01.03.2021: Stromausfall in Frankfurt – und was dann?

Was, wenn kein Strom mehr rauskommt?

Deutschland hat eines der sichersten Stromnetze der Welt. Normalerweise kommt ein „Blackout“ nur sehr selten vor und dauert auch nur wenige Minuten. Aber wenn´s nun wirklich mal hart kommt – sind wir darauf vorbereitet? Der letzte länger dauernde Stromausfall in Frankfurt war am 17. November 2020. Wegen eines Brandes im Umspannwerk Höchst kam in Höchst, Nied sowie in Teilen von Griesheim, Sossenheim, Zeilsheim, Sindlingen und Unterliederbach für mehrere Stunden kein Strom mehr aus der Steckdose. Was ist dann, wenn der Radiowecker morgens ausfällt, die Kaffeemaschine und der Herd nicht mehr geht und vielleicht das Handy auch ziemlich am Ende ist und nicht mehr geladen werden kann? Vor allem, wenn der Stromausfall länger andauert?

Auch die Stadt Frankfurt ist darauf nur eingeschränkt vorbereitet. In den Ämtern und Betrieben der Stadtverwaltung sind nur vereinzelt Notstromaggregate vorhanden. Damit kann der Betrieb von Trinkwassernotbrunnen und der Betrieb von Pumpwerken oder Wehren sichergestellt werden, um Überflutungen zu verhindern.
Jedes Krankenhaus verfügt über (mindestens ein) Notstromaggregat und kann über einen gewissen Zeitraum autark arbeiten.

überraschend viele Geräte laufen ohne Strom gar nicht mehr

Anders sieht es im öffentlichen Nahverkehr, bei den Tankstellen und in den Supermärkten aus. Der ÖPNV kann bei einem Blackout nicht aufrechterhalten werden. Der Betrieb von S- und U-Bahnen sowie Bussen wird eingestellt. Über mobile Tankstellen verfügt lediglich die Branddirektion. Daneben gibt es weitere notstromversorgte Betriebstankstellen mit Zugriffsmöglichkeit für die Branddirektion. „Normale“ Tankstellen für normale Bürger werden dagegen ohne Strom vermutlich auch kein Benzin oder Diesel verkaufen können. Natürlich haben auch E-Autos keinen Innovationsvorteil. Die Wallbox bei Ikea oder Aldi wird genauso stromlos sein, wie des Möbelhaus oder der Supermarkt selbst.

Genauso dunkel sieht es für die Bürger*innen in Harheim aus. Abgesehen davon, dass kein Licht mehr brennt, kein Kühlschrank, Herd oder Wasserkocher mehr geht, wird auch der Versuch scheitern, bei Netto noch kurz hamstern zu gehen. Keine Ladenkasse wird mehr funktionieren, kein Kreditkartenlesegerät mehr die Zahlung freigeben. Sofern ihr Telefon über einen Router funktioniert, wird es genauso im Tiefschlaf bleiben, wie ihr PC. Ihr Laptop läuft vielleicht, ins Internet kommt man mit etwas Glück vielleicht über das Smartphone. Sie müssen dann nur hoffen, dass die Notstromversorgung der vielen Frankfurter Rechenzentren angesprungen sind.

Schlechte Aussichten also. Beruhigend ist da nur noch die abschließende Ansicht des Energiereferats: „Nach Bewertung des städtischen Energiereferates wird das Risiko eines möglichen Blackouts auch in Zukunft als gering eingeschätzt.“

Und wenn es doch mal passiert? Alle betroffenen Frankfurter*innen mit einem Campingkocher, Holzkohle-Grill, mit einem guten Buch zur Hand, ein paar Kerzen, vielleicht sogar mit einer Solaranlage auf Dach oder Balkon die lokal Strom liefern kann, sind dann leicht im Vorteil. Ebenso die, die in ihrem Klein- oder Gemüsegarten von den selbst angebauten Erzeugnissen leben können. Wenn´s mal wirklich lange dauert. Darüber hinaus hilft nur eine ordentliche Portion Geduld.


Fakten:
Bericht des Magistrats B417 vom 28.08.2020:
„Möglicher Blackout in Frankfurt“
https://www.stvv.frankfurt.de/download/B_417_2020.pdf

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