissements nicht mehr und wurde zusammen mit dem in die Jahre gekommenen und angestaubten Begriff „Jugendhaus“ zum Sperrmüll der Geschichte gebracht. Das neue offene Kinder- und Jugenddings soll allen Harheimer Kindern und Jugendlichen unabhängig ihres Geschlechts, ihrer nationalen, ethnischen, religiösen, kulturellen oder sozialen Herkunft sicheren Raum bieten für Zusammensein, Spiele, Workshops, für Gespräche und bei Bedarf eben auch für ein offenes Ohr und Unterstützung in persönlich schwierigen Momenten durch erfahrene Betreuer*innen.

Lehwalder

So könnte es dann auch in der offenen Jugendeinrichtung in Harheim aussehen. Leider hat Pfarrerin Petra Lehwalder zu wenig Zeit für Billard., denn so eine eine offene Jugendeinrichtung ins Leben zu rufen, ist zeitaufwändig.

In Harheim bieten zweifellos Vereine interessante Freizeitmöglichkeiten im Sport- oder Musikbereich, aber offene Begegnungsmöglichkeiten für junge Menschen sind rar und haben sich weitgehend auf die Skateranlage an der Spielstraße und ein paar vereinzelte Sitzbänke beschränkt. Einfach mal irgendwo chillen, so einfach geht das nicht. Schon gar nicht in der kalten Jahreszeit.

Im Kijuclub in Nieder-Erlenbach funktioniert das ganz gut. Und deswegen will die Kirchengemeinde das Angebot auch auf Harheim ausdehnen. In der evangelischen Kirche in Harheim sollen Räumlichkeiten im Untergeschoss renoviert werden, mit Theke bestückt, mit Sitzmöbel und vielleicht Billard ausgerüstet. „Sitzmöbel, das könnte natürlich auch eine gut erhaltene Couch sein, die gespendet wird“ meint Pfarrerin Lehwalder, „nur bitte nicht in weiss“. Natürlich kommt auch einer der zwei Tischkicker aus Nieder-Erlenbach zurück nach Harheim.

Allerdings müssen Kinder und Jugendliche augenblicklich noch etwas Geduld haben, denn  der Antrag läuft noch und die evangelische Kirchengemeinde als Träger wartet auf die Betriebserlaubnis. Sobald die vorliegt, wird nach ausgebildetem Personal gesucht und ein Konzept entwickelt. Aber dann geht es los: Mehrmals in der Woche werden zu bestimmten Öffnungszeiten junge Menschen einen himmlischen Platz fürs Zusammenkommen haben und gleichzeitig von verantwortungsvollen und hilfsbereiten Ansprechpartnern begleitet werden. Diese Idee ist nun eigentlich 25 Jahre alt. Schön, dass es mit der Initiative der evangelischen Kirchengemeinde endlich klappt.

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