17.05.2021: OB Peter Feldmann (SPD) will doch wieder den Pfingstberg bebauen.

Zwischen Harheim, Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach ist doch noch Platz für ein Stadtviertel meint Frankfurts Oberbürgermeister

Eigentlich ist alles klar gewesen. Die Idee, auf den Grünflächen zwischen Nieder-Eschbach, Nieder-Erlenbach und Harheim einen neuen Stadtteil hochzuziehen war eingemottet. Die Flächen sollten unbebaut bleiben und der fruchtbare Boden weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. Hier sollte weder ein Betriebshof für die VGF noch ein neues Stadtviertel mit allen dazu erforderlichen Straßen, Schulen, Kindertagesstätten und öffentlichem Nahverkehr entstehen. Aber die aktuellen Koalitionsgespräche in Frankfurts Römer sind noch nicht mal abgeschlossen, da bringt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau ohne Not den Pfingstberg wieder für billigen Wohnraum ins Gespräch. „Auch die Bebauung des Pfingstberges sollte eine Option bleiben. Die Menschen in dieser Stadt fordern endlich preisgünstigen Wohnraum“. Zur Erinnerung: es war genau der gleiche Oberbürgermeister, der wenige Monate nach seinem Amtsantritt 2012 das Pfingstberg-Areal für sein Programm „bauen, bauen bauen“ ins Visier nahm. Schließlich sind für ihn die landwirtschaftlich genutzten Flächen viel zu schade, weil da nur Zuckerrüben angebaut werden. Und Salat und Erdbeeren kann man ja auch aus China importieren. Passende Pläne für das neue Stadtviertel liegen zufälligerweise schon seit vielen Jahren in den Schubladen, entwickelt vom ehemaligen Planungsdezernenten und heutigen Projektentwickler Martin Wentz (SPD), ein ausgebildeter Diplom-Physiker. Diese Pläne könnten nach langen Jahren Schattendaseins endlich Realität und die Grünflächen doch noch erfolgreich zugebaut, versiegelt und wirtschaftlich verwertet werden.  

Noch gibts hier Landwirtschaft und klimawichtige Grünfläche

War Feldmanns Vorschlag nur ein Ablenkungsversuch von der penetrant anhänglichen AWO-Diskussion oder schafft es des Oberbürgermeisters Lieblingsidee tatsächlich in den Koalitionsvertrag von Grünen, SPD, FDP und Volt? In ein paar Tagen wissen wir vielleicht mehr. Im betroffenen Harheim wird OB Peter Feldmann und Planungsdezernent Mike Josef (SPD) absehbar auf humorlosen Widerstand stoßen, wenn es darum geht, die fürs Frankfurter Stadtklima wichtigen Grünflächen zuzubauen und zu versiegeln und gleichzeitig der regionalen Versorgung mit Lebensmittel den Garaus zu machen. Nicht nur die Grünen Harheims lehnen eine weitere Versiegelung von Grünflächen aus Klimagründen klar ab und sie hatten es geschafft, ins Grüne Frankfurter Wahlprogramm eine Pfingstbergbebauung ausdrücklich als no-go zu verankern. Auch Harheims CDU versprach bislang eisern, eine Bebauung des Pfingsbergs zu verhindern. Einzig bei der Harheimer SPD war eine ähnlich klare Position gegen ein neues Stadtviertel auf dem Pfingstberg aktuell nicht mehr in Sicht.  

Fakten:
OB Peter Feldmann zitiert aus „Frankfurter Rundschau, S-Ausgabe, 15.05.2021, Seite
F3″

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