23.11.2021 Blowin in the wind. Ein Dezernent hinterlässt tiefe Spuren.

Frankfurts Verkehrsdezernent von 2016 bis 2021: Klaus Oesterling (SPD)

288 Anträge (zweihundertachtundachtzig) haben die Harheimer Ortsbeiräte in der Wahlperiode 2016 bis 2021 geschrieben. Die meisten davon hatte der Ortsbeirat beschlossen und an den Römer weitergeleitet. Die Antwort kam gelegentlich innerhalb von Wochen, manchmal dauerte es Monate, manchmal kam die Antwort auch nie. Verständlich: Verwaltung und Dezernent(inn)en haben halt einfach eine Menge zu tun.

Dieser Tage kam nun eine unerwartete Nachricht vom neuen Dezernenten für Mobilität (früher Verkehr) und Gesundheit an alle Ortsbeiräte. Der neue Dezernent schreibt, dass er nach dem Übergang vom alten Verkehrsdezernat auf das neue Dezernat : … eine Vielzahl auch sehr alter Stellungnahmen an die Ortsbeiräte vorgefunden habe, welche offenbar [den Ortsbeiräten] nicht zugeleitet wurden….“ Die Gründe dafür sind dem neuen Dezernent, Stefan Majer (Grüne), nicht bekannt.

Jetzt geht manchen Ortsbeiräten ein Fernlicht auf, weshalb sie so häufig vergeblich auf eine klärende oder informative Antwort aus dem Dezernat für Verkehr gewartet haben. Der gut bezahlte Dezernent hat sie für sich behalten. Aber wieso?

Drama Bahnausbau: Der Bahnübergang in Berkersheim wird geschlossen. Und was dann?

Den Harheimer Ortsbeiräten ist in besonderer Erinnerung, dass sie die Pläne der Omegabrücke und der Überquerungsmöglichkeiten der Gleise am Berkersheimer Bahnhof vom (Ex-)Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD) erst nach einem etwa 18-monatigen zähen Kampf und Einschaltung des Oberbürgermeisters Peter Feldmann bekommen haben. Bis dahin hatte der Dezernent Oesterling offenbar lediglich homöopathisch kleine Informationsdosen verteilt. Und auch die vorzugsweise an Mitglieder der SPD-Fraktionen. Warum sollten die anderen Stadtteilpolitiker nicht informiert werden? Niemand weiß es.  

Welche Intention hinter dem Zurückhalten der Informationen gestanden haben mögen, ist alles andere als verständlich. Dass aber Oesterlings Geheimhaltungspolitik Harheims Bemühungen um eine möglichst schnelle, barrierefreie Wiederherstellung der Wegeverbindung zwischen Harheim und Berkersheim um Jahre zurückgeworfen haben, liegt auf der Hand. Denn schon zu Oesterlings Amtsantritt im Jahr 2016 war klar, dass am Berkersheimer Bahnhof nach dem Wegfall des Bahnübergangs eine Brücke als Ersatz gebaut werden muss. Die Pläne dafür lagen bereits fertig in der Schublade des Verkehrsdezernats. So ein Projekt braucht wegen dem vorgeschriebenen Planänderungsverfahren nach Meinung der Experten etwa sechs bis acht Jahre bis zur Fertigstellung, es kann aber auch deutlich länger dauern. Hätte Oesterling bereits damals zügig dieses Projekt angefasst, wäre eine barrierefreie Verbindung von Harheim nach Berkersheim, Preungesheim oder Innenstadt gerade für den Radverkehr und für mobilitätseingeschränkte Senioren nach dem Streckenausbau deutlich früher wieder möglich gewesen.

So soll es einmal werden. Alle Verkehrsteilnehmer, egal ob zu Fuß, mit dem Rollator, Fahrrad oder Lastenrad können die Gleise Queren. Diese Planung liegt seit 2015 im Verkehrsdezernat.

Jetzt beginnt die Uhr für diese acht Jahre erst im nächsten Jahr zu ticken, wenn dann gleichzeitig auch der Bahnübergang abgebaut ist. Damit wird es über viele Jahre Verkehrsbehinderung, Umleitungen und längere Wege für Fuß- und Radverkehr und auch für die Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel geben. Wir werden Klaus Oesterling daher sicherlich in Erinnerung behalten.


Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s