28.12.2021:  Harheimer Schotterboulevard wird ausgebessert. Irgendwann.

Der Harheimer Schotterboulevard soll nun doch für Fußgänger und Radfahrer ausgebessert werden. Der Weg, der vom Urnbergweg bis zum Storchenhorst und dort bis zum Nordpark in Bonames führt, ist im April 2021 mit einem dicken, groben Schotterbelag bedeckt worden, der vermutlich das Befahren mit Traktoren samt Anhänger einfacher macht. Für Fußgänger* und Radfahrer*innen dagegen stellt dieser Belag eine Tortur, wenn nicht gar eine Gefahr dar. Der sonntägliche Spaziergang zur Storchenbesichtigung – plötzlich war das besonders auch für Kinder mühsam. Wie konnte es dazu überhaupt kommen?

Kurzer Blick zurück ins Jahr 2020. Der BFF Ortsbeirat Alfred Quirin fordert per Antrag, dass die Feldwege sich „… über weite Strecken in einem desolaten Zustand…“ befinden und daher dringend in Abstimmung mit dem Ortslandwirt saniert werden müssen. Quirin hatte im Antrag ausdrücklich darauf hingewiesen, dass diese Feldwege auch zu Zwecken der „…Erholung, etwa durch Spaziergänger und Radfahrer…“ dienen. Der Magistrat folgte diesem Antrag (ST1744 vom 5.10.2020) und bat den Ortslandwirt (Axel Schmidt, CDU) ausdrücklich, sich mit Vorschlägen für einen Termin vor Ort an den Magistrat zu wenden, um die Maßnahmen abzustimmen. Ob diese Abstimmung zwischen Ortslandwirt und Ortsbeirat Axel Schmidt und Magistrat stattgefunden hat, ist nicht bekannt, aber vermutlich wird ohne Plan auch der Magistrat nicht einfach anfangen, einen Weg zu schottern. Nur sind möglicherweise bei der Abstimmung die Belange von Fußgängern und Radfahrern versehentlich unter den Tisch gefallen.

Die fragliche grobe Beschotterung ist dann Anfang April 2021 erfolgt und hatte umgehend zu deutlichen Klagen und Beschwerden der Harheimer*innen geführt.
Noch im Mai erklärte Ortslandwirt Schmidt, dass die geschotterten Wege „..in den nächsten Tagen ausgebessert werden…“ wogegen der Harheimer Ortsvorsteher (CDU) fast zeitgleich berichtete, dass das ausführende Amt für Straßenbau und Erschließung eine Nachbesserung abgelehnt hatte, da sich der Schotterbelag im Laufe der Zeit von alleine fahrrad- und fußgängerfreundlich verdichten und glätten würde. Beruhigend. Leider ist „im Laufe der Zeit“ ein gut dehnbarer Begriff.

Erst bei einem Ortstermin Anfang September baten die Ortsbeiräte die Vertreterin des Amtes für Straßenbau noch einmal darum, den Schotterweg für die erholungssuchenden Spaziergänger*innen sowie Rollstuhl- und Radfahrer*innen nachzubessern. Diesmal mit verhaltenem Erfolg.

Wie das nun weitergeht? Der Weg wird in die Projektliste aufgenommen und entsprechend vorhandener Kapazitäten mit der Unteren Naturschutzbehörde im Sinne des Radverkehrs abgestimmt. „Ein Zeitpunkt für die Ausführung der Maßnahme lässt sich zum aktuellen Stand noch nicht konkretisieren.“ Da ist also etwas Geduld gefragt.

Wäre vielleicht doch einfacher gewesen, hätte der Ortslandwirt und der Magistrat den ursprünglichen Antrag des BFF Ortsbeirat einmal genau vor der Abstimmung im Jahre 2020 durchgelesen.

Fakten
Stellungnahme des Magistrats vom 5.10.2020, ST1744  

Stellungnahme des Magistrats vom 13.12.2021, ST2198

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Eine Antwort zu 28.12.2021:  Harheimer Schotterboulevard wird ausgebessert. Irgendwann.

  1. Axel Schmidt schreibt:

    Hallo Helmut,
    wie ich gerade bemerkt habe, hast du die Zeit zwischen den Jahren genutzt, um wieder einmal mit spitzer Feder und spitzer Zunge einen Bericht über den neu geschotterten Feldweg zu schreiben.
    Keine Frage, dass die Ausführung der Erneuerung so nicht in unser aller Sinn ist.
    Ich finde es aber bedauerlich, dass du in deinen Beiträgen nicht all zu oft versuchst, mit Vermutungen Personen für Fehler verantwortlich zu machen.
    Deshalb hier mal ein paar Fakten zu dem Vorgehen:
    Einmal im Jahr treffen sich die Ortslandwirte und Vertreter der Ämter zu einem Arbeitsgespräch.
    Dabei teilen die Ortslandwirte den Ämtern mit, wo ihrer Meinung nach Feldwege auszubessern sind, rückschnitt Hecken in der Feldflur, Entwässerung reinigen usw.
    Danach planen die Ämter die Mängelbeseitigung, dies zieht sich bei den Wegen immer eine Zeit hin, da der finanzielle Aufwand höher ist und von Straßenbauamt geschaut wird, welche Maßnahme am dringlichsten ist. Dieses wird evtl. auch nochmal mit einem Ortstermin abgestimmt.
    Und hier endet meist meine Zuständigkeit als Ortslandwirt, ich bin nicht für Planung und Ausführungsweise verantwortlich, da diese oft mit anderen Ämtern abgestimmt werden müssen.
    Jetzt zu den Weg, ich hatte vorgeschlagen den Weg zwischen Urnbergweg und Auweg auszubessern. Die Verlängerung zum Altarm war meiner Ansicht nach OK, da der Weg vom landwirtschaftlichen Verkehr nicht so intensiv genutzt wird.
    Nachdem die Arbeiten abgeschlossen waren, bemerkte ich beim befahren, dass das eingebaute Material recht grob ist, was sich auch nicht gut mit Traktoren befahren lässt. Zwischenzeitlich kamen auch erste Beschwerden von Radfahrern. Ich hatte dann Vorgeschlagen den Weg mit Feinem Material aufzutragen und erneut zu verdichten aber die Zuständige vom ASE hat nach einen Überprüfung entschieden, es wäre nicht notwendig, der Weg befestigt sich durch das Befahren.
    Deine Bemerkung im Artikel verstehe ich so, dass ich veranlasst hätte, absichtlich groben Schotter zu zu verwenden.

    Gruß
    Axel Schmidt
    Ortslandwirt

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