26.08.2020: Parken An der Pfarrwiese – was haben Atemschutzmaske und Straßenverkehrsordnung gemeinsam?

Pfarrwiese

So wars bisher: Wenig Verständnis und wenig Platz für Fussgänger. Und für Kinderwagen schon mal gar kein Platz.

Was Atemschutzmaske in Coronazeiten und Straßenverkehrsordnung gemeinsam haben? Beide sollen andere Menschen schützen. Mundschutz verhindert, dass unabsichtlich das Coronavirus weitergegeben wird. Dafür erträgt der Mundschutzträger klaglos ein unbequemes und lästiges Stück Stoff im Gesicht. Die Straßenverkehrsordnung legt die Spielregeln für den Umgang miteinander auf den Straßen, Wegen und Bürgersteigen fest. Auch da erträgt man mitunter Unbequemes und Lästiges. Zum Beispiel, einen längeren Fußweg, wer unmittelbar am Zielort keinen Parkplatz für sein Fahrzeug findet. Alle Führerscheininhaber kennen aus der Fahrschule den §2 Abs.1 der StVO: „Fahrzeuge müssen die Fahrbahn benutzen“. Parken auf dem Gehweg ist damit verboten. Leider sind Parkplätze mit zunehmender Verkehrsdichte selten geworden, Daher ist diese Vorschrift vielfach in Vergessenheit geraten und eine Art Gewohnheitsrecht hat sich breit gemacht. Parken auf den Gehwegen ist bequem, und manchmal denken Autofahrer gar nicht daran, dass ihre Fahrzeuge den Fußgängern den Raum wegnehmen. Obendrein ist es sicherer, weil beim Parken auf beiden Seiten einer Straße kann es schon mal eng werden und dann wird mal ein Außenspiegel abgefahren oder ein hässlicher Kratzer verunziert das Fahrzeug. Aber verboten ist das Gehwegparken immer noch und wird bei einer Anzeige mit einem Bußgeld von 55 Euro oder mehr berechnet. Ähnlich ist das, wenn beidseitig geparkt wird. Da muss immer eine Breite von 3,00 m frei bleiben, damit der Rettungsdienst, die Feuerwehr oder auch schon mal die FES durchkommt. Andernfalls: Bußgeld. Auch das ist verständlich. Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Herzinfarkt, aber der Rettungswagen kommt nicht durch.

Pfarrwiese

An der Pfarrwiese, neu! Jetzt sind die Parkflächen für Autos angezeichnet.

In der Straße An der Pfarrwiese hatten sich wiederholt Anwohner beschwert, dass die Gehwege zugeparkt sind und die Fußgänger, Kinderwagenschieber, Rollstuhlfahrer und kleine Kinder mit Fahrrad auf die Straße ausweichen müssen. Nach langen Diskussionen einigten sich Ortsbeiräte aller Fraktionen und die Straßenverkehrsbehörden schließlich auf die Markierung von Parkplätzen auf der Straße und zwar nur auf einer Seite, da für legales beidseitiges Parken die Straße nicht breit genug ist. Die Ortsbeiräte hatten auf die Einsicht der Anwohner gehofft, darauf, dass die Parkmarkierungen wenigstens auf einer Seite den Gehweg freihalten.

Nun beschweren sich jedoch andere Anwohner der Pfarrwiese erneut im Ortsbeirat. Die Markierungen würden nicht nur dazu führen, dass auf der gegenüberliegenden Seite die Autos ganz auf den Gehweg und dicht an den Zaun gestellt werden, sondern auch, dass Autos bewusst so abgestellt werden, dass die FES mit dem Müllwagen nicht mehr durchkommt. Eine eigentlich doppelt unüberlegte Aktion. Denn der Fahrer des Müllwagens kann nun entscheiden, ob er die Polizei rufen und den Falschparker abschleppen lassen will (ui, das wird teuer) oder ob er die Mülltonnen, an die er nicht rankommt, auch gar nicht leert. Denn das muss er nicht.

Die Anwohner aus der Pfarrwiese regen aber nun an, der Ortsbeirat soll diese Parkmarkierungen wieder beseitigen lassen. Nur: warum? Mit den Parkmarkierungen hat der Ortsbeirat lediglich einen Denkanstoß und Orientierungshilfe zum Parken mit Rücksicht auf die Nachbarn gesetzt. Die Freiheit, immer noch widerrechtlich auf den Gehwegen oder vor den Einfahrten zu parken, ist niemand genommen worden. Nur müssen die Falschparker bereit sein, die Konsequenzen ihres Handelns zu tragen.

Die einzige andere Lösung bestünde darin, dass der Ortsbeirat beantragt, dass die Straße regelmäßig von der Stadtpolizei bestreift würde, die dann freundlich aber bestimmt Verwarnungen und Bußgeldbescheide verteilt. Noch aber vertrauen die Ortsbeiräte aller Fraktionen auf die Einsicht der Verkehrsteilnehmer An der Pfarrwiese. Zu viel Vertrauen? Oder zu wenig?

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