19.11.2020 Immer Ärger mit den Flaschen. Wohin mit dem Leergut, wenn kein Container mehr da ist?

Altglascontainer Am Auweg

Wohin mit leeren Flaschen? Na ganz klar, zurück zu Nettrewaldi, oder wo das Gesöff eben gekauft wurde, und dort ab in den Pfandomat. Die Mehrweg-Quote beim Bier liegt bei rund 80 Prozent. Mehrweg heißt, die einmal hergestellte Flasche muss nur nach Gebrauch gereinigt werden und wird nicht einfach weggeschmissen und mit teurem Rohstoffeinsatz neu hergestellt. Leider aber sind nicht alle Getränke in Mehrwegflaschen. Und da fängt der Ärger an. Einwegglasflaschen schneiden wegen der nur einmaligen Nutzung ökologisch gesehen nicht nur katastrophal schlecht ab. Sie sind überdies ein Problem wenn sie leer getrunken sind und man sie wieder loswerden will. Manch ein begnadeter Säufer wirft seine sechs oder mehr leeren Flaschen auf dem Nachhauseweg sportlich mit Schmackes in einen Altglascontainer und erfreut sich am musikalischen Klirren. Obwohl neben dem Einwurfloch deutlich steht: Einwurf nur von 7.00 bis 19.00 Uhr. Die Nachbarn haben dann auch noch was davon. Denn die schrecken im Schlaf hoch und würden dem Lärm emittierenden Trunkenbold wütend und verärgert am liebsten mit der Schrotflinte hinterherballern. Wenn sie denn eine greifbar hätten.

Altglascontainer bei Altkönigblick

Dieses Problem lässt sich leicht lösen, meint eine Fraktion im Harheimer Ortsbeirat. Und will alle Standorte für Altglascontainer bis auf drei streichen. Klappe zu, Affe tot. Lediglich die Container am Altkönigblick nähe Netto-Markt und der in der Riedhalsstraße vor dem Sportanlagenparkplatz sollen erhalten bleiben. Denn da wohnen keine lebenden Anwohner in der Nähe, die sich durch berstendes Glas aus dem Schlaf schrecken liessen. Zusätzlich soll noch ein Standort an der Kreuzung Korffstraße/Harheimer Weg dazu kommen. Also in der Nähe des Friedhofs. Dessen Bewohner, so kann man annehmen, werden sich über schepperndes Glas wohl ohnehin nicht beschweren. Aber sind nun damit wirklich alle Probleme gelöst?

Der trinkfreudige Gesell wird sich nun was anderes überlegen müssen, was er mit seinem leeren Sixpack macht. Ob der mitten in der Nacht noch den weiten Weg zum Friedhof geht, um seinen Müll loszuwerden, erscheint zweifelhaft Naheliegender wäre, die leeren Flaschen irgendwo an einem der Müllbehälter am Wegesrand zu deponieren. Genau das gleiche Problem hat aber jetzt auch der nachtschlafende Anwohner, der nun nicht mehr im Bett hochschreckt. Jetzt hat er Ruhe, denn da steht gar kein Container mehr zum Flaschen reinwerfen.

Altglascontainer am Friedhof

Aber auch er muss seine Wein-, Schnaps, und Saftflaschen, die sich so zusammensammeln, irgendwann mal zum Container bringen. Aber auch für ihn ist der nächste Altglascontainer jetzt vielleicht 800 Meter entfernt. Oder weiter. Für seine Nachbarn auch. Das läuft nun nicht mehr, mal kurz das Altglas wegbringen. Jetzt überlegt man schon, besser das Auto zu nehmen oder die Flaschen einfach in die Restmülltonne oder in einen öffentlichen Abfallbehälter zu werfen. Immer noch die bessere Lösung. Genug fröhliche Zeitgenossen entsorgen jetzt schon ihre Flaschen und ihren Müll im Park, an den Kleingärten oder irgendwo wild im Gebüsch und vertrauen darauf, dass irgend ein schlecht bezahlter Geringverdiener das wegräumt. Vielleicht ist eben keine Container in der Nähe auch keine Lösung.






Fakten
In Harheim gibt es augenblicklich sieben Standorte für Altglascontainer:
– Altkönigblick (Bei Netto)
– Riedhalsstraße (bei Sportanlage)
– In den Schafgärten (Bürgerhaus)
– Korffstraße (Friedhof)
– Maßbornstraße, gegenüber Hausnummer 31
– Am Auweg Nähe Hausnr. 28
– Am Auweg gegenüber von Hausnr. 7

In die Container darf werktags von 7.00 bis 19.00 Uhr eingeworfen werden. Sonntags und Feiertags ist das Einwerfen verboten.

Anträge
OF 261/14 der SPD
OF 270/14 der CDU

und die werden behandelt bei der

Ortsbeiratssitzung
Ortsbeiratssitzung am 23. November 2020, 20 Uhr
Bürgerhaus Harheim
Bitte beachten Sie die Hygienevorschriften.

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7 Antworten zu 19.11.2020 Immer Ärger mit den Flaschen. Wohin mit dem Leergut, wenn kein Container mehr da ist?

