12.11.2020 Corona rückt näher. Auch in Harheim

Corona

Die Infektionszahlen steigen in Hessen stark an, besonders in Hessens Party-Hot-Spots Offenbach und Frankfurt. Keine Überraschung also, dass auch Menschen aus dem ansonsten abgelegenen und paradiesischen Harheim sich infizieren, solange sie sich nicht rund um die Uhr in selbstgewählte Quarantäne begeben. Die Harheimer Grundschule hat in dieser Woche informiert, dass ein Kind positiv getestet worden ist, und die Kinder bis zum 20.11. deshalb durchgehend auch im Unterricht Maske tragen müssen. Eine Quarantäne für andere Kinder oder Klassen wurde nicht angeordnet. Nun sind Eltern ratlos und verwirrt. Könnte ein infiziertes Kind nicht im Unterricht das Virus weiterverbreitet haben? Also:

Wo stecken sich Menschen mit Covid-19 eigentlich an?
Immer noch verbreiten Fachleute aus Politik und Virologie massiv die Ansicht, dass sich Infektionen hauptsächlich im privaten Bereich ereignen, also bei privaten Feiern im Familien- oder Freundeskreis. Leider vernachlässigen sie jedoch, dass es nur bei einem Viertel aller Infektionen plausible Hinweise gibt, wo sich die Infektionen ereignet haben. In den meisten Fällen ist unbekannt, wo sich ein Mensch infiziert hat. Das kann zwar bei einer Party, aber genauso gut im öffentlichen Nahverkehr, an der Arbeitsstelle, in der Schule oder beim Einkaufen geschehen sein.

Mindestens beim November-Lockdown wurde unterschiedslos alles geschlossen, was wirtschaftlich ohne heftige Einbrüche geschlossen werden konnte. Die Erfahrungen mit ausgefeilten Hygienekonzepten in der Gastronomie, im Sport, in Kino und Theater sind nicht berücksichtigt worden. Nun rächt sich aber der konzeptionslose Teil-Lockdown. Denn weiterhin wissen wir kaum, wo und in welchen Situationen sich das Virus weiterverbreitet. Auch die Corona-App hilft nicht weiter, weil sie davon abhängig ist, ob ein positives Testergebnis auch gemeldet wird. Alleine schon, wenn ein symptomloser COVID-19 Infizierter gar keinen Test machen kann, ist die Verfolgung der Infektionskette am Ende.

Weitgehend sicher ist lediglich die Erkenntnis: Das Virus wird nur da weitergegeben, da wo zwei oder mehr Menschen sich begegnen.

Wie groß ist das Risiko, sich das Corona-Virus einzufangen?
Bei weitem nicht jeder Kontakt zu einem Infizierten bedeutet, dass man selbst infiziert wird. Mit der Dauer und Häufigkeit der Begegnungen nimmt das Risiko allerdings zu.

Mit bestimmten Maßnahmen können Sie das Risiko einer Infektion senken. Völlig ausschließen können Sie es jedoch nicht. Masken, Abstand, Hygiene und Lüften können das Risiko senken. Wie stark diese Methoden wirken, darüber streiten sich die Gelehrten bis zum heutigen Tag.

Die bislang vorliegenden Daten des RKI zeigen, dass sich junge Menschen (bis 14 Jahren) deutlich seltener infizieren. Unter anderem aus diesem Grund könnte das Gesundheitsamt Frankfurt auch entschieden haben, dass bei COVID-19 Fällen in Grundschulen eine Quarantäne ganzer Klassen oder Schulen nicht zielführend ist. Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes hatte in dieser Woche darauf hingewiesen, dass es zwar viele Lehrkräfte gibt, die infiziert sind und auch viele Schülerinnen oder Schüler, die sich angesteckt haben. Aber diese Ansteckungen finden normal nicht in der Schule statt. Außerdem seien besonders kleinere Kinder weit weniger ansteckend als Erwachsene.

AHA Regeln im Schulbus?

Und wie ist das mit den Schulbussen?
Aktuell beschweren sich Eltern in Harheim darüber, dass die Schulbusse besonders morgens häufig überfüllt sind, und damit ein empfohlener Abstand nicht einhaltbar ist. Der Hinweis freundlicher Kommunalpolitiker, dass sich die Schülerinnen und Schüler vielleicht überlegen müssten, einen Bus früher zu nehmen, greifen wir zwar gerne auf, geben aber zu bedenken, dass gerade am Stadtrand Busse auch in den Morgenstunden leider nicht immer im 5- oder 10-Minutentakt fahren. Und im Vergleich zu Verkehrsdezernenten oder Bildungsdezernentinnen werden es sich Schülerinnen und Schüler nicht erlauben können, selbst zu entscheiden, dass sie einen Bus später nehmen, in der Hoffnung, der sei weniger voll, aber mit der Aussicht auf wenig Verständnis seitens der Schule für die Verspätung.

Corona und Schule – ein sicherer Ort?

Was nun tun mit den Schülerinnen und Schülern?
Bleiben Sie ruhig und besonnen und vermeiden Sie, die Angst bei ihren Kindern zu vergrößern. Häufig gehen Kinder und Jugendlichen mit solchen Situationen viel vernünftiger zu, als man denkt.

Achten Sie auf die Regeln, selbst wenn Ihnen die ein oder andere Maßnahme nicht logisch oder richtig zu sein scheint.

Lassen Sie keine Angst oder Panik aufkommen. Die Gesundheitsämter Frankfurts wissen auch nicht alles aber sie bearbeiten die Sache kompetent unter Einbezugnahme neuester Erkenntnisse. Überlegen Sie: Möglicherweise ist Schule immer noch ein sicherer Ort für Ihre Kinder, als anderswo.

Und immer wieder: Reduzieren Sie Kontakte und Begegnungen. Vermeiden Sie volle Busse oder Züge. Suchen Sie nach Alternativen.


Fakten
zu den Ansteckungsorten
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Nov_2020/2020-11-03-de.pdf?__blob=publicationFile

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