01.02.2021: Ja, der Alte Kirchplatz soll schöner werden.

Der Alte Kirchplatz Harheim

Dauerthema im Harheimer Ortsbeirat: Der „Alte Kirchplatz“. Ähnlich wie im Europacup stehen sich in der Finalrunde zwei Mannschaften mit jeweils zwei Konzepten gegenüber. Da ist einmal die Mannschaft in den roten Trikots, die finden, dass der Platz ziemlich trostlos ist, seit die meisten Bäume abgestorben sind, und deswegen neu gestaltet werden müsse. Das Geld dazu soll aus dem Programm „Schöneres Frankfurt“ genommen werden. Die Mannschaft in den schwarzen Trikots findet, die Roten gehen zu weit und sie schlagen vor, der Alte Kirchplatz soll inclusive Brunnen, Apostelfigur und Sandsteinmauern gereinigt, von Kalkresten und -flecken befreit, die Brunnentechnik erneuert, und an den „vorgesehenen“ Stellen wieder mit Bäumen bepflanzt werden. So weit so gut. Auch wenn es etwas von der Spannung nimmt: wir verraten das Ergebnis schon mal vorab: die Schwarzen gewinnen 6:4. Soweit alles klar. Oder nicht?

Harheimer Kirchplatz

Schaut man einmal zurück, wie es zu diesem Endspiel gekommen ist, dann bleiben noch ein paar klitzekleine Restzweifel. Im Juni 2019 hatte die rote Mannschaft das Turnier eröffnet mit dem Antrag, dass die Bäume auf dem Alten Kirchplatz zurückgeschnitten oder ersetzt werden sollen. Drei Monate später, am 10. September 2019, gab es dazu einen Ortstermin auf dem Platz mit den Experten aus dem Grünflächenamt. Und gleichzeitig die Geburt eines kleinen Problemchens. Denn es stellte sich heraus, dass die neuen Bäume dort nicht nur mehr Fläche brauchen, sie können auch an den ursprünglichen Stellen gar nicht eingesetzt werden, weil darunter Versorgungskabel oder Leitungen verlaufen.

Auch hier stand mal ein Baum

Ab diesem Zeitpunkt verlagert sich das Turnier vorübergehend ohne die Spieler auf außerhalb des Spielfelds befindliche Sphären, nämlich die Ämter, in diesem Falle wohl das Grünflächenamt (GFA) und das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE). Während im Grünflächenamt die neuen Bäume schon pflanzbereit in Wartestellung lauern, unterbricht das ASE das laufende Turnier erst einmal, um herauszufinden, wo das Platzbegleitgrün denn eingepflanzt werden könne. Denn eigentlich müssten die Bäume in die Platzmitte versetzt werden. Optimalerweise auch auf einer Fläche, unter der keine Leitungen herumliegen. Nun war aber gerade Funkstille zwischen den zwei Ämtern und die Angelegenheit geriet erst einmal in eine Art Warteschleife.


Apostelfigur des hl. Jakobus

Bis schließlich der Ortsbeirat die Spielunterbrechnung beenden wollte. Der Ortsvorsteher wurde als Emissär ausgeschickt, um einen weiteren Ortstermin auf neutralem Grund mit den Ämtern zu vereinbaren, an dem die unentschiedene Sache vielleicht praktisch und gütlich einer Einigung näher gebracht werden könne. Unterdessen hatte aber nun Corona die Macht über Terminplanung und Ortstermine an sich gerissen. Der Emissär wurde zu den Ortsbeiräten zurückgeschickt mit der Nachricht, die Ämter seien in Corona-Zeiten nicht zu einem solchen Termin bereit.

Die rote Mannschaft, der die trostlose Anmutung des Platzes weiterhin ein Dorn im Auge war, entschloss sich nun forsch, das Spiel mit einem neuen Einwurf wiederzubeleben. Der Einwurf war in diesem Fall der Antrag, den Platz einfach neu zu gestalten. Einschließlich Teilentsiegelung und Bepflanzung mit neuen geeigneten Bäumen. Der schwarzen Mannschaft dagegen war die Radikalität der roten Ideen zu krass. Alles solle wieder so werden, wie es 1984 geplant war. Da sollen jetzt einfach Bäume „an den vorgesehenen Stellen“ gepflanzt und der Platz wieder schön werden. Kabel hin und Leitungen her. Das wird schon irgendwie gehen.

Das Ergebnis? Steht oben. Wieder ein Beispiel, wie einfach komplexe Probleme effektiv gelöst werden. Nun gilt es nur noch abzuwarten, wann die Bäume kommen. Und wo sie eingepflanzt werden.  

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Eine Antwort zu 01.02.2021: Ja, der Alte Kirchplatz soll schöner werden.

  1. Tanja D schreibt:

    Bei dem Beschluss zur Sanierung des Kirchplatz fehlen mir die Sitzbänke, so wie sie jetzt sind möchte man sich nicht mehr darauf setzen.

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