  1. Hock, Günther schreibt:

    Sehr guter Beitrag.
    Einen Container hast du vergessen.
    – Maßbornstraße an der alten Bushaltestelle hinter dem Wohnwagen

  2. Arjan Vink schreibt:

    Unglaublich, wir sitzen in der zweiten Corona-Welle und was macht die Harheimer Politik: Sie beschäftigt sich mit Glascontainer! Echt unfassbar…

  3. hseuffert schreibt:

    Danke für den Hinweis

  4. Arjan Vink schreibt:

    Übrigens:
    Nutzungsregeln für Sammelcontainer (https://www.fdh-ffo.de/entsorgung/abfallsammlung/altglas/)

    Der Einwurf ist Montag bis Freitag nur von 7 bis 19 Uhr und am Samstag von 9 bis 19 Uhr gestattet – kein Einwurf an Sonn- und Feiertagen. Bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Anwohner.

    Das Abstellen von Abfällen neben bzw. auf den Containern und der Einwurf von anderen Abfällen als Altglas ist verboten. Zuwiderhandlungen werden als Ordnungswidrigkeit bzw. als Straftat verfolgt.

  5. Ulrike Menges schreibt:

    Ein interessanter Bericht von Ihnen, ich gehe mal stark von aus, daß vor Ihrem Haus kein Glascontainer steht ?
    Das die „Friedhofsbewohner“  sich vom ständigen Einwurf der Flaschen nicht „gestört“ fühlen mag richtig sein, aber es wohnen durchaus auch noch „lebendige“ Mitbürger in der direkten Nachbarschaft des Glascontainers (Standort; Korffstraße / Friedhof)  die sich sehr wohl gestört fühlen und regelmäßig zu nachtschlafender Zeit , auch an Sonn-und-Feiertagen (!) aus ihrer Nachtruhe aufschrecken.
    Eine Verschiebung des Containers um lediglich ca. 100m sollte doch kein Problem für alle Mitmenschen darstellen, oder ?
    Zu guter Letzt möchten wir noch anmerken, daß ca. 80% der leeren Flaschen ohnehin mit dem Auto transportiert werden, d.h.: mit Auto direkt vor dem Container anhalten, Motor selbstverständlich weiter laufen lassen, Flaschen klirrend einwerfen, zurück zum Auto, Autotür mit Schmackes zuschmeißen , los fahren..
    Ihr Argument „…Jetzt überlegt man schon, besser das Auto zu nehmen“  hinkt leider …  
    Grüße von den entnervten Bewohnern der Spitzenstr.  

    • hseuffert schreibt:

      Sie haben Recht, Frau Menges, vor meinem Haus steht kein Glascontainer. Dafür wohne ich seit 2 Jahren unmittelbar neben einer Großbaustelle die den Monitor auf meinem Schreibtisch zum Tanzen bringt. Auch nachts. Regelmäßig werden wir frühmorgens von Müllfahrzeugen geweckt und wenn am Born fröhliche Partys stattfinden hören wir das nachts genauso wie auch die Großveranstaltungen an der Sportanlage.

      Natürlich ist das keine Rechtfertigung dafür, dass auch andere Menschen Lärm ertragen sollen.Das Problem „Altglascontainer“ kann bestimmt nicht dadurch gelöst werden, dass man diese Container abschafft oder außer Reichweite bringt. Genausowenig, wie man das Problem der frühmorgens lärmenden Müllfahrzeuge dadurch löst, den Müll gar nicht mehr abzutransportieren.

      Was Sie aus meinen Angaben noch nicht erfahren konnten: Für die Fraktion der Grünen habe ich bei der Ortsbeiratssitzung am Montag abend folgende Lösung vorgeschlagen:
      Der Container „Am Auweg“ gg. Hausnummer 7 wird entfernt. Die Container Am Auweg bei Hausnummer 28 und der Container in der Korffstraße am Friedhof werden durch lärmgedämmte Container ersetzt, die nach Angaben der FES bedeutend leiser sein sollen. Alle anderen Standorte sollen erhalten bleiben. Auf diesem Wege wird wahrscheinlich die Lärmquelle am Friedhof besser gedämmt, als bei einer Verschiebung um 100 Meter, die aber durchaus zusätzlich noch überlegt wird. Vor einer Einigung wollten die Ortsbeiräte vor einer Entscheidung jedoch noch mehr Informationen über die lärmgedämmten Container.

      Sie sehen also: Die Frage der Glascontainer wird im Ortsbeirat gründlich abgewogen. Auch wenns manchmal etwas dauert. Aber gute Lösungen wollen oft gut überlegt sein.

      Grüße aus der Riedhalsstraße

  6. Uli Menges schreibt:

    Hallo Herr Seuffert, ich könnte jetzt anführen dass wir zusätzlich zum lärmenden Glascontainer, ebenfalls seit über 1 Jahr genau gegenüber eine Baustelle haben, zudem dauerhaft die Busshaltestelle und selbstverständlich auch die wöchentliche Müllabfuhr+ Straßenkehrmaschine(um 6.00 Uhr) aber da wären wir ja wieder beim Thema „Rechtfertigung wieviel Lärm ist zumutbar“
    Von einer Abschaffung des Altglascontainer war nie die Rede, lediglich von einer Verschiebung des Selbigen. Mit wohlwollen würden wir ihre Lösung eines lärmgedämmte Containers plus Verschiebung um 100m präferieren.
    In der Hoffnung auf eine gute Lösung (auch wenn’s manchmal etwas länger dauert) sende ich Ihnen viele Grüße aus der Spitzenstraße

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