21.03.2022 Erstes FahrradChaos an der Bahnlinie. Bahnübergang endgültig zu.

Von Harheim nach Berkersheim: Durchgang verboten

Mit Ansage und pünktlich wie die Bahn schließen sich am Abend des 18. März die Schranken des Bahnübergangs am Berkersheimer Bahnhof zum allerletzten Mal. Jetzt kommen auch Radfahrerinnen und Radfahrer nicht mehr wie gewohnt über die Gleise und stehen mit Rad aber ratlos vor den Sperren und Schildern. Zumindest in den ersten Stunden und Tagen nach der letzten Schließung war Radfahren zum Suchspiel geworden, hatte doch die DB-Projektleitung auf entsprechende Hinweisschilder verzichtet. Vielleicht hätte es den Kostenrahmen des 550 Millionen euroschweren Projekts gesprengt. Vielleicht war auch immer noch nicht im Projektleitungsteam verstanden worden, dass auch am Stadtrand viele Frankfurter Menschen mit dem Rad unterwegs sind und besonders hier auch weiterhin gerne in den Nachbarstadtteil oder weiter fahren möchten.

Dabei ist es im Grunde genommen ganz einfach, sofern man das weiß. Von Harheim kommend fahren Sie mit ihrem Drahtesel nicht auf den rechten Pfeiler zu, sondern Sie fahren auf den Bahnsteig (nein, bitte nicht auf die Schienen), und auf diesem (vorsichtig, langsam, da stehen wartende Fahrgäste) den Bahnsteig entlang Richtung Frankfurt bis zum mittleren Pfeiler der neuen provisorischen Metall-Brücke.

1. Hier an der Bushaltestelle auf den Bahnsteig
2. Bahnsteig entlang laufen, an der Treppe vorbei
3. Auf der Pfeilerrückseite befindet sich der Aufzug

Sie fahren an der Treppe vorbei und am Pfeiler hinter der Treppe können Sie scharf rechts zum Aufzug einbiegen. Der Aufzug bringt sie erstaunlich schnell nach oben, dort verlassen Sie den Aufzug und gehen über die Brücke nach rechts. Sie fordern auf der anderen Seite den anderen Aufzug an, mit dem Sie wieder runter auf den Bahnsteig auf der Berkersheimer Seite fahren. Von dort aus fahren Sie (voooorsichtig, wartende Fahrgäste) auf die Berkersheimer Bahnstraße zurück und kommen ohne längere Wartezeit nach etwa 3:30 Minuten auf der anderen Seite der Gleise an.


4. Raus aus dem Aufzug und über die Brücke auf die andere Seite
5. oben in den anderen Aufzug, wieder runter, und schon ist mann/frau auf der anderen Seite

Eine akzeptable Zeit. Auch vorher schon lag die durchschnittliche Wartezeit an der Schranke zwischen drei und fünf Minuten. Das Slalomfahren um die wartenden Bahnfahrgäste ist augenblicklich ein wenig diffizil und fordert von Fußgängern und Radfahrer ein gerüttelt Maß an Rücksicht. Augenblicklich sind die Treppen noch nicht mit Schiebeschienen für Fahrräder ausgerüstet, das wird noch kommen. Die kommenden frühlingshaften Wochen werden zeigen, ob es bei dem Berkersheimer RadNabenöhr zu längeren Wartezeiten kommt. Und ob die Aufzüge wartungsarm Tag und Nacht funktionieren. Da beruhigt erst Mal unerschütterliches Vertrauen in deutsche Wertarbeit.

Kritik gibt’s augenblicklich nur, dass der einfachste Weg für den Radverkehr nicht durch ein paar Wegweiser gekennzeichnet ist. Denn dort oben am Berkersheimer Bahnhof sind auch viele Menschen mit Rad unterwegs, die von der Ausbauproblematik keine Kenntnis haben.

Achtung, Bike & Ride Reisende
Die diebstahlsicheren Fahrradabstellbügel sind am Wochenende von der DB Netze AG ebenfalls abmontiert worden. Daher gibt es derzeit keine wirklich diebstahlsichere Anschliessmöglichkeit am Berkersheimer Bahnhof mehr. Noch am 02. März hatten wir Grüne im Ortsbeirat 14 daran erinnert, dafür zu sorgen, dass mit dem Abbau der Fahrradstellplätze neue sichere Stellplätze geschaffen werden müssen, was vom Projektleiter der DB Netze AG auch zugesagt worden war.

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