07.12.2021 Jetzt eingeweiht: ein Jugendhaus in Harheim.

Clubeigene Wandmalerei im Inneren

„Macht hoch die Tür die Tor macht weit“ – einen offenen Jugendclub mit einem Kirchenlied aus dem 17. Jahrhundert einzuweihen, das mag schon etwas antiquiert, schräg und widersprüchlich sein. Den vielen Kindern und Jugendlichen in Harheim nahe am Wohnort einen Raum anzubieten, einen Ort, an dem sie sich mit Freunden treffen können und gleichzeitig Anregung, Hilfe und Beratung bekommen können, diese Idee war in Harheim immer schon schräg, antiquiert und widersprucherregend. Deswegen war an diesem Abend das ostpreussische Adventslied von Pfarrer Georg Weissel aus dem Jahr 1623 anlässlich der feierlichen Einweihung der Altroßgärter Kirche in Königsberg ganz bestimmt eine gute Wahl mit äusserst symbolhaftem Inhalt.

Hier kann man´s aushalten. Der KiJu von Innen.

Die Hauptpersonen des Abends, die Kinder und Jugendlichen, hatten sich fernab der mit Kinderpunsch und Grußreden feiernden Erwachsenen bereits im betriebsamen Jugendclub an Bar, Billardtisch und Kicker vergnügt breit gemacht, während Pfarrerin Petra Lehwalder zusammen mit den Ehrengästen aus Kirchenvorstand, Magistrat, Stadtverordnete, Ortsbeiräten und anderen coronakonform mit Abstand noch einmal 20 oder gar 25 Jahre Entstehungsgeschichte der Harheimer offenen Jugendarbeit Revue passieren ließen. Wären sich die Ortsbeiräte im schönen Harheim immer alle einig gewesen, hätte es einen offenen Jugendclub vielleicht schon früher gegeben, deutete die ehemalige Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) vorsichtig an. Stadträtin Anna Grundel (GRÜNE), die die Grüße des Magistrats und der Sozialdezernentin Elke Voitl überbrachte, brachte es freudig und nüchtern auf den Punkt: Gut, dass es auch in Harheim jetzt ein „Jugendhaus“ für Kinder und Jugendliche gibt. Jugendhaus? Nun, das war vielleicht ein klitzekleines bisschen übertrieben. Immerhin „besetzt“ die junge Generation ab 11 Jahren das neu renovierte Souterrain des Gotteshauses, das aus seinem Rumpelkammerdornröschenschlaf mit einer munteren Renovierung wachgeküsst wurde. Das bringt aber sicherlich so auch gleichzeitig quirliges Leben in das Haus der Kirchengemeinde und rückt sie mindestens virtuell ein paar Meter naher in die Mitte des Stadtteils. „Offen“ heisst im Übrigen: Jungen und Mädchen ab 11 Jahren, egal welcher Konfession, Religion oder Herkunft. Warum denn eine offene Jugendarbeit in einem kirchlichen Raum stattfindet? Ganz einfach: weil die evangelische Kirchengemeinde das Wagnis eingegangen ist, und Raum und Trägerschaft bereitgestellt hat. Denn auf ein eigenständiges Jugendhaus hätte der kleine Stadtteil Harheim vermutlich noch lange warten müssen.

Wie ein typisches Jugendhaus sieht´s nicht aus, aber wichtig sind einfach die inneren Werte. Der Eingang zum KiJu-Club ist links bei der Tanne.

Inoffiziell geöffnet ist der Kinder- und Jugendclub in Harheim schon seit Oktober, also rechtzeitig zum Beginn der kalten, feuchten Jahreszeit, in der es draußen, auf der Spielstraße etwa, fürs gemeinsame Abhängen und Chillen einfach zu unwirtlich ist. Viel Werbung war gar nicht nötig. Hauptsächlich die Mund-zu-Mund-Flüstertüte hatte die Nachricht unter der Zielgruppe verbreitet. „Das wird in Harheim schon ganz gut angenommen…“ bestätigt der hauptamtliche ständige Mitarbeiter und Betreuer des Jugendclubs, „da sind schon mal gelegentlich bis zu 20 Kinder da“. Das ist unter schwierigen Coronabedingungen und für Harheim schon ein ordentlicher Wert. Jetzt endlich müssen Kinder und Jugendliche nicht mehr mit Bus oder Fahrrad in andere Stadtteile fahren und sich zugleich Eltern keine Sorgen machen, was den Kids alles zustoßen könnte. „Alles hat seine Zeit“ hatte Pfarrerin Lehwalder zitiert. Jetzt war endlich die Sternstunde für Raum und Zeit und offen für alle Kinder und Jugendliche.  


Fakten:
Die Öffnungszeiten des Kinder- und Jugendclubs Harheim finden Sie oder Ihre Kinder auf https://www.kijuclub.de/zeiten/

